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Multimedia im Auto: Apple oder Google - wer macht das Rennen?

Apple oder Google? Auch im Auto streiten die Kontrahenten, wer die besseren Anwendungen fürs Smartphone bereitstellt. Die Hersteller werden sich aber nicht für eine Seite entscheiden, sondern beide Systeme integrieren.

Der Kampf um unsere Jackentaschen ist vor allem ein Kampf der beiden Smartphone-Platzhirsche Apple und Google. In Deutschland ist das Google-Systems Android mit über über 75 Prozent Marktanteil der Platzhirsch. Apples iOS kommt auf etwas über 15 Prozent. In anderen Ländern sieht es anders aus. In den USA ist zum Beispiel mehr entscheidet sich jeder dritte Käufer eines Handys für ein iPhone.

Smartphones können mehr als viele Multimediasystem im Auto

Doch jetzt erweitern Apple und Google ihre Rivalität auch aufs Auto. Dafür gibt es gleich mehrere Gründe: Zum einen bieten moderne Telefone mit ihren Sprachassistenten, Apps und Entertainment-Inhalten viel mehr Funktionen und Komfort als die ab Werk eingebauten Infotainmentsysteme der Fahrzeughersteller. Zum anderen ist auch den Autoherstellern nicht entgangen, dass die Erfassung und Verknüpfung von Nutzungs-Daten aus dem Auto ihnen lukrative neue Geschäftsmodelle bietet.

Dafür sind die ständig mit dem Internet verbundenen Smartphones ein ideales Werkzeug.
Und nicht zuletzt nutzen die meisten Smartphone-Besitzer ihre Geräte ohnehin zumindest gelegentlich während der Fahrt. Da ist es kein Fehler, SMSen, Mailen oder Googeln während der Fahrt durch bessere Integration mit den Fahrzeugsystemen sicherer und gesetzeskonform zu machen.

Audi, GM, Honda und Hyundai setzen auf Google

Schon im Januar kündigte Google die Gründung der Open Automotive Alliance an. Ähnlich wie die Hersteller von Android-Phones sich schon vor Jahren in der Open Handset Allianc« zusammengeschlossen haben, wollen nun die Gründungsmitglieder Audi, General Motors, Honda und Hyundai sowie die Chiphersteller Nvidia die Integration des Google-Mobilbetriebssystems Android ins Auto vorantreiben.

Apple will iPhone besser integrieren

Auch Apple kooperiert schon lange mit Autoherstellern. Auf dem Genfer Automobil-Salon im März kündigte Apple an, iPhone-Apps besser und unter dem Namen Car Play ins Fahrzeug zu integrieren. Die Liste der Unterstützer ist lang und eindrucksvoll: Ferrari, Mercedes-Benz und Volvo stellten bereits in Genf ihre Umsetzungen von Car Play vor. Vor kurzem kamen noch Audi, Fiat/Chrysler und Mazda hinzu. Und auch BMW, Ford, General Motors, Honda, Hyundai, Jaguar Land Rover, Kia, Mitsubishi, Nissan, die PSA Group (Peugeot und Citroen), Subaru, Suzuki und Toyota führt Apple als Unterstützer seiner Auto-Lösung auf.

Apps laufen auf dem Smartphone, der Bildschirm im Auto zeigt sie an

Hinter CarPlay stehen ebenso wie hinter dem von Google geplanten Auto Link ähnliche Konzepte: Apps laufen weiter auf dem Smartphone, werden aber über die im Fahrzeug eingebauten Bedienelemente wie Lenkradtasten, Dreh/Drück-Regler, Touchscreens, aber auch durch Sprachsteuerung bedient. Ihre Informationen zeigt das Bord-Display an.
Dieses Recht erhalten aber nicht alle auf dem Smartphone aktiven Progrämmchen, sondern nur solche, die gemeinsam vom Smartphone- und vom Auto-Hersteller als sicher und nützlich freigegeben wurden: Sie liefern Orts- und Zielinformationen, suchen Parkplätze, nennen die billigsten Tankstellen oder streamen Musik aus dem Internet ins Auto. Die dafür notwendigen Daten holen sich die Apps über die Datenverbindung des Mobiltelefons.

Auto nutzt Smartphone als Modem

In Zukunft sollen auch die Infotainment-Systeme des Autos über das Mobilfunk-Modem des Smartphone ins Internet gehen. Und dass das Bord-Entertainment auf die im Smartphone gespeicherten Musik- und Video-Inhalte zugreifen kann, ist ja schon fast ein alter Hut.


In einigen Bereichen sind dabei auch Konfliktpotenziale abzusehen. So preist etwa Apple die Vorzüge der Routenplanung mit dem hauseigenen Kartenprogramm als großen Vorteil von CarPlay. Und macht damit den teureren Navigeräten der Herstellern direkte Konkurrenz.
Andererseits ist auch das nicht ganz neu. Schon länger gibt es beispielsweise von BMW oder Audi Onboard-Navisysteme, die Google Maps und Google Earth integrieren. letztlich wird jeder Hersteller selbst entscheiden, welche Möglichkeiten er seinen Kunden einräumt und welcher Navigations- und Verkehrstelematik-Plattform er den Vorzug gibt.
Eines ist aber auch längst klar: kaum ein Autohersteller wird sich exklusiv für ein System entscheiden und einen Teil der Kunden damit verärgern. Audi, General Motors, Honda oder Hyundai tauchen schon auf den Unterstützer-Listen beider Lager auf, weieter folgen. Zudem planen die Automarken keineswegs, in Zukunft auf ihre hauseigenen Infotainment-Lösungen zu verzichten. Letztlich ist ihr Ziel nur, eine möglichst umfassende Unterstützung für die beiden beherrschenden Betriebssysteme zu bieten.
Selbst wenn Mercedes-Benz oder BMW noch nicht als Kooperationspartner von Google in Erscheinung getreten sind, werden auch diese Premiumhersteller wohl kaum kaufwillige Kunden von der Nutzung ihres Lieblings-Smartphones in ihrem Lieblings-Fahrzeug ausschließen wollen.
Ebenso fest steht für die Autohersteller: Google und Apple sind als Partner für die Infotainment- und Kommunikations-Ausstattung ihrer Fahrzeuge willkommen. Mehr aber auch nicht. In tieferliegenden, sicherheits- und funktionsrelevanten Software-Ebenen setzen die Hersteller nach wie vor auf traditionelle Zulieferer und Software-Entwicklungsumgebungen.

Es ist gut möglich, dass Google langfristig auch dort mitspielen will. Jedenfalls forscht das Unternehmen schon seit längerem im Automotive-Bereich und entwickelt sogar eigene, selbstpilotierenden Autos.

Autor

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Mercedes-Benz

Datum

10. Juli 2014
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