Alles über Mercedes S-Klasse
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Neue Mercedes S-Klasse: Wellness auf Rädern

Mercedes hat in Hamburg die neue S-Klasse vorgestellt. FIRMENAUTO war dabei und hat in dem Luxusliner schon mal Platz genommen.

Es war ein Auftritt der Superlative: 750 Gäste, darunter viele Promis, verfolgten den ersten Auftritt der neuen S-Klasse. Dass Mercedes das Airbus-Werk in Hamburg fürs erste Schaulaufen der S-Klasse wählte, war kein Zufall. "Hier treffen sich zwei Ikonen des Reisens", sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche, als die S-Klasse mit dem Airbus A 380 im Hintergrund vorfuhr.

Die S-Klasse ist die meist verkaufte Luxus-Limousine

Nicht wenige Generationen der Mercedes-Oberklasselimousinen galten zu ihrer Zeit als das beste Auto der Welt. Und alle waren sie begehrt, bei Chauffeueren ebenso wie Selbstfahrern. 500.000mal rollte das letzte Modell vom Band und selbst in ihrem letzten Produktionsjahr verkaufte sich die S-Klasse besser als jede andere Oberklasse-Limousine. Auch sie setzte, wie fast alle ihre Vorgänger, Maßstäbe bei Sicherheit, technischer Innovation und Komfort.

Preis ab 67.500 Euro netto

Die neue Auflage des Daimler-Flaggschiffs, die im Herbst zu Preisen ab 67.050 Euro netto auf den Markt kommt, wird da keine Ausnahme machen. Schon auch, weil Daimler einen Ersatz für den wegen Erfolglosigkeit eingestellten Maybach braucht. Wohl auch deshalb schwärmte Zetsche: "Jede neue S-Klasse ist ein Meilenstein."

Bis zu 20 Prozent sparsamer als der Vorgänger

Tatsächlich griffen die Ingenieur tief in die Technik-Kiste. So ist die neue S-Klasse je nach Motor zumindest nach den Normwerten bis zu 20 Prozent sparsamer als ihre Vorgängerin. Dabei hat sicher eine Rolle gespielt, dass Mercedes verstärkt auf Leichtbau setzt. Obwohl das neue Modell 100 Kilo abgespeckt hat, soll die Karosserie bis zu 50 Prozent steifer sein. Das genügsamste Modell, der S 300 Bluetc Hybrid, soll mit 4,4 Litern Diesel (115 g CO2/km) auskommen. Mit Hilfe des zusätzlichen 20 kW/27 PS-starken E-Motors des Hybridsystems verdient sich der Vierzylinder-Diesel mit 150 kW/204 PS die Effizienzeinstufung A+. Der zweite Diesel,  das eigentliche Einstiegsmodell S 350 mit drei Litern Hubraum, erhält für seinen Durchschnittsverbrauch von 5,5 Litern bei 190 kW/258 PS ein A.

Der S 500 Plug-in Hybrid soll unter vier Liter verbrauchen

Den beiden Selbstzündern stellt Mercedes zunächst zwei Benziner zur Seite. Die Achtzylinder-Variante S 500 dürfte dank 335 kW/455 PS in Verbindung mit mächtigen 700 Nm Drehmoment keinen Leistungsmangel aufkommen lassen. Ihr Normverbrauch von 8,6 Litern ist aller Ehren wert.  Der wahre Sparer unter den Benzinern ist aber der S 400 Hybrid mit 225 kW/306 PS. Er begnügt sich mit 6,3 Litern Super.

2014 setzt Daimler noch einen drauf. Dann kommt der S 500 Plugin-Hybrid, bei dem in Sachen Verbrauch eine 3 vor dem Komma stehen soll. Wie weit er rein elektrisch fahren kann, ist noch nicht klar. Sicher ist nur, dass sich Mercedes am Porsche Panamera Plugin-Hybrid orientiert, und der kommt zumindest laut Norm 36 Kilometer weit, bevor er seinen Benziner in Schwung setzen muss. Die andere Seite markiert der nächste S 600. Wieviel der verbrauchen wird, verrät Mercedes noch nicht. Klar ist aber, dass wieder ein Zwölfzylinder die Speerspitze bildet.

Langversion mit Liegesesseln

Doch Verbräuche dürften S-Klasse-Käufer sowieso eher am Rand interessieren. Technische Innovationen und maximaler Komfort schon eher. Der fängt in der S-Klasse hinten an. Deshalb hat Mercedes die S-Klasse zuerst als 5,25-Meter-Langversion entwickelt und davon die kürzere Variante abgeleitet. Fünf verschiedene Sitze – darunter ein Liegesessel - stehen für den Fond zur Wahl. Wer alleine auf der Rückbank und hinter dem Fahrer sitzt, klappt einfach die Lehne des Beifahrersitzes nach vorne, um ein noch luftigeres Raumgefühl und freie Sicht nach vorne zu bekommen.

Komfortsitze mit sieben Massageprogrammen

Auf Wunsch massieren die Sitze den Passagieren den Rücken. Sieben Massageprogramme stehen zur Verfügung. Und schon nach dem ersten Probesitzen ist klar: Mit dem eher unsensiblen Durchkneten bisheriger Massagesitze haben diese Behandlungen nichts mehr zu tun.

Airbags in den hinteren Gurten

Bei soviel Wohlgefühl muss der Fahrer eher aufpassen, nicht sanft ins Reich der Träume zu entgleiten. Wobei die neue S-Klasse auch als Trendsetter in Sachen Sicherheit auftreten und laut Technik-Vorstand Thomas Weber "die Nummer Eins in Sachen Sicherheit" sein soll. Als "optimale Verschmelzung von Komfort und Sicherheit" beschreibt den Daimler-Chef Zetsche gar das neue Flaggschiff. Und so debütieren in der neuen Generation beispielsweise sogenannte Beltbags, kleine Airbags in den Gurten für die Passagiere hinten, die den Oberkörper besonders schonend auffangen. Zudem bremst das Fahrzeug automatisch auch für Fußgänger und kann Kollisionen bis Tempo 50 vermeiden.

Bis zu 20 Assistenzsysteme sind an Bord

Bis zu 20 Assistenzsysteme arbeiten als elektronische Schutzengel zusammen, um Gefahren von allen Seiten rechtzeitig zu erkennen, gegebenenfalls abzuwehren und das Fahrzeug in der Spur zu halten. Der Abstandstempomat etwa hält nicht nur die Entfernung zum Vordermann, sondern lenkt bis 60 km/h auch weitgehend selbstständig beziehungsweise bremst und beschleunigt ganz allein - zum Beispiel im Stop-and-Go-Verkehr.

Kameras und Radarsensoren überwachen das Auto rundum

Dabei überwachen Kameras und Radarsensoren ständig, was rund ums Auto geschieht. Droht ein anderes Auto ins Heck zu krachen, geht der Mercedes vorsorglich auf die Bremse. Und anstatt auf Schlaglöcher oder Bodenwellen nur zu reagieren, agiert das Luftfederfahrwerk im voraus. Denn die Kameras überwachen auch die Straße vor dem Auto und ändern die Fahrwerkseinstellung bereits, bevor die Räder die Unebenheiten erreichen.

Dynamisches Design

Wirken die Assistenten im Verborgenen, ist die Arbeit von Gorden Wagener augenfällig. Der Chefdesigner des Hauses hat der neuen S-Klasse eine Hülle verpasst, die Dynamik und Status ausstrahlt. Die Linienführung erinnert ein wenig an CLS und CLA, wirkt aber durch die schiere Größe des Fahrzeugs im besten Sinne traditioneller. Dabei spielt der mächtige Grill mit dem stehenden Stern darüber eine wesentliche Rolle.

Die Glühlampe hat ausgedient: Nur LED-Lampen an Bord

Viel augenfälliger ist das neue Design im Inneren des Autos. 500 LED haben in der S-Klasse jegliche Glühlampe abgelöst und inszenieren den Innenraum in unterschiedlichen Farben. Die Instrumente scheinen frei in dem riesigen Display hinterm Lenkrad zu schweben und ausgefeilte Multimedia- und ein Surround-Audiosystem von der High-End-Schmiede Burmester sollen den Wagen in einen rollenden Konzertsaal verwandeln. 

Audioanlage von Burmester

Dabei geht Mercedes in Sachen Bedienung neue Wege. Nur wenige Knöpfe unterbrechen die edlen Oberfläche. Heizung, Musik, Fernsehen oder Massagesitze bedienen die Mitfahrer ausschließlich über eine spezielle App, die entweder auf dem fahrzeugeigenen Smartphone läuft oder die man sich aufs eigene Telefon laden kann.Zum bekannten Dreh-Drückregler gesellt sich jetzt ein kleines, telefonähnliches Bedientei, deren Tasten sich frei mit unterschiedlichen Befehlen belegen lassen.

Die Langversion kostet 2.500 bis 5.000 Euro Aufpreis

Der Fortschritt lässt sich Mercedes traditionell gut bezahlen. Gegenüber dem Vorgänger ist die neue S-Klasse nominell etwas teurer. Der S 350 kostet exakt 67.050 Euro netto, im alten Modell gab es ihn für 64.300 Euro. Der S 400 Hybrid verlässt gegen Zahlung von mindestens 71.600 Euro den Hof des Händlers, für den S 500 werden 87.900 Euro netto fällig. Die Langversionen sind je nach Motorisierung zwischen 2.500 und 5.000 Euro teurer.

Autor

Foto

Daimler

Datum

16. Mai 2013
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