Ford Ranger 14 Bilder Zoom

Neuvorstellung Ford Ranger Pick-up: Lastesel fürs Grobe

Sparsamere Motoren und neue Offroad-Technik stecken im Auto. Im Gelände muss der Pick-up beweisen, was er kann.

Neues Design, neue Helferlein und effizientere Motoren – damit fasst Ford das Facelift des Pick-up-Primus Ranger in Grundzügen zusammen. Beim Design bleibt sich der Wagen treu und tritt gewohnt bullig auf. Drei Motoren mit 130, 160 und 200 PS sorgen für den nötigen Vortrieb. Dabei schöpfen die beiden schwächeren Varianten ihre Kraft aus einem 2,2-Liter-Vier­zylinder. Wer die raue 200-PS-Version ordert, bekommt einen Zylinder mehr und satte 3,2 Liter Hubraum. Die schwächste Variante dürfte allerdings eher ein Nischendasein fristen. Laut Ford bestellen rund 65 Prozent der Kunden den Prachtkerl mit 200 PS. Noch mehr wählen dazu eine der beiden höchsten Ausstattungs­linien, Limited oder Wildtrak. 

Auf der Elektronik-Seite fährt der Ranger neben ABS und ESP mit einem Berganfahr- und Bergabfahr-Assistenten sowie einer adaptiven Lastkontrolle, die das ESP an die jeweilige Beladung anpasst, und einem Sicherheitsbremsassistenten vor. Die Berganfahrhilfe verhindert zuverlässig, dass das Fahrzeug beim Anfahren zurückrollt. Bergab springt indes der nächste Assistent ein. Im Zusammenspiel mit der Traktionskontrolle regelt das System den Wagen auf eine konstante Geschwindigkeit ein und übernimmt die Kontrolle über Gas und Bremse. In der Praxis geht das Helferlein zwar teils etwas ruppig zu Werke, hat den Ford aber sicher im Griff. 

Auch bergauf weiß der Ranger zu gefallen. Die Steigfähigkeit gibt Ford mit maximal 32 Grad an, der Kippwinkel liegt bei 35 Grad. Damit kommt der Pick-up mit dem allergrößten Teil des Geländes, das in Mitteleuropa zu bewältigen ist, klar und schultert dabei auch noch bis zu 1,2 Tonnen Last.

Mit Allrad und Untersetzung ist der Ranger für schweres Gelände gerüstet

Sein Allradantrieb basiert auf einer elektronischen Drehmomentverteilung, genannt Torque Vectoring Control. Tatsächlich hat der Wagen auf dem Testgelände auch scheinbar fordernde Auffahrten und Verschränkungspassagen ohne Murren mit reinem Hinterradantrieb hinter sich gebracht. Den auch bei voller Fahrt zuschaltbaren Allrad oder gar die Untersetzung braucht der Krabbler also nur für ganz hartes Gelände.

Doch auch abseits von Geröllhalden und Schlammlöchern macht der Ranger eine gute Figur. Ford hat bei der Überarbeitung nochmals einige Zeit ins Fahrverhalten investiert. Trotz der Offroad-Ausrichtung benimmt sich der Ranger auch auf Asphalt nicht ungezogener als ein Pkw und bleibt sauber in der Spur. 

Weniger Pluspunkte als beim Fahren on- und offroad sammelt der Pick-up hingegen in der Verarbeitung. Während das Cockpit mit Touchscreen und Handschmeichler-Lederlenkrad kaum Wünsche offen lässt, mutet die restliche Verarbeitung ziemlich krude an. Die Türverkleidung verhehlt ihren amerikanischen Ursprung nicht und gibt auf Scheiben­höhe mehrere Zentimeter nach. Auch das an sich praktische Brillenfach wirkt nicht hochwertig. Die Kanten sind nicht entgratet und im Inneren der Hartplastik-klappe ruht die Sonnenbrille auf groben Schaumstoff. Dieser herbe Kontrast auf wenigen Dezimetern will nicht so recht ins ansonsten positive Gesamtbild passen. Denn schließlich richtet sich Ford mit dem Ranger nicht nur an Handwerker und Bergbauern, sondern verstärkt auch an Lifestyle-Kunden.

Autor

Foto

Aleksander Perkovic

Datum

11. April 2016
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