Alles über Elektroautos im Praxistest
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Nissan Leaf: Praktischer Raumgleiter

Als Elektro-Auto hat der Nissan Leaf bereits Standards gesetzt: Die kompakte Limousine bietet viel Platz, sehenswertes Design und praktische Verlinkung ins Internet. Diese bietet Sicherheit beim Einschätzen von Reichweiten und der Strecke zur nächsten Ladestation.

„Uihhhh – ganz anders“, „ohhh – nette Idee“: Der Nissan Leaf überrascht. Alle. Von außen rollt die E-Limousine reichlich unauffällig, fast langweilig daher. Wer sich reinsetzt, erlebt aber ein blaues Wunder: knallblaue Digitalanzeigen, neue Hinweise, viele Knöpfe, der futuristische, blau-silberne Schalthebel. „Sobald der Schlüssel gedreht ist, kommt Raumschiff-Feeling auf“, meint ecoFleet-Tester Tim Ruhoff von der Münchner Mobilitätsfirma Next Generation Mobility. Dazu passt, dass sich der Wagen erstmal einen kleinen Moment nimmt, um auf Touren zu kommen. Danach scheint er abzuheben, um doch nur leise über Straßen zu rollen: E-Mobility eben – ungewöhnliche Stille im Inneren und ein überraschend neues, gelassen stimmendes Fahrgefühl.

Intelligente Extras

Es sieht alles irgendwie anders aus im Cockpit. Die wichtigsten Funktionen und Anzeigen erschließen sich trotzdem intuitiv: In der oberen Anzeige Tempo, Uhrzeit und – in Form von Bäumchen oder Blümchen – aktueller Fahrmodus. Darunter die Hinweise zu Batterie, Ladung, Reichweite: schön übersichtlich, sofort verständlich. „Die Reichweitenangabe passt sich dem aktuellen Fahrverhalten an“, lobt Ruhoff. „Das Fahrzeug ist wirklich gut durchdacht, dürfte jedem Firmenwagenfahrer gefallen.“

Die entwicklerische Intelligenz zeigt sich in den Extras: Das Navigationssystem etwa bietet mit seiner Verlinkung ins Internet viel Sicherheit. Sollte die Energie einmal knapp werden, informiert es über die nächstgelegene Ladestation und berechnet die Strecke. Die größte Sorge liegenzubleiben, verfliegt schnell. Der Leaf kann damit als umweltfreundliches Fahrzeug in den Fuhrpark aufgenommen werden. Der aktuelle Ladestand lässt sich außerdem mit Hilfe einer App via Smartphone aus checken, steuern, timen. „So kann das E-Auto mit einer Solaranlage synchronisiert werden“, meint Ruhoff.

Angenehmes Fahren

Etwa 130 Kilometer schaffte der Leaf im Stadtverkehr oder auf der Landstraße rund um München ohne nachzuladen: „Das reicht für Stadtfahrten aus, ermöglicht aber auch längere Strecken“, meint Ruhoff. Die Reichweite kann außerdem durch den Fahrmodus Eco deutlich verlängert werden. In diesem Fall sollte sich der Fahrer aber rechts halten und nicht überholen wollen. Beschleunigung und Tempo werden aber schnell nebensächlich: Der Nissan Leaf ist ein Raumgleiter. Der leise Elektro-Motor entfaltet schnell volles Drehmoment, unterstreicht wie die souveräne Kurvenlage das Gefühl zu Gleiten statt zu rollen, und das wirkt merkwürdigerweise beruhigend. Bei der so entstehenden Gemütsruhe fällt dann kaum ins Gewicht, dass das Einparken wegen der eingeschränkten Rundumsicht in der Limousine anfangs mal etwas länger dauert. Was ist schon Zeit im Raum?

Autor

Foto

Martin Meiners

Datum

17. Oktober 2012
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