NSU Prinz, Car Wash 7 Bilder Zoom

NSU Prinz: Der kleine Prinz

Der Prinz trug gerne Gletscherweiß, Capriblau, Derbyrot oder Jagdgrün. Im Gedächtnis geblieben ist allerdings am ehesten die Farbe Targa-Orange.

Grillen unterm Dach kann böse enden. Zu eng, zu heiß, zu wenig Luft. Ein ähnlich gewagtes Unterfangen führten 1961 die NSU-Ingenieure vor. Zwischen die hauchdünnen Seitenheckbleche ihres neuen Topmodels Prinz hatten sie ein echtes Feuermaschinchen gepresst. Hauptproblem der Tüftler war es nun, für ausreichend frische Brise und somit Kühlluft zu sorgen. Hitze und Druck führen immer zum Ruck, so eine gern mit Knall und Rauch untermauerte Physiklehrerweisheit.

Beim Prinz saß der Motor hinten

Kein Wunder also, dass der Prinz häufig mit geöffneter Heckklappe seine Bahnen zog. Zu groß war die Angst der Besitzer, die happige Geldanlage von 4.500 Mark könne sich sonst in weißen Rauch auflösen. Beim Prinz saß der Motor hinten, quer eingebaut, anfangs 600 Kubikzentimeter klein. 30 PS sorgten aber für ein beachtliches Spitzentempo von 120 km/h. Ein bisschen Frischluft unter der Mütze konnte da nicht schaden. Vor allem, nachdem ab 1965 aus zwei Zylindern vier geworden waren.

Was diese ein Liter großen Prinzenrollen aber besonders versüßte, war ihr mäßiger Durst. Versierte Fuhrparkschlosser optimierten die Zündzeitpunkte der Solex-Fallstromvergaser derart, dass sie weniger als fünf Liter Normalbenzin verheizten. Zudem war der Prinz für die Beförderung von gleich fünf Menschen zugelassen. Auch wenn sich hier Vergleiche mit längst verbotenen Methoden der Geflügelzucht aufdrängen: NSU meinte es ernst und empfahl den Wagen sogar für die große Urlaubsreise.

Freizeitorientierte Farbkreationen aus Neckarsulm

Entsprechend freizeitorientiert verhielt es sich mit den Farbkreationen aus Neckarsulm. Der Prinz trug gerne Gletscherweiß, Capriblau, ­Derbyrot oder Jagdgrün. Im Gedächtnis geblieben ist allerdings am ehesten die Farbe Targa-Orange. In diesem Gewand ließ NSU es richtig krachen, der kleine Prinz konnte auch böse. Als 1000 TT schoss er mit Spiess-Felgen und 150 Sachen über die linke Spur. Zumindest bis zur nächsten Nothaltebucht. Sie wissen schon: die Sache mit der Kühlung.

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25. Januar 2013
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