Alles über Elektroautos im Praxistest
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Opel Ampera: Markanter Kombinierer

Für den Ampera kombiniert Opel Elektro- mit Verbrennungsmotor. Somit entfällt die Debatte um Reichweite und Ankommen. Die schnittige Mittelklasselimousine fällt im Fuhrpark auf und empfiehlt sich als Fahrzeug für visionäre Manager.

Der Start ist wie bei jedem Elektro-Auto: Geräuschlos und mit großem Schub bewegt sich der Opel Ampera agil über die Straßen, beschleunigt schnell bis zu 160 km/h, federt komfortabel und lenkt präzise. Doch nach gut 60 Kilometern ist selbst bei moderater Fahrweise Schluss mit dem lautlosen Gleiten, für das Elektro-Autos stehen: Dann startet der Ampera seinen Vierzylinder-Verbrenner. Der treibt zwar das Auto nicht direkt an, arbeitet aber als Generator und beliefert so die Batterie mit frischem Saft.
„Die Range-Extender-Technologie eliminiert die Gefahr liegenzubleiben und vermittelt den Fahrern Vertrauen in den Antrieb “, sagt ecoFleet-Tester Tim Ruhoff. Er ist Geschäftsführer der Beratung Next Generation Mobility in München. „Rein elektrisch bietet der Opel Ampera mit rund 60 Kilometern aber die geringste Reichweite unter allen unseren bisher getesteten Elektro-Autos.“

Alles so schön bunt hier

Opels Ampera ist ein Plug-In-Hybrid und vereint Motorentechniken fürs Vorwärtskommen. So strömt eine Flut von Anzeigen und Hinweisen ins Innere. Dauernd blinkt am Cockpit etwas auf und verwirrt den einen oder anderen unserer Tester bei ihrer ersten Fahrt. Tacho plus Display in der Mittelkonsole informieren über Energiequelle, Fahrmodi, Tempo, Verbrauch, Senderwahl, Navi-Angaben: Ziemlich bunt, ziemlich verwirrend und ziemlich abschreckend.

Vor lauter Aufmerken und Gucken wird auch gar nicht so recht klar, was wo eingestellt wird und dass jeder wählen kann, mit welcher Energie er sich fortbewegen will. „Am Anfang ist die Vielfalt der Informationen unübersichtlich“, bestätigt Ruhoff den Eindruck. „Es dauert etwas, bis man sich an die Informationsflut gewöhnt. Flottenmanager sollten Neulinge vorsichtshalber einweisen oder einige kurze Erklärungen ins Auto legen.“

Auffallen garantiert

Bei unseren Testfahrten durch München registrieren wir staunende Blicke an der Ampel, stellen uns neugierigen Fragen am Empfang, als wir zum Kundengespräch mit dem Ampera auftauchen. Sein markantes Design fällt auf, die Lautlosigkeit beim reinen elektrischen Fahren sowieso. Das schmeichelt, erfordert aber auch höchste Wachsamkeit: Wenn etwa Radler oder Fußgänger, weil sie nichts hören, die Straße ohne zu schauen überqueren. Für diesen Fall hat Opel die leisere Fußgänger-Hupe und damit ein wunderbares Zubehör eingebaut. Auf der Testfahrt winkte uns ein Radler an den Straßenrand, bedankte sich und wollte mehr dazu wissen.

Als Firmenwagen durchaus geeignet

„Die hochwertige Ausstattung mit Ledersitzen, Sitzheizung und  Klimatisierungsautomatik lässt keine Wünsche offen“, meint Ruhoff. Auffallen, guter Komfort, modernste Technik – keine Frage, in der Flotte dürfte der Ampera sogar als Dienstwagen bei Managern gut ankommen.

Ein Blick auf die Kosten

Ein echtes Pendant mit Verbrennungsmotor findet man bei Opel nicht. Am ehesten lässt sich der Ampera mit dem Opel Astra 1.4 vergleichen. Der kostet aber nur knapp die Hälfte. Bei einer Abschreibung über sechs Jahren und 15.000 Kilometern jährlicher Fahrleistung verursacht der Ampera nach Berechnungen von ADAC und NGM 10.197 Euro Unterhaltskosten pro Jahr, der Opel Astra nur 6.788 Euro.

 *) Im reinen Elektrobetrieb. Mit Benzinmotor als Range-Extender bis zu 500 km.

Autor

Foto

Charlie Magee

Datum

16. Oktober 2012
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