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Opel Omega: Der letzte Hecktriebler

Ein Kofferraum bis zum Horizont und klassischer Heckantrieb: Auf den Opel Omega schwor der Außendienst.

Omega ist der letzte Buchstabe des griechischen Alphabets. In der philosophischen Lehre steht er für das Ende. Nun galten Namenserfinder bei GM freilich nie als Philosophen, eine Vorahnung hatten sie trotzdem. Denn tatsächlich sollte der 1986 vorgestellte Omega gleich zwei Epochen beenden.

Erstens war er der letzte Opel mit Frontmotor und Heckantrieb. Zweitens endete während seiner Bauzeit die Ära des José Ignacio López. Der Manager wechselte 1993 mit viel Insiderwissen zu VW. Es folgte eine der schmutzigsten Schlammschlachten in der Geschichte der Automobilwirtschaft.

Währenddessen bewies der Omega mit annähernd zwei Millionen Verkäufen, das er ein gutes Auto war. Selten war eine Motorenpalette derart weit gespreizt. In 17 Jahren Bauzeit blubberte vom 73 PS schwachen Dieselrußer bis hin zur 377 PS starken Benzinkanone im „Lotus Omega“ so ziemlich alles unter der Haube, was Sprit verbrennen konnte.

Dass sich der Omega auch im gehobenen Segment empfehlen konnte, lag am Angebot eines Sechszylinders - anfangs als Reihenaggregat, später als V-Motor. Damit ließ sich antreten gegen die Mercedes E-Klasse oder den Ford Scorpio. Der Angriff in der Oberklasse erfolgte planmäßig. Zwei Milliarden Entwicklungskosten waren in das Projekt geflossen. Weltweit versteht sich, denn auch andernorts machte das Auto Karriere. In den Staaten als Cadillac Catera, In Südamerika als Chevrolet Omega, in Australien als Holden Commodore und auf der britischen Insel als Vauxhall Carlton.

Als Flottenfahrzeug geadelt wurde der Omega in Deutschland durch den Kaiser persönlich. Opel (ver)ballerte von 1989 bis 2002 als Hauptsponsor viel Geld in die Kassen des FC Bayern München. Clubpräsident dort war Franz Beckenbauer. Die Bayern fuhren vertragsgemäß Opel. Platzwart und Wäschefrau vermutlich einen Corsa, Nationalspieler und Lichtgestalten dagegen einen Omega. Der letzte von Beckenbauer ist heute in Sammlerhand: ein 3,2 Liter „Executive“ Caravan mit 218 PS, getunt im Hause Irmscher.

Doch zurück zu Brot und Butter: Auch für Normalbürger gab es einen Kombi, nach kräftigen Facelifting 1993 mit dem 2,2 Liter-Diesel einen überaus betriebskostengünstigen dazu. Zeigten die früheren Selbstzünder noch das Beschleunigungsverhalten einer Wanderdüne, waren die 2,2er mit jetzt 120 PS ordentlich bestückt. Auch dank seiner 1.800 Liter Kofferraumvolumen wurde der Omega so zur Außendienstbarkasse schlechthin. Erst 2003 kam Endzeitstimmung auf. Mit dem letzten gebauten Omega verließ Opel die Oberklasse. Der „Nachfolger“ Signum basierte auf dem kleineren Vectra.

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Opel

Datum

27. März 2015
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