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Opel OnStar: Hilfe aus dem All

Opel startet ein eigenes Notruf- und Telematiksystem. FIRMENAUTO sagt, was OnStar kann und ob es sich für die Flotte eignet.

Das ist ein Klassiker: Man steht vor dem Auto und findet den Schlüssel nicht. Nirgends. Und die Tasche mit allen wichtigen Vertragsunterlagen für den Termin beim Kunden liegt auf dem Beifahrersitz.

Wohl dem, der nun mit seinem Auto vernetzt ist und es über sein Smartphone öffnen kann. Diesen Service bieten bereits etliche Hersteller, aber keiner so umfangreich wie Opel. Die Marke startete im Juni einen eigenen, in 30 Ländern nutzbaren Telematikdienst, zu dem genau solch eine App gehört. Darüber lassen sich Öl- und Kilometerstand sowie Reifendruck abrufen, aber auch das Auto öffnen und schließen. Außerdem kann er der Navi Adressen vom Smartphone aus übermitteln, beispielsweise aus den Telefonkontakten. Um Missbrauch zu verhindern, muss der Fahrer vorher seine persönliche Daten hinterlegen und sich per PIN identifizieren.

In Europa wird OnStar zwar erst gestartet, doch in den USA, China oder anderen Ländern ist das System bereits seit 1996 im Einsatz. Mehr als sieben Millionen Autofahrer nutzen die Hilfe des Call Centers, bei dem im Schnitt fünf Millionen Anrufe pro Monat eingehen. Hinzu kommen nochmals 8,8 Millionen App-Interaktionen pro Monat.

Automatischer Notruf bei Unfall

Wichtiger als die App ist aber der Notrufservice. Werden bei einem Unfall Airbags ausgelöst, alarmiert das mit einer SIM-Karte und GPS ausgerüstete System das Call Center. Worauf sich ein Betreuer über die dazugehörige Freisprecheinrichtung beim Fahrer meldet oder notfalls Rettungskräfte alarmiert. Der Fahrer kann aber auch selbst die Zentrale anrufen, beispielsweise um einen Notfall im Auto oder einen anderen Unfall zu melden.

Damit führt Opel bereits heute über die gesamte Modellpalette ein e-Call-System ein, das die EU erst ab April 2018 zur Pflicht in Neuwagen macht. Vor allem aber lässt Opel den Notruf nicht in öffentlichen Leitstellen auflaufen, sondern betreibt eine eigene Notrufzentrale in Luton bei London. Deren vielsprachige Mitarbeiter können so erst einmal prüfen, ob es sich um einen echten Notfall handelt, und dann entsprechend handeln.

Ziele werden ins Navi überspielt

Flottenmanager und Unternehmer haben eine Fürsorgepflicht gegenüber den Mitarbeitern. Das Wissen, dass dem Fahrer eines Firmenwagens im Notfall schnell geholfen wird, ist durchaus ein Kaufargument. Aber auch der Fahrer kann von der Opel-Dienstleistung profitieren. Hat er eine fest installierte Navi im Auto, so lässt er sich von dem Mitarbeiter der Hotline Ziele heraussuchen und direkt in seinen Lotsen überspielen. Das kann ein Hotel, die nächste Apotheke oder auch nur ein Blumenladen sein. Er kann sich aber auch nur erkundigen, wie der Dax gerade steht oder ob es an seinem Zielort regnet. Oder sich einfach sparen, ein Ziel umständlich einzutippen.

Und mal ehrlich: Jemanden anzurufen und ihm zu sagen „Ich möchte in die König-Karlstraße 15 in Stuttgart. Können Sie mir die Adresse bitte aufs Gerät überspielen?“ ist doch netter als sich mit einer häufig eher schlecht als recht funktionierenden Sprachsteuerung herumzuärgern.

Der Flottenchef kann erkennen, ob ein Auto in die Werkstatt muss

Über OnStar kann der Fuhrparkchef zudem ein technisches Reporting jedes Fahrzeugs anfordern. Die monatliche Zusammenfassung sagt ihm, ob der Wagen in Ordnung ist und vor allem, wann die nächste Inspektion ansteht. Schludrige Fahrer, die gerne die Fahrt in die Werkstatt hinausschieben, lassen sich damit schnell entlarven. Und sollte unterwegs eine Warnlampe im Cockpit aufleuchten, bittet der Fahrer per Knopfdruck um eine schnelle Ferndiagnose.

OnStar ist für die gesamte Modellpalette verfügbar, vom Stadtflitzer Karl über die Business-Limousine Insignia bis zu den Transportern. Es kostet einmalig 411 Euro netto, ist bei manchen Ausstattungsversionen aber auch serienmäßig an Bord. Ab dem zweiten Jahr kostet der Dienst 83 Euro pro Jahr.

Fahrer kann seinen Standort verbergen

Wer im Firmenwagen häufig mit Kollegen oder Familie unterwegs ist, bucht am besten gleich den WLAN-Hotspot dazu. Dann locken sich bis zu sieben Geräte ins System ein und surfen über die Autoantenne per 4G/LTE-Verbindung im Internet. Den Hotspot mit unbegrenztem Datenvolumen können On-Star-Kunden im ersten Jahr kostenlos nutzen. Danach will Opel voraussichtlich zwischen acht und zehn Euro pro Monat verlangen. Wer viel im Ausland unterwegs ist, spart trotzdem, denn es fallen keine Roaminggebühren an.
Und der Datenschutz? Der sei gewährleistet, verspricht Opel. Fuhrparkleiter oder Fahrer entscheiden, welche Dienste sie nutzen wollen. Außerdem kann jeder Fahrer auf Knopfdruck anonymisiert anrufen und seinen Standort verbergen.

Autor

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Opel

Datum

28. August 2015
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