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Pakete der Energiekonzerne: Das große Geschäft mit der E-Mobilität

Die großen Energiekonzerne rüsten sich für das Geschäft mit der Elektromobilität. Sie verkaufen nicht nur Ladestationen, sondern vermitteln gleich das passende E-Auto.

Ihr Geschäft ist eigentlich der Strom, doch auch mit Elektroautos können Energieunternehmen Geld verdienen. So ergeben sich laut einer Studie von A.T. Kearney durch den steigenden Strombedarf, den Ausbau der Infrastruktur und der dazugehörigen Dienstleistungen in Europa bis 2020 Umsatzpotenziale von bis zu 17 Milliarden Euro. Grund genug, in den boomenden Elektromobilitätsmarkt einzusteigen. Vor allem die großen Energiekonzerne wie EnBW, Eon, RWE und Vattenfall wollen hier mitmischen. Da Stromversorger naturgemäß keine Autos bauen, haben sie in den letzten Jahren zahlreiche Kooperationen mit Autoherstellern und Leasinggesellschaften geschlossen.

Das unterstreicht auch Bernd Große Holtforth, bei RWE Effizienz fürs Geschäft mit den Firmenkunden zuständig: "Wir verkaufen keine Autos. Vielmehr vermitteln wir Finanzierungs- oder Full-Service- Leasingverträge über unsere Kooperationspartner Athlon Car Lease, Lease Plan und ALD. Unser Job ist es unter anderem, eine optimale Ladeinfrastruktur für die Kunden aufzubauen." Dabei sieht sich das Unternehmen mit derzeit 1.000 Ladepunkten als Marktführer in Deutschland. Die Kosten für die Stationen reichen von 500 Euro für eine kleine Ladebox und bis zu 5.000 Euro für eine Smart-Station mit Schnelllademöglichkeit. "Das hängt von den Anforderungen des Flottenbetreibers ab", sagt Große Holtforth.

Aus einer Hand: Beratung, Vermittlung und Ladestation

Auch Eon will seine gewerbliche Klientel künftig rundum versorgen. Das Unternehmen bietet unter dem Namen Eon eMobil bundesweit passende Ladelösungen inklusive Montage, Service und Wartung sowie Strom aus Wasserkraft an. Firmen können das Angebot entweder als Komplettpaket oder in einzelnen Modulen beziehen. Im Bereich Finanzierung arbeitet Eon mit Athlon Car Lease zusammen. Für Kommunen gibt es spezielle Angebote, etwa den Transporter Eco-Carrier. "Wer Interesse hat, kann die Transporter sechs Wochen lang ausprobieren und dann ein Komplettpaket über uns beziehen", sagt Andreas Zelles von Eon. Auch Eon nutzt intelligente Ladestationen. Mit ihrer Hilfe können Stromanbieter steuern, ob die Autobatterie geladen wird oder Strom ins Netz abgibt. Für Geschäftskunden ist das gesteuerte Laden ebenfalls wichtig, lassen sich so Lastspitzen vermeiden und Kosten sparen.

Auf zwei Rädern mit Ökostrom zum Kunden? Das ist gut fürs Image

Elektromobilität bedeutet jedoch nicht, immer im Auto unterwegs zu sein. Zumal das Angebot an passenden Fahrzeugen noch sehr begrenzt ist. Obwohl in gewerblichen Fuhrparks Zweiräder eher selten vorkommen, bietet EnBW mit ihrem E-Bike Elmoto Gewerbe- und Industriekunden eine Alternative zum Auto. Das 45 km/h schnelle Elmoto kommt mit einer Ladung Strom 65 Kilometer weit und kostet inklusive Ladestation 5.000 Euro. Eingesetzt wird das E-Bike laut EnBW vorwiegend als Dienstfahrzeug für Botentouren und Termine in der Umgebung.

Noch zurückhaltend gibt sich Vattenfall. Der Stromanbieter testet derzeit in unterschiedlichen Modellregionen, welche Anforderungen die künftige Kundschaft stellt. Insgesamt betrachtet will das kommerzielle Geschäft aber nicht so recht in Gang kommen. "Es scheint, dass alle auf die längst überfällige Steuerermäßigung warten", vermutet Peter Hellwich von der Fuhrparkberatung PHS. Doch ob diese kommt, bleibt unklar. Deshalb sein Tipp: Wer künftig auf E-Autos in seiner Flotte nicht verzichten will, sollte sich rechtzeitig darum kümmern. Der Experte geht von einer Vorlaufphase von rund zwei Jahren aus.

Datum

16. November 2011
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