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Parkrempler nehmen zu: Enge Parkplätze sorgen für Extra-Kosten

Autos werden immer breiter, doch Parklücken, Parktaschen oder Parkhauseinfahrten wachsen nicht mit. Wenig verwunderlich ist, dass die Zahl der Parkrempler in den letzten Jahren zugenommen hat. Das hat aber auch noch andere Gründe.

Ein genormter Parkplatz muss mindestens 2,30 bis 2,50 Meter breit sein, so schreiben es die Garagen- und Stellplatzordnungen der Länder vor. Der Golf – Deutschlands meistverkauftes Auto – ist inklusive Außenspiegeln zwei Meter und drei Zentimeter breit. Bleiben also im ungünstigsten Fall noch 13,5 Zentimeter Platz auf jeder Seite, um den Kompakten in eine Norm-Parklücke zu zirkeln. Das ist etwas mehr als eine Handbreit, eine Herausforderung, die längst nicht jeder immer kratzerfrei schafft. Weitere Schäden drohen beim Öffnen der Türen.

Untersuchungen der Allianz-Unfallforschung belegen dies. Fast jeder zweite Unfall, für den die Versicherung aufkommen soll, geschieht bei niedriger Geschwindigkeit: Etwa 45 Prozent aller Kraftfahrzeug-Haftpflichtschäden und 40 Prozent aller Vollkasko-Kollisionsschäden fallen in die Kategorie der Park- und Rangierunfälle.

Neben den Abmessungen sorgt schlechte Rundumsicht für Unsicherheit

Nach den Erfahrungen des Unfallforschers Johann Gwehenberger sind auch die größeren Fahrzeugabmessungen bei gleich bleibenden Parkflächen Ursache für die zunehmenden Parkrempler, aber nicht nur: "Die Sicht beim Rangieren, insbesondere durch die Scheiben nach hinten und zur Seite, ist wegen der modernen Struktur- und Designanforderungen oft deutlich eingeschränkt."

Das zeigen wiederum die Statistik-Zahlen: Etwa drei Viertel der Park- und Rangierunfälle ereignen sich beim Rückwärtsfahren, meist während des Ausparkens. Parkpiepser und Rückfahrkamera können dabei nur bedingt helfen, meint Gwehenberger: "Unsere Analysen haben gezeigt, dass sich Autofahrer teilweise zu sehr auf die derzeitigen warnenden Systeme verlassen." Denn alles können Rückfahrkamera und Parkpiepser nicht sehen. Zudem reagieren Autofahrer nach Analysen der Unfallforscher auch oft zu langsam auf die Warnungen der Einparkhilfen.

Allerdings gibt es Hoffnung für die Zukunft: 360-Grad-Rundumsicht, automatische Ein- und Ausparkhilfen und Notbremssysteme für Rangiervorgänge dürften das Risiko von Parkschäden minimieren. Derartige Systeme gibt es bereits. So erkennen vier vernetzte Kameras der Mercedes S-Klasse Hindernisse unterhalb der Fensterlinie, die für den Fahrer nicht sichtbar sind und ermöglichen so auch einen Schutz für Felgen vor Bordsteine. Auch das Oberklasse-SUV Volvo XC90 überwacht das Fahrzeug künftig auf 360 Grad. Der Stuttgarter und der Schwede erkennen beim Ausparken auch den Querverkehr, ein Feature das VW gerade neben dem Sportsvan auch weiteren Modellen spendiert hat.

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ADAC

Datum

6. August 2014
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