Alles über Elektroautos im Praxistest
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Fahrbericht Peugeot iOn: Voll alltagstauglich

Selbstversuch: eine Woche mit dem Peugeot iOn ins Büro, in die Schule und in den Biergarten.

Zugegeben, ein bisschen aufgeregt bin ich schon. Das ist meine erste Fahrt mit einem Elektroauto – und dann gleich 60 Kilometer vom Büro nach Hause. Der weiße Flitzer macht einen guten ersten ­Eindruck. Viel Raum, vier Sitzplätze und auch der Kofferraum (166 Liter) scheint groß genug für den Wocheneinkauf.

Jetzt muss der iOn nur noch seine Alltags- und Familientauglichkeit unter Beweis stellen. O.k., Schlüssel rein, drehen. Läuft der Motor? Keine Ahnung, ich gebe einfach mal ein bisschen Gas. Ups, schon geht's los. Die ersten Meter muss ich mich erst mal orientieren: Das Display zeigt 126 Kilometer Reichweite an. Das müsste eigentlich locker reichen. Also, dann auf in Richtung A 8. Allerdings ist vom viel ­beschworenen Drehmomentwunder „Elektromotor“ beim iOn nicht so wahnsinnig viel zu bemerken. Nach kurzer zackiger Beschleunigungsphase geht ihm ziemlich schnell die Puste aus. Aber vielleicht ist das auch gut so, denn wilde Ampelstarts und schnelle Autobahnfahrten gehen sofort zulasten der Reichweite. Die variiert zuweilen sehr stark. Dann können aus real zurückgelegten fünf Kilometern schnell 30 Kilometer weniger auf dem Display werden. Und die Freude über die eben erreichten 141 km/h weicht aufkeimender Nervosität. Die Konsequenzen: Ab hinter den Lkw, außerdem muss es für die restliche Strecke ohne Klima und Radio gehen. Trotzdem verzeiht die Batterie derlei Tempo-Eskapaden nicht. Daheim angekommen zeigt das Display nur noch 30 Kilometer Restreichweite an.

Verlängerungskabel und Carport-Steckdose ersetzen die Ladestation

Ob das noch die knapp 13 Kilometer zur Post und Schule reicht? No risk, no fun! Die Kinder freuen sich über das ungewohnte Gefährt. „Echt cool, sieht aus wie ein richtiges Auto, hat der überhaupt einen Motor?“, um nur einige Kommentare zu nennen. Was aber noch viel wichtiger ist, der Peugeot iOn schafft es locker wieder nach Hause.  Jetzt muss das Auto nur noch an die Steckdose. Und weil wir keine Ladestation haben, müssen Verlängerungskabel und Carport-Steckdose herhalten. Doch wehe man vergisst das Prozedere nach einem lustigen Abend im Biergarten. Immerhin braucht der iOn zwölf Stunden für eine volle Batterie. Das kann den Aktionsradius unter Umständen deutlich einschränken. Nach etwa sechs Stunden zeigt das Display lediglich 78 Kilometer Reichweite an. Wer dann am Zielort keine Lademöglichkeit hat, kommt schnell in Schwierigkeiten.

Damit beginnen auch die Probleme für E-Auto-Anfänger. Trotz guter Vorbereitung wird die Fahrt in die Stuttgarter City zur Nervenprobe. Dort, wo laut EnBW-Onlineangaben eine Ladestation sein sollte, ist nicht mal ein Parkplatz. Selbst die Dame der Energie-Hotline ist ratlos. Ohne die Hilfe einiger Passanten wären wir ziemlich aufgeschmissen gewesen. Doch Ende gut, alles gut. Wenn die Anschaffungskosten von 24.700 Euro nicht so hoch wären, ich würde wohl demnächst zum exklusiven Klub der E-Autofahrer gehören.

Autor

Foto

Augustin

Datum

5. Oktober 2012
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