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Pkw-Maut: Mobilitätsverbände nehmen gemeinsam Stellung

Der Verband Deutsches Reisemanagement (VDR), das Netzwerk intelligente Mobilität (NiMo) und der Bundesverband CarSharing (bcs) sprechen sich gemeinsam gegen die Mautpläne von Bundesverkehrsminister Dobrindt aus.

Wenn überhaupt, sei sie geeignet für begrenzte Straßennetze, aber nicht für insgesamt 645.000 km Autobahnen, Bundes-, Land-, Kreis- und Kommunalstraßen. Eine Vignette –insbesondere bei vollständiger Kompensation durch gleichzeitige Reduzierung der Kfz-Steuer – habe keine lenkende Wirkung, so die Verbände. Durch Ausweitung auf das Kommunalstraßennetz sei es eine Pflichtabgabe, der man sich auch durch Veränderung des Mobilitätsverhaltens nicht entziehen könne. Sie treffe wie jedes Pauschalsystem vor allem die Wenigfahrer und belohne die Vielfahrer durch geringere Kilometerkosten.

Zudem werde eine Vignette, die pauschal auch die Kommunalstraßen einbezieht, die Einrichtung von City-Maut in besonders belasteten Innenstadtlagen der Ballungsräume erschweren, da sich eine zusätzlich Abgabe auf bereits mautpflichtigen Kommunalstraßen nicht durchsetzen lasse. Weiter geben die Verbände zu Bedenken, dass das vorliegende Konzept zwar mit dem Koalitionsvertrag vereinbar sein mag, es aber den von der Bundesregierung mit beschlossenen übergeordneten Plänen der Europäischen Union widerspreche.

Statements der Verbandsvorsitzenden

NiMo-Vorsitzender Michael Schramek: "Deutschland würde damit das erste Land Europas mit einer generellen Eintrittsgebühr. In allen anderen Ländern sind nur die Autobahnen betroffen. Das wird deutliche Folgen auf den grenzüberschreitenden Austausch haben. Unabhängig davon, ob unsere Nachbarn nachziehen oder nicht: Er wird sich verteuern und damit reduzieren. Statt zukunftsorientiert und konsequent zu handeln, ist das Mautkonzept ein Schritt in die falsche Richtung! Zur Unterstützung der Energie- und Verkehrswende braucht Deutschland ein nutzungsabhängiges Mautsystem, wie es seit vielen Jahren beispielsweise in Frankreich, Italien oder Spanien praktiziert wird. Wobei man sich heutzutage digitaler Hilfsmittel statt Mautstationen bedienen kann und sollte, unter Berücksichtigungder Privatsphäre der Autofahrer und des Datenschutzrechts. Die für Lkw geschaffene Mautinfrastruktur kann, muss aber nicht die Basis dafür bilden. Hinzukommen sollte eine gleichberechtigte steuerliche Behandlung aller Verkehrsmittel statt der aktuellen Bevorzugung des Autos."

VDR-Präsident Dirk Gerdom: "Die pauschale Infrastrukturabgabe, wie sie unser Verkehrsminister plant, ist eigennützig und wenig durchdacht. Noch ist nicht klar, ob es bei Dienst- bzw. Firmenwagen auf eine Nutzer- oder Eigentümerhaftung hinauslaufen wird. Sollte die Abgabe an die Kfz-Steuer gekoppelt werden, dann muss laut Bundesverkehrsministerium derjenige die Kosten für die Plakette tragen, der den Wagen zugelassen hat, weil er damit auch für die Zahlung der Kfz-Steuer zuständig ist. So oder so ist es eine deutliche Schlechterstellung, entweder für Unternehmen oder für die Arbeitnehmer mit Firmenwagen. In der Praxis werden die gestaffelten Beiträge zusätzlich für aufwändige Prozesse sorgen. Und das nicht nur in Unternehmen, auch in den zuständigen Behörden, so dass ein Großteil der Einnahmen aus der Maut von Bürokratie- und Überwachungskosten aufgehoben wird."

Willi Loose, Geschäftsführer des Bundesverbandes CarSharing e. V.: "Der bcs setzt sich als Verband grundsätzlich dafür ein, das Auto intelligent zu nutzen. Eine Flatrate zum Autofahren widerspricht jedem Ansatz, mit verkehrslenkenden Maßnahmen ein ausgewogenes Verkehrssystem zu unterstützen, in dem die Verkehrsmittel multimodal, je nach den jeweiligen Stärken für die kommende Fahrt, eingesetzt werden. Es ist dringend geboten, zukünftig mehr Transparenz zu den Kosten des Verkehrs zu schaffen. Die vorgeschlagene Maut-Lösung des Bundesverkehrsministers ist das Gegenteil davon."

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Fotolia S.Zitzmann

Datum

15. Juli 2014
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