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Dienstreise: 10 Tipps für Reisen in gefährliche Länder

Mitarbeiter globaler Unternehmen sind auf Terminen weltweit unterwegs. Auch in gefährlichen Ländern und Krisenherden. So schützen Sie die Belegschaft.

Das Travel Management muss die Gefahren kennen und den Mitarbeiter darauf vorbereiten (618 BGB und §1 ArbSchG). Wie erkenne ich ein gefälschtes Taxi in Rio? Wie finde ich ein sicheres Hotel in Pakistan? Was bedeutet Regenzeit in Zentralafrika?

Wobei Gefahren nicht nur in der dritten Welt lauern, wie die aktuellen Unruhen in der Türkei oder die Erdbeben in Italien im Mai 2012 zeigen. Auch die Überschwemmungen im Juni dieses Jahres haben deutsche Geschäftsreisende in Tschechien und Österreich überrascht. Oliver Hirt von Litehouse Consulting berät Firmen in Sachen Reisesicherheit und –medizin. "Die Frage ist nicht, wo es mich erwischt, sondern wie ich es verhindern kann“, sagt er. FIRMENAUTO hat hier wichtigsten Tipps für Unternehmen und Reisende ins ferne Ausland zusammengestellt.

Für das Unternehmen:

1. Vorbereitung

Informieren Sie intensiv über das Zielgebiet. Wie ist das Klima, gibt es politische Unruhen, muss sich der Mitarbeiter impfen lassen? Das Auswärtige Amt veröffentlicht kostenlos Reisewarnungen und Länderinformationen. Laden Sie alle betroffenen Kollegen (Reisestelle, Personalabteilung, Werkssicherheit, medizinischer Dienst, Versicherungsabteilung, zu einem Workshop ein. Bauen Sie ein Präventiv-Programm auf sowie einen Leitfaden für die Hilfe im Notfall. Bei längeren Entsendungen gibt es spezielle Regelung zur Sozialversicherung (Infos unter www.dvka.de). Seien Sie vorbereitet, Ihre Kollegen im Notfall ganz schnell nach Hause holen zu müssen.

2. Papiere

Sorgen Sie rechtzeitig für alle nötigen Papiere (Pässe, Visa, Impfungen, Versicherungen, internationaler Führerschein). Kopieren Sie die Unterlagen und erfassen Sie alle Reisedaten (Kontaktdaten, Handy-Nummer, Adressen) zentral. Richten Sie eine Notfallnummer für die Kollegen ein, die rund um die Uhr und auch am Wochenende erreichbar ist.

3. Medizin

Malaria, Diphterie, Tollwut- welche medizinischen Risiken gibt es vor Ort? Stellen Sie sicher, dass die Kollegen geimpft sind und entsprechende Unterlagen mitführen (internationale Dokumente, Versicherungsschutz). Bestehen chronische Krankheiten? Dann ein Zusatzdepot an Medikamenten mitführen, falls der Aufenthalt ungeplant länger dauert. Erste-Hilfe-Kurse speziell für Geschäftsreisende einführen, damit sich die Kollegen in medizinisch schlecht versorgten Gebieten notfalls selbst helfen können.

Für den Reisenden

1. Geld

Sorgen Sie für genügend Devisen, die Sie auf mehrere Geldbeutel verteilen. Im Zweifel direkt am Flughafen tauschen. In manchen Gebieten gibt es kaum Banken, geschweige denn Bankomaten. Niemals schwarz Geld tauschen, vor allem nicht, wenn Sie die Währung nicht kennen. Um mit Kreditkarte an Bargeld zu kommen, brauchen Sie die PIN.

2. Gepäck

Wichtige Papiere immer im Handgepäck mitnehmen. Koffer nicht mit komplettem Namen beschriften, sondern unverfänglich und nur mit Initialen und ohne Firmennamen. Reisen Sie leicht und passen Sie die Kleidung an Klima und örtliche Sitten ein. In Brasilien ist der Wollanzug fehl am Platz, der Japaner findet knallige Krawatten nur peinlich.

3. Autofahren

Mietwagen gibt es überall: Aber wollen Sie sich wirklich selbst ins Verkehrschaos von Kairo oder Delhi stürzen? Korrupte Polizisten sehen ausländische Autofahrer gerne als willkommene Geldquelle. Mieten Sie lieber ein Taxi oder einen Mietwagen mit Fahrer. Buchen Sie nur über vertrauenswürdige Agenturen. Sollten Sie in gefährlichen Gebieten doch selbst am Steuer sitzen und ein Tier anfahren: Gas geben und den Vorfall der nächsten Polizeistelle melden.

4. Sicherheit

Kleiden Sie sich unauffällig. Lassen Sie Schmuck und teure Uhren zuhause. Halten Sie Kleingeld in der Hosentasche parat. Werden Sie von Kinderbanden überfallen, werfen Sie das Geld auf den Boden, das lenkt ab. Bei Waffengewalt nicht zicken, sondern sofort alle Wertsachen abgeben. Im Zweifel Personenschützer/Sicherheitsexperten engagieren.

5. Frauen

Reisen Sie möglichst in Gruppen. Ein Rasierapparat, eine zweite Zahnbürste und andere Männerutensilien im Hotel warnt Einbrecher. Kleiden Sie sich niemals aufreizend, insbesondere nicht in männlich dominierten Regionen (in muslimischen Gebieten Haare oder sogar den ganzen Körper verschleiern).

6. Ernährung

Achten Sie extrem auf Hygiene. Frisches Obst immer schälen oder mit sicherem Wasser waschen. Kein Leitungswasser trinken und auch zum Zähneputzen Mineralwasser verwenden. Die Flasche genau untersuchen – ist sie original verschlossen? Vorsicht bei Straßenständen: Wie sieht es mit der Hygiene aus, wo werden die Teller gespült. Auf chinesischen Märkten nur mit eigenen Stäbchen oder originalverpackten Wegwerfstäbchen essen. Auch nicht durchgebratenes Fleisch kann Krankheiten übertragen, speziell Geflügel.

7. Lokalisierung von Reisenden und Länderdatenbanken

Zur Bestimmung des Aufenthalts-Ortes Ihrer Kollegen bieten diverse Unternehmen eine Lokalisierung der Reisenden über die Buchungsdaten an. Dies erfolgt oftmals in Kombination mit dem automatischen Versand von Reisewarnungen entsprechend der Destination. Diese Systeme sind mittlerweile sehr kostengünstig und mit einer Länderdatenbank verbunden, die etwas ausführlicher als die des Auswärtigen Amtes sind. Unbedingt empfehlenswert ab einer Anzahl von mehr als 100 Reisenden im Unternehmen, da auch Sie im Notfall aktiv kontaktiert werden, wenn ein globales Ereignis einen Ihrer Reisenden bedroht.

Autor

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Fotolia/Tijana

Datum

8. Juli 2013
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