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Reform der AU geplant: Wird die Endrohrmessung wieder Pflicht?

Eine Abgasuntersuchung allein per On-Board-Diagnose reicht nicht. Bundesverkehrsminister Dobrindt will wieder per Endrohrsonde messen lassen.

Für die meisten Autobesitzer ist sie ein Relikt der Vergangenheit, doch nun könnte sie ihr Comeback feiern: die allgemein verpflichtende Endrohr-Sondenmessung im Rahmen der Abgasuntersuchung (AU). Während des Neujahrsempfangs des Kfz-Gewerbes Bayern hat Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt bekräftigt, dass die schon seit längerem von Prüforganisationen geforderte verpflichtende Abgasmessung am Endrohr unverzichtbar sei.

Der Präsident des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK), Jürgen Karpinski, betonte beim Neujahrsempfang zudem, das eine flächendeckende Umsetzung der modernisierten AU bei den über 36.000 AU-Betrieben in Deutschland möglich sei. Seiner Ansicht nach diene „die verpflichtende Endrohrmessung […] dem aktiven Umweltschutz.“ Weil die OBD-Prüfung zu unsicher ist, wollen sich ZDK, Überwachungsorganisationen und Dobrindt künftig gemeinsam für eine AU-Reform und schärfere Abgas-Grenzwerte einsetzen

Bei Fahrzeugen mit einer Erstzulassung ab 2006 wird in der Regel auf eine Endrohrmessung verzichtet. Stattdessen verlassen sich die Prüfer auf die Werte der elektronischen On-Board-Diagnose (OBD). Ist laut dieser Angabe alles im grünen Bereich ist, bekommt das Fahrzeug seine neue Plakette. Eine Endrohrmessung erfolgt bei den nach 2006 zugelassenen Fahrzeugen nur, wenn die OBD-Diagnose Fehler anzeigt. Aktuell werden laut ZDK bei rund 15 Prozent der untersuchten OBD-Fahrzeuge zusätzliche Endrohrmessungen durchgeführt.

Ganz neu ist die Diskussion um eine verpflichtende Endrohrmessung übrigens nicht. Bereits vor einigen Jahren hat der ADAC vor den damit einhergehenden Mehrkosten für den Autofahrer gewarnt und zudem den Nutzen des Messverfahrens in Frage gestellt. Der Verband der Technischen Überwachungsvereine VdTÜV hält entgegen, dass mit Hilfe der Sondenmessung mehr Fahrzeuge mit eigentlich schlechten Abgaswerten entlarvt würden.

Bei einer verpflichtenden Sondenprüfung würde die AU in jedem Fall teurer werden. Die Mehrkosten bewegen sich allerdings im einstelligen Eurobereich. Ein möglicher Zeitpunkt für die Reform der AU wurde noch nicht genannt,

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ProMotor/Timo Volz

Datum

16. Februar 2017
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