Alles über Reifenmanagement
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Reifenkosten optimieren: Die beste Strategie

Teure Reifendruck-Sensoren, mehr Arbeitszeit und Spezialwerkzeug treiben die Preise für den Reifenwechsel nach oben. Wir zeigen, wo Flottenbetreiber Kosten optimieren können.

Winterräder ab-, Sommerreifen aufmontieren, Radmuttern festziehen und fertig? Von wegen, seit der Einführung von Reifendruck-Kontrollsystemen in den meisten Fuhrparks geht das nicht mehr so schnell. Die Anforderungen sind gestiegen. So müssen die Mechaniker Sensoren, Ventile und Batterien kontrollieren und unter Umständen austauschen.

Das alles belastet das Budget (siehe Kasten). Knapp fünf Prozent der gesamten Fahrzeugkosten entfallen auf den Posten Reifen. »Da steckt enormes Einsparpotenzial. Eine wichtige Rolle spielen Lager- und Reparaturkosten, Umrüstzeiten, Fahrerbetreuung sowie die Kontrolle der Reifen«, sagt Birgit Grobusch, Fuhrparkberaterin und Interims-Fuhrparkmanagerin.

Lassen Sie die gesetzlichen Vorgaben nicht außer Acht

Manchmal sind es nur ein paar Cent, insgesamt betrachtet können sich aber Einsparpotenziale von mehreren Tausend Euro ergeben, je nach Flottengröße, Einsatzarten, Modellen und Laufleistung. Die gesetzlichen Vorschriften verlangen zwar nicht, dass der Fuhrparkverantwortliche als Halter Premium-Reifen auf die Firmenwagen aufzieht. Er muss seiner Fürsorgepflicht dennoch nachkommen und auf Qualität achten. "An der Sicherheit darf nicht gespart werden. Markenreifen müssen Standard sein", sagt Grobusch. Für die optimale individuelle ­Lösung ist der Fuhrparkmanager gefragt. Er muss sich entscheiden: Übergibt er das Thema der Leasinggesellschaft und bucht ein Reifenmodul? Arbeitet er direkt mit einem Reifendienstleister zusammen oder kümmert er sich selbst um Sommer- und Winterreifen, beispielsweise mit dem Autohaus in der Nähe.

Erst wenn man alle Kosten kennt, ist eine fundierte Entscheidung möglich

Vorab gilt es aber, den Bedarf zu ermitteln. Welche Reifen, welche Felgen sind im Umlauf und werden künftig benötigt? Darüber hinaus müssen alle Laufzeit- und Laufleistungskombinationen berücksichtigt werden. Im nächsten Schritt sollte der Fokus auf Services wie Einlagerung, Auswuchten, Rechnungsstellung, Terminerinnerung oder Reportings liegen.

Das Modul Reifenmanagement gehört bei Leasinggebern zum Portfolio. Dienstleister kümmern sich dann um Einlagerung, Entsorgung, Vor-Ort- sowie Hol- und Bringservice. Auch die freie Markenwahl zählt bis auf wenige Ausnahmen zum Standard. Unterschiede gibt es aber in der Einschätzung, ab welcher Profiltiefe Reifen als abgefahren gelten. Sie liegen, je nach Anbieter, zwischen der gesetzlichen Mindestvorgabe und drei Millimetern bei Sommerreifen. Wer noch kurz vor der Rückgabe des Leasingfahrzeugs neue Reifen aufziehen muss, hat dann das Nachsehen. Wichtig ist auch, dass der Fuhrparkleiter die Kalkulation seines Anbieters nachvollziehen kann.

Erst wenn man beide Kosten gegenüberstellen kann, ist eine fundierte Entscheidung möglich. Entsprechend sollten vor der Entscheidung für oder gegen eine Full-Service-Pauschale auch die tatsächlichen Kosten über die Laufzeit der Reifen bekannt sein. Liegen diese Daten intern nicht vor, helfen Spezialisten wie Tec Alliance.

Insbesondere kleinere und mittlere Fuhrparks können von den Einkaufskonditionen der Leasinggesellschaften profitieren. Dennoch sollte man die Konditionen im Auge behalten. So ist die Übernahme des Verschleißrisikos ein kleiner, aber feiner Unterschied, der über die Rechtmäßigkeit von Risikoaufschlägen entscheidet und bei Nachzahlungen auch Einfluss auf die verbindliche Budgetierbarkeit der Reifenkosten hat.

Es lohnt sich, bei Service und Gebühren genau hinzuschauen

Dagegen steht das Argument, dass bei Leasinggesellschaften in der Regel Subunternehmen diese Aufgabe übernehmen, die auch Geld verdienen wollen. Man sollte also genau hinschauen, wer was macht. Es kann sich durchaus lohnen, die Reifenmontage oder Einlagerung an das Autohaus zu vergeben oder  sie selbst zu übernehmen. Alternativ kann das Reifenmanagement bei der Leasinggesellschaft bleiben, mit der Auflage, dass diese die Reifen bei einem vorher vom Kunden bestimmten Händler beziehen muss.

Auch die bundesweit arbeitenden Reifenhandelsketten bieten Servicepakete, einschließlich professioneller Fuhrparkanalysen. Die Dienstleistungen im Kerngeschäft reichen bis zum 24-Stunden-Service, Reportings, Kundenkarten oder Reifenreparaturen. Die Angebote unterscheiden sich nur marginal. Mobile Fitting ist Standard, ebenso wie UVV-Prüfungen, Smart Repair oder ­Führerscheinkontrolle. Je nach Größe und Einsatzart der Flotte sollte man die Kosten sorgfältig ab­wägen. Tipp: Lassen Sie sich genau aufzeigen, wie viel der komplette Reifenservice pro Kilometer kostet. Wenn die Leistung stimmt, entscheidet bei den meisten Fuhrparkbetreibern letztlich der Preis.

Reifendrucksysteme - Diese zwei Varianten gibt es

Die günstigste Variante ist ein indirektes RDKS, das über die ABS/ESP-Sensoren läuft. Hier wird die Geschwindigkeit des Reifens gemessen. Bei Druckverlust verringert sich sein Abrollumfang und er dreht schneller, was dem Fahrer gemeldet wird. Allerdings können indirekte Kontrollsysteme nicht erkennen, welcher Reifen Druck verliert. Viele Hersteller verwenden deshalb ein teureres, direktes RDKS in den Reifenventilen. Dessen Sensoren senden ein Signal an die Bordelektronik. So wird dem Fahrer exakt übermittelt, welcher Reifen welchen Druck hat. Die Nachrüstung bei neuen Reifen ist sehr kostspielig und kann bis zu 420 Euro zusätzlich kosten.

Praxisbeispiel: So macht es Euromaster
Reifenservice für 1.680 Fahrzeuge von Transgourmet

Kosten reduzieren und Effizienz steigern, so lauten die Vorgaben von Transgourmet an Euromaster. Das Unter­nehmen unterhält eine Flotte mit rund 1.000 Pkw und 680 Lkw. Künftig werden laut Euromaster im Rahmen eines vierteljährlichen Fuhrparkchecks sämtliche Reifen auf Beschädigungen, Profiltiefen und Luftdruck überprüft und bei Bedarf unmittelbar Korrekturmaßnahmen vorgenommen. Gleichzeitig versprechen sich die Verantwortlichen, vor allem im Lkw-Bereich, durch diese Maßnahmen weniger Reifenverschleiß, einen geringeren Kraftstoffverbrauch und dadurch weniger CO2-Ausstoß. Einheitliche Konditionen und die Zusammenarbeit mit einem einzigen Partner könnten darüber hinaus Abläufe optimieren und Prozesse verschlanken. Dazu gehört auch, dass die Pkw-Flotte nach Ablauf der Herstellergarantie modellunabhängig und bundesweit über Euromaster-Filialen betreut werden.

Autor

Foto

Euromaster

Datum

16. März 2016
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