Alles über Schadenmanagement/Unfallabwicklung
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Schadenmanagement: Wie Dienstleister helfen können

Ein professionelles Drittschadenmanagement wie das der Innovation Group wickelt den Schaden des Unfallgegners ab. Das kann das Image positiv beeinflussen und zu niedrigeren Versicherungsprämien führen.

Wenn der Fahrer einen Unfall verursacht, ist es ärgerlich. Wenn damit dann auch noch ein Imageverlust für das Unternehmen einhergeht, umso mehr. Denn der Geschädigte, der sich nach einem unverschuldeten Unfall in der Regel um alles selbst kümmern muss, wird den Unfallverursacher samt seinem Arbeitgeber nicht unbedingt positiv im Gedächtnis abspeichern.

Ganz anders könnte die Sache aussehen, wenn sich ein Schadensteuerer um den Geschädigten und die Reparatur am Fahrzeug kümmert. "Dann verbindet der geschädigte Autofahrer mit dem Unternehmen nicht mehr den Unfall, sondern die Schadenhilfe", sagt Marco Weitner, Direktor Fleet & Network der Innovation Group. Das Tochterunternehmen Claim Bees kümmert sich innerhalb der Gruppe um das sogenannte Drittschadenmanagement. Noch betreibt dies kaum eine Flotte. Weitner: "Momentan liegt die Steuerungsquote bei Haftpflichtschäden gerade mal bei vier Prozent.

Pro Haftpflichtschaden 700 Euro sparen

Doch wie funktioniert ein solches Drittschadenmanagement eigentlich? Kommt es zu einem Unfall, kontaktiert Claim Bees den Geschädigten bis zu vier Mal innerhalb von 24 Stunden. Wer auf die Frage: "Können wir helfen?", mit Ja antwortet, den unterstützt die Innovation Group bei der Abwicklung des Schadens mit der Versicherung und bei der Reparatur am Fahrzeug. Nach einer Studie des Fraunhofer Instituts kostet ein gesteuerter Haftpflichtschaden durchschnittlich 696 Euro weniger als ein ungesteuerter. Das freut die Versicherer. Mittelfristig profitieren aber auch Firmenflotten durch niedrigere Prämien bei der Kfz-Versicherung. Stephan Sauereisen von der Württembergischen Versicherung freut sich über jede Flotte, die das Dritt­schaden­manage­ment professionell betreiben lässt: "Die Kfz-Haftpflicht-Prämien sind einfach zu hoch."

Im vergangenen Jahr haben die Mitarbeiter von Claim Bees bei mehr als 32.000 Geschädigten angerufen. "Rund 30 Prozent haben unsere Schadenhilfe, jeder sechste Geschädigte unseren Reparaturservice im Fall des Haftpflichtschadens angenommen", sagt Weitner. Die Innovation Group kann auf ein bundesweites Netz von 1.200 Werkstätten, die entweder Dekra- oder TÜV-zertifiziert sind, zurückgreifen. In diese Betriebe – in der Regel handelt es sich um freie Werkstätten – hat die Gruppe im letzten Jahr mehr als 300.000 Schäden vermittelt. Darunter sind auch 110.000 Autoglasschäden, die in einer der 350 Stationen des Franchisesystems Wintec repariert wurden. Dieses Netz gehört seit 2011 zur Gruppe.

Die Innovation Group ist für mehr als 60 Versicherungen und mehr als 150 Flotten ab 100 Fahrzeugen in dem Bereich der Schadensteuerung aktiv. Dass dem Schadensteuerer und seinen Werkstattpartnern mittelfristig das Geschäft ausgeht, glaubt in dem Unternehmen keiner. "Die Autos werden zwar durch immer mehr Assistenzsystemen an Bord sicherer, doch die Städte werden nicht größer, die Autos aber schon", nennt Innovation-Chef Matthew Whitall ein Beispiel. Außerdem lassen sich immer mehr Fahrer durch Handys oder Navigationssysteme beim Fahren ablenken. Die Schäden durch Auffahrunfälle würden seiner Meinung nach also eher zu- statt abnehmen.

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Schadenmanagement kann mehrere Hundert Euro einsparen

Wachstum erhofft er sich aber vor allem durch noch mehr Flotten, die ihr Schadenmanagement auslagern wollen. Für sie übernimmt die Innovation Group die gesamte Kommunikation bei einem Unfallschaden und organisiert die Regulierung mit der Versicherung bis hin zur vollständigen Policen-Betreuung. Momentan arbeitet die Gruppe mit Hochdruck an der weiteren Digitalisierung des Schadenmanagements. Eine Schaden-App und eine elektronische Fahrermappe für Fuhrparkbetreiber sind schon im Einsatz.

Bereits 2013 analysierte Fraunhofer IAO die Kosteneinsparungen durch Schadenmanagement im Vergleich zu ungesteuerten Schäden. Im Kasko-Fall können die Ausgaben um rund 330 Euro gesenkt werden, in der Kfz-Haftpflicht um bis zu 433 Euro. "Wir können schon deshalb günstiger anbieten, weil die Stundenverrechnungssätze in unseren Werkstätten deutlich niedriger sind", erläutert Whitall. Als Beispiel führt er Stundenverrechnungssätze in Süddeutschland an, die bei den Partnern der Innovation Group im Schnitt bei 80 Euro liegen, bei BMW-Markenwerkstätten bis zu 200 Euro betragen. Dass die Kosteneinsparungen zulasten der Qualität der Arbeit in den Partnerwerkstätten gehe, verneint er: "Wir hatten in den letzten zehn Jahren keinen einzigen Garantiefall".

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21. März 2017
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