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Schwacke-Studie: Hersteller riskieren Restwerte

Eine massive Überproduktion sorgt für Wertvernichtung bei jungen Gebrauchten.

Schwacke beziffert das Restwertrisiko in Deutschland auf mehrere hundert Millionen Euro
Eines der großen Probleme, mit denen die Autohersteller in Europa zu kämpfen haben, sind die Überkapazitäten. Um die Werke auszulasten, werden mehr Fahrzeuge produziert, als sich in einem seit sechs Jahren rückläufigen Markt absetzen lassen. Als Folge werden mit sogenannten taktischen Zulassungen und dem Mietwagengeschäft große Kontingente an Neufahrzeugen in den Markt gebracht. Schwacke weist bereits seit längerem auf die Risiken hin, die hieraus erwachsen. Nun belegt eine Studie des Schwacke-Mutterkonzerns EurotaxGlass's International detailliert die Gefahren, in die sich die Pkw-Industrie mit diesem Marktverhalten begibt.

Händler-Tageszulassungen sorgen für niedrige Gebrauchtwagenpreise

Das Risiko, welches aus dem starken Engagement der Hersteller bei Händler-Tageszulassungen und im Mietwagengeschäft resultiert, ist ein spürbarer Rückgang der Gebrauchtfahrzeug-Restwerte. Taktische Zulassungen und Mietwagengeschäft bedeuten real hohe Rabatte auf Neufahrzeuge, die sich kurzfristig und unmittelbar auch auf den Privatkunden-Markt auswirken. Hier stehen diese Kurzzeit-Zulassungen gleichermaßen in direktem Wettbewerb zu Neuwagen und jungen Gebrauchtwagen.

Schwache Restwerte bedeuten auch für Hersteller Verluste

Sinkende Gebrauchtwerte betreffen die Hersteller im Flottengeschäft direkt und massiv. Die EurotaxGlass´s Studie beziffert den möglichen Schaden alleine für die Hersteller in Deutschland im Flottengeschäft auf bis zu 428 Millionen Euro in den kommenden drei Jahren beruhend auf der Notwendigkeit, die sinkenden Restwerte entsprechend im Großkunden- und Leasinggeschäft auszugleichen. Die EurotaxGlass´s Studie weist nach, dass einzelne Pkw-Hersteller alleine im Zeitraum 2012 bis 2013 die Zahl der taktischen Zulassungen um bis zu 18,5 Prozent erhöht haben, bei manchen Marken übersteigt die Quote der Kurzzeit-Zulassungen an den gesamten Zulassungszahlen bereits die 50-Prozent-Marke.

Sinkende Restwerte schaden langfristig dem Markenimage

Im letzten Quartal 2013 waren bereits 40 Prozent aller Pkw-Neuzulassungen in Deutschland auf das Kurzzeit-Geschäft der Hersteller zurückzuführen, die Studie zählt hierzu neben den Tageszulassungen und Vorführfahrzeugen auch das Mietwagengeschäft. Diese Fahrzeuge, die nach wenigen Wochen oder Monaten weiterveräußert werden, stellen für viele private Käufer eine starke Alternative zu einem Neuwagen dar, wodurch das Neufahrzeug-Geschäft weiter unter Druck gerät. Sinkende Restwerte schaden, so die Studie außerdem, langfristig dem Markenimage.

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Daimler AG

Datum

30. September 2014
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