Sicherheit von Gasfahrzeugen Zoom

Gasfahrzeuge: Sichere Sache

Die Sicherheit von Erdgas- und Flüssiggasautos wird oft bezweifelt. Wie gefährlich sind Gasantriebe wirklich? Wir haben uns bei Experten erkundigt.

Ein Opel Kadett rauscht einem stehenden Opel Astra Caravan mit 60 km/h ins Heck. Der Längsträger des Kadett drückt das Heck-Mittelteil des Astra deutlich ein, sodass sich sogar die Reserveradmulde deformiert. Das ist kein normaler Crash: Der Caravan ist mit Autogas (Kurz LPG: Liquefied Petroleum Gas) unterwegs. Der Gastank befindet sich genau in dieser Mulde. Obwohl der Aufprall so stark ist, dass Behälter und Karosserie aufeinanderknallen, bleibt der Tank unbeschädigt.

Den Passagieren ist ebenfalls nichts passiert. In den Fahrzeugen befinden sich zum Glück nur Dummys. Das Ganze ist ein inszenierter Unfall des ADAC und die Autos sind nicht wirklich aktuell. Die Ergebnisse lassen sich aber auf alle Fahrzeuge übertragen. Der Crashtest soll beweisen, dass Autogasanlagen den bei einem Aufprall auftretenden Kräften standhalten – mit Erfolg.

Gastanks mit vielen Sicherheitsvorkehrungen ausgestattet

Damit dies so ist, müssen die Gastanks einer Vielzahl an EU-Richtlinien entsprechen. So muss die Stahlwand eines Autogastanks circa 3,5 Millimeter stark sein. Und obwohl der Tank nur auf einen Druck von maximal zehn bar ausgelegt ist, muss er aus Sicherheitsgründen einem Prüfdruck von 40 bar standhalten. So bleibt der Gastank auch bei einer Kollision unbeschädigt. Zusätzlich ist der Tank mit einem Rohrbruchventil ausgestattet. Sollte die Gasleitung undicht werden, schließt dieses Ventil im Bruchteil einer Sekunde, damit kein Gas austreten kann. Geht der Motor aus, sorgen automatisch arbeitende Ventile dafür, dass die Leitungen gasfrei bleiben.

Auch bei CNG kein erhöhtes Brandrisiko

Auch bei Erdgasautos (CNG: Compressed Natural Gas) gibt der ADAC Entwarnung. Das Brandrisiko bei CNG-Tanks ist nicht höher als bei Fahrzeugen mit Diesel- oder Ottomotoren. Das beweist der Feuertest des ADAC, der einen Opel Zafira CNG komplett abfackeln ließ. Eine Explosion blieb aus. Der Grund: Bei großer Hitzeeinwirkung sorgt ein Sicherheitsmechanismus dafür, dass das Gas kontrolliert in kleinen Mengen an die Umgebung abgegeben wird. Die Gefahr, dass der Druck im Tank steigt, besteht somit nicht.

Für Dekra-Fahrzeugprüfer Sigurd Rudolph sind Autogas- und Erdgasanlagen daher eine sichere Sache: "Wenn alle technischen Erfordernisse einwandfrei erfüllt sind, besteht bei Gasanlagen kein Sicherheitsrisiko." Das gelte für Gasanlagen ab Werk, genauso wie für nachgerüstete. Allerdings müssen alle Vorschriften eingehalten werden. "Bei Fahrzeugen, die direkt vom Hersteller mit den entsprechenden Komponenten ausgerüstet werden, muss man sich keine Sorgen machen. Die Qualitätsstandards der Fahrzeughersteller gewährleisten in der Regel einen einwandfreien Komponenteneinbau. Die Nachrüstung hingegen kann zum Beispiel das Risiko bergen, dass Gastanks nicht ordnungsgemäß befestigt oder Gas- und Elektroleitungen an den falschen Stellen verlegt werden können", erklärt Rudolph.

Einbauen darf praktisch jeder

Das Problem: Im Prinzip darf jeder, der sich dafür fähig hält, eine Gasanlage in einen Pkw einbauen. Bevor allerdings das Auto dann auf die Straße geht, muss sich die neue Gasanlage einer Gassystemeinbauprüfung (GSP) unterziehen. Die darf nur ein Sachverständiger einer Prüforganisation oder eine offizielle GSP-Werkstatt durchführen. Der Dekra-Experte empfiehlt deshalb gleich eine GSP-zertifizierte Werkstatt mit dem Umbau zu beauftragen. "Wer eine Gasanlage abnehmen darf, der weiß auch wie sie vorschriftsmäßig eingebaut werden muss", sagt Rudolph. Die späteren Wartungen erfolgen dann im Rahmen der Hauptuntersuchungen. Bei einem ordnungsgemäßen Einbau ist dann auch hier nichts zu befürchten. Sie können also bedenkenlos Gas geben.

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ADAC

Datum

29. Oktober 2013
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