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Slow Food Genussführer Deutschland 2014: Die besten Restaurants für unterwegs

Wer im Firmenwagen tagein, tagaus quer durch Deutschland unterwegs ist, freut sich abends auf ein bequemes Bett und vor allem ein gutes Essen. Wo es die regional authentische Küche gibt, verrät der "Genussführer Deutschland 2014" von Slow Food.

Dies ist der erste Führer der Feinschmecker-Bewegung, der sich ausschließlich Restaurants in Deutschland widmet. 100 Slow-Food-Mitglieder testeten tausende Gasthöfe. Nur 300 wurden den strengen Ansprüchen in Sachen regionale, traditionelle und vor allem saisonale Küche gerecht. Dort kommt nichts aus der Tüte oder Tiefkühltruhe auf den Tisch. Frische Zutaten statt Convenience Food, Geschmack statt Geschmacksverstärker und Produkte aus der Region heißt die Devise.

Regionale statt Sterneküche

Es sind meist kleinere, familienbetriebene Gaststätten, in denen der Koch morgens schaut, was der Markt für die Tageskarte hergibt. Betriebe wie die Weinstube Lamm in Stuttgart beispielsweise, in der Brigitte Idler seit Jahren hinterm Herd steht und ihre Gäste mit täglich wechselnden schwäbischen Spezialitäten verwöhnt. Gaisburger Marsch, Kalbsbraten mit Pfifferlingen oder hausgemachte Maultschen locken Genießer aus der ganzen Region in die gemütliche Weinstube. Wer nicht mehr fahren will, übernachtet ganz einfach im Hotel gegenüber.

Tipp: Gasthof Stirzer im Altmühltal

Einen Abstecher von der Autobahn wert ist auch der historische Gasthof Stirzer in Dietfurt im Altmühltal. Wer das 600 Jahre alte, verwinkelte Gebäude durch die schwere Holztüre betritt, wird von betörenden Düften aus der Küche begrüßt. Sepp Hierl ist ein überzeugter Bio-Wirt: Fisch, Fleisch und Gemüse stammen aus dem Altmühltal, die Kräuter aus dem heimischen Garten und gekocht wird nur, was gerade Saison hat. Dass sich Kreativität und Tradition durchaus ergänzen, beweist Hierl mit Gerichten wie Schweineschnitzel in Corn-Flakes-Kruste oder mit Ziegenfrischkäse überbackenem Lammrücken. Und Hierls Brez‘nknödel-Carpaccio mit Blutwurst-G’röstl ist fast schon legendär. Ein paar Bier aus der nahegelegenen Klosterbrauerei, ein Schnaps vom Schliersee: Der Gasthof ist in jeder Hinsicht ein idealer Ort, um den Tag zu beschließen, denn über eine knarzende Treppen geht’s in die einfachen, aber gemütlichen Zimmer im ersten Stock.

Wen der Hunger auf der A8 zwischen Chiemsee und Salzburg packt, sollte Inzell ansteuern. Nur wenige Minuten weg von der Autobahn, direkt am Waldrand und mit Blick auf die Berge liegt das Forsthaus Adlergaß. Dort tischen die drei Schwestern Gertrud Maier, Ursula Pastötter und Christine Waldherr bayerische Spezialitäten auf, wobei Wild aus heimischer Jagd einen Schwerpunkt der Karte bildet.

Lamm, Stirzer, Adlergaß - drei Betriebe, die stellvertretend für eine neue Esskultur stehen. Slow Food hat weltweit 100.000, in Deutschland 12.000 Mitglieder. Sie helfen, dass gutes Essen wieder den Stellenwert bekommt, den es verdient.

Schon deshalb hebt sich dieser Restaurantführer aus der Masse der Gastrobücher hervor. Erstaunlich nur, dass sich die Tipps so ungleich zwischen Nord- und Süddeutschland verteilen und teilweise regional etwas arg ballen. Ist Niedersachsen tatsächlich kulinarisches Niemandsland? Nur 17 empfehlenswerte Adressen soll es dort geben. Dafür listet der Führer alleine für den südlichen Schwarzwald über 30 Betriebe auf, spart aber die gesamte Rheinebene zwischen Freiburg und Karlsruhe aus. Aber gut Ding will Weile haben: Der Osterien-Führer, die Bibel aller kulinarischen Italien-Reisenden, brauchte auch Jahre, um sich die 1.700 beschriebenen Gaststätten zu erarbeiten.

Slow Food Genussführer Deutschland 2014
336 Seiten, Oekom Verlag
19,95 Euro

Autor

Datum

20. Dezember 2013
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