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Slow Food Genussführer: Essen für Genießer

Hotels von der Stange, Fertigerichte? Nein danke: Wer viel unterwegs ist, will gut essen und schlafen. Dieser Gastroführer verrät, wo’s am besten schmeckt.

Jedes Jahr das gleiche Spiel: Im Herbst schüttet die Gastrobranche ihre begehrten Sterne, Hauben und Pfannen aus und die Presse jubelt die Schlemmertempel hoch. Ganz andere Wege der Genussführer Deutschland, den Slow Food nun in der zweiten Ausgabe herausgibt.

Im Fokus steht nicht die hochpreisige, innovative oder experimentelle Küche, sondern Gasthöfe, die mit saisonalen Lebensmitteln aus der Region kochen. Frische Küche statt Fertiggericht heißt hier die Devise.

403 empfehlenswerte Adressen haben die Gastrotester von Slow Food gefunden, immerhin 126 mehr als in der Ausgabe 2014. Trotzdem, und das ist der einzige Kritikpunkt an dem noch jungen Restaurantführer, weist die Landkarte noch etliche weiße Flecken auf. Während sich die Empfehlungen in Süddeutschland regelrecht ballen, muss man scheinbar im Norden kulinarisch darben. Zwischen Wilhemshaven und Osnabrück ist Slow-Food-Niemandsland, ebenso in Sachsen-Anhalt. Der Grund liegt vermutlich weniger an den Köchen, sondern daran, wie sehr sich die Regionalverbände von Slow Food Deutschland engagieren. Denn die Tipps in dem Gastroführer stammen von deren Mitgliedern. Und traditionell ist Slow Food im Süden besser aufgestellt.

Besonders eifrige Testesser waren im südlichen Schwarzwald unterwegs, wo sie beispielsweise den Heinehof in der Nähe von Freiburg aufgetan haben. Die Produkte stammen aus eigener Produktion oder von Bauern aus der Region, gekocht wird klassisch badisch: Schäufele mit Kartoffelsalat, gekochtes Rindfleisch mit Meerrettichsoße, Apfel-Zimt-Parfait – so mancher Außendienstler wird diese Küche als willkommene Alternative zur schnellen Schnitzel-Küche vieler Standard-Restaurants empfinden.

Nicht alle empfohlenen Restaurants liegen so abseits wie der Heinehof. Insgesamt aber fanden die Testesser mehr gute Gaststätten auf dem Land als in den Städten. Aber das macht den Reiz dieses Führers aus: Für gute Küche nimmt man gerne einen kleinen Umweg in Kauf. Besonders, wenn auch gleich Zimmer angeboten werden. Insofern ist dieser Gastroführer ein Muss fürs Handschuhfach jedes genusssüchtigen Geschäftsreisenden.
 
Slow Food Genussführer Deutschland 2015
448 Seiten, Oekom Verlag
19,95 Euro

Autor

Datum

16. Dezember 2014
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