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Smartphone-Anbindung: Smarter fahren

Sie heißen Android Auto, Car Play oder Mirrorlink und sollen die Nutzung von Smartphones hinterm Lenkrad komfortabler und sicherer machen. Welche Rolle spielen Smartphone-Schnittstellen im Fuhrpark?

Vorboten gab es seit einem knappen Jahr, aber der Durchbruch findet jetzt statt: Auf der IAA 2015 ist kaum eine Neuvorstellung namhafter Autohersteller zu sehen, in der nicht wenigstens als Option Apple Car Play und Android Auto erhältlich wären. Beim neuen Audi A4 gibt es diese Standards etwa als »Smartphone Interface« für 400 Euro Aufpreis. Auch der neue Opel Astra, der BMW X1 sowie die Facelifts von 3er-BMW und Mercedes-A-Klasse bieten die Smartphone-Schnittstellen zu ähnlichen Aufpreisen. Und im Rahmen der Modellpflege hält die Technik bis Anfang 2016 in viele weitere Modelle Einzug

Hersteller bieten beide Systeme an

Präsentierten sich die Kontrahenten Apple und Google noch vor zwei, drei Jahren mit unterschiedlichen Herstellern als Unterstützer für ihre Smartphone-Lösungen, ist jetzt klar: Praktisch jeder Hersteller tanzt auf beiden Hochzeiten – schließlich möchte keiner von ihnen potenzielle Kunden vergraulen, nur weil diese ein Smartphone mit dem jeweils anderen Betriebssystem nutzen.

Bei Volkswagen erlebte die Smartphone-Unterstützung ihre Premiere bei den Nutzfahrzeugneuheiten T6 und Caddy und soll in naher Zukunft auf alle Serien ausgedehnt werden, beginnend mit Touran, Sharan, Golf und Passat. VW verwendet dafür die Bezeichnung "App-Connect", wohinter sich jedoch im Kern auch die Standards Car Play, Android Auto sowie Mirrorlink verbergen (siehe Kästen). Marken wie etwa Skoda, die anfangs nur auf die technisch schwächste Variante "Mirrorlink" setzen, haben die anderen Standards schnell nachgeschoben oder planen dies in Kürze.

Zwar treten die Lösungen zur Smartphone-Unterstützung im Auto bis zu einem gewissen Grad in Konkurrenz zu fest eingebauten Navigationssystemen. Doch am Siegeszug der Smartphones kommen die Autohersteller nicht mehr vorbei – die im Fahrzeug ab Werk verbauten Funktionen können mit der Aktualität und Vielseitigkeit der App-Welt einfach nicht mithalten. Wenn der Fahrer für Benzinpreis-Updates, Musik-Streaming oder Parkplatzempfehlungen aber ohnehin zum Smartphone greift, ist es nicht zuletzt im Sinne der Fahrsicherheit, wenn er dies über die leichter zu handhabenden Display- und Bediensysteme des Autos tut

Das Spiegeln von Smartphone-Apps nimmt künftig eine wichtige Rolle ein

Für Fuhrparkmanager stellt sich somit die Frage, wie wichtig sie diese neuen Funktionen nehmen soll. Werden Car Play und Android Auto in ein, zwei Jahren ähnlich wichtig wie Klimaautomatik, Navisystem oder Tempomat sein? Siegfried Trede, Leiter Fahrzeugbewertung bei der Deutschen Automobil Treuhand DAT ist davon überzeugt: "Die Anbindung via Android Auto, Apple Car Play, Mirrorlink etc. bietet zusätzlich den Komfort, dass der Smartphone-Bildschirm im Auto gut sichtbar, gut positioniert und in gewohnter Weise bedient werden kann. Diese Technologie wird dann ähnlich unverzichtbar werden, wie es mit Bluetooth als Freisprech-Standard gewesen ist."

Ähnlich schätzen dies Leasinggesellschaften und Fuhrparkberater im Gespräch mit FIRMENAUTO ein. Generell empfehlen sie Fuhrparkleitern, bei der Beschaffung stets eine etwas höhere Ausstattungen einplanen. Ausstattungen, die im höheren Segment serienmäßig seien, sollten auch in aktuelle Mittelklassemodelle hineinkonfiguriert werden. Denn nach einer Laufzeit von durchschnittlich drei Jahren können diese Features zwischenzeitlich auch in den Modellklassen darunter in der Priorität der Ausstattung von unten nach oben gewandert sein. Dass dies für die komfortable und sichere Anbindung unserer digitalen Alltagbegleiter namens Smartphone zutreffen wird, darüber besteht kein Zweifel.

Apple Car Play und Google Android Auto -
Wie funktionieren die Smartphone-Schnittstellen?

Der von Apple und Google entwickelte Standard verbindet Smartphones mit dem Infotainmentsystem des Autos – derzeit ausschließlich per USB-Kabel, in Zukunft soll die Verbindung bei iPhones auch drahtlos erfolgen können. Die eigentliche Intelligenz liefert dabei das Smartphone, der Bildschirm im Cockpit dient vor allem zur Darstellung und bei Touchscreen-Lösungen gegebenenfalls zur Eingabe. Zusätzlich werden Bedienelemente wie Lenkradtasten, Dreh-/Drücksteller und die Sprachsteuerung des Smartphones unterstützt. Apps, die auf dem iPhone laufen, müssen für die Nutzung der Car Play-Funktionen vorbereitet und von Apple eigens für den Einsatz im Auto zertifiziert sein. Auch bei Google werden Apps für Autos speziell programmiert und durchlaufen vor ihrer Freigabe im Fahrzeug einen separaten Prüfprozess.

Autor

Foto

Uli Sonntag

Datum

25. August 2015
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