Audi A6 Avant, Modelljahr 2012 Zoom

Sound-Design: Diesel fahren - V8 hören

Das Downsizing von Motoren killt den Klang. Die Sound-Designer von Eberspächer arbeiten daran, dass die Autos ihren Fahrern trotzdem Spaß machen.

Schon irritierend. Eben noch rauscht der Audi A6 auf der Teststrecke mit satt röhrendem Motor vorbei, um bei einer zweiten Fahrt nur noch leise zu säuseln. Was ist passiert? Automobilzulieferer Eberspächer hat eine Technologie entwickelt, die dem Auspuff völlig unterschiedliche Klangbilder entlockt. Schließlich wählen nicht nur Käufer von Sportwagen ihr Auto auch nach dem Klang aus. Als erster Hersteller mischt Audi den A6 Avant 3.0 TDI mit Active Sound ab.

Soundfetischisten wird allerdings der Trend zum Downsizing hart treffen. Weniger Hubraum bedeutet zwar nicht weniger Power - der Klang aber bleibt eindeutig auf der Strecke. Besonders bei Dieselmotoren: Deren Partikelfilter schlucken nicht nur Ruß, sondern saugen auch Geräusche in sich auf. Fahrzeuge mit Active Sound dagegen sollen weiterhin ungetrübten Hörgenuss bieten, mit Hilfe von Lautsprechern in der Abgasanlage, die bestimmte Frequenzen verstärken.

Den fast lautlosen E-Autos wird ein Motorensound verpasst

"Natürlich innerhalb der gesetzlichen Vorgaben", sagt Dr. Jan Krüger, Chefakustiker von Eberspächer. Er kennt von jedem Auto das genaue Klangspektrum, kann über Active Sound bestimmte Frequenzen verstärken oder verringern. "Heraus kommt die Musik, die hinten rausgeht", sagt der Akustiker. Wie die klingen soll, bestimmt letztendlich aber der Hersteller. Insbesondere Hersteller von Hybrid- und Elektrofahrzeugen dürften Interesse an dieser Technik haben, fahren ihre Einheiten doch quasi geräuschlos durch die Gegend. Theoretisch ließe sich der  Klang auch per Bordcomputer oder über die Navi steuern. "Denkbar wäre ein Stadtmodus oder ein Bergmodus und bei längeren Fahrten auf der Autobahn könnte man auf maximale Dämpfung gehen", so der Techniker.

Das Akustik-Team von Eberspächer sorgt nicht nur für den Sound, sondern kann per Gegenschall Geräusche auch nahezu komplett killen. Bisher werden Auspuffanlagen hauptsächlich mit Hilfe von Schalldämpfern gebändigt. In Zukunft könnte ein Steuergerät mit integriertem Verstärker und Lautsprecher genügen, damit das Auto die gesetzlichen Schallbestimmungen einhält. Für die Hersteller ein lukratives Angebot, lassen sich doch so bei Pkw die Kosten bis zu 60 Prozent und das Gewicht bis zu 40 Prozent senken. Nebeneffekt: Weniger Gewicht bedeutet weniger Verbrauch.

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Datum

28. Februar 2012
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