Alles über Streetscooter
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Streetscooter: KEP-Transporter mit Elektroantrieb

Bei der Entwicklung ihrer Elektro-Transporter setzt Streetscooter nicht nur auf zukunftsorientierte Technik, sondern auch auf ein neues Partnerschaftskonzept. Dekra steht beratend und prüfend zur Seite.

Die unterschiedlichsten Kompetenzen und Expertisen aus der Fahrzeug­entwicklung bündeln, vorhandene fertigungstechnische Strukturen aufbrechen, neu kombinieren und daraus eine Mobilitätsform schaffen, die der Markt so noch nicht kennt: Das ist die Idee von Street Scooter aus Aachen.

In Zusammenarbeit mit 80 mittelständischen Firmen aus allen technischen Automotive-Bereichen sowie diversen Forschungseinrichtungen wie der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen entwickelt das Unternehmen seit 2009 spezielle Elektrofahrzeuge. Eine solch umfassende Kooperation ist momentan einzigartig in der Branche. "Wenn ich Wissen teile, wird es ja nicht weniger. Ganz im Gegenteil", bekräftigt Professor Achim Kampker, Geschäftsführer von Street Scooter, den Leitsatz des Unternehmens.

Elektromobilität ist derzeit zwar in aller Munde, aber nicht jeder ist von ihrem Erfolg überzeugt. "Wir leisten immer noch Pionierarbeit und mit der absoluten und transparenten Einbindung aller Beteiligten gleich in zweifacher Hinsicht. Darauf müssen sich potenzielle Partner erst mal einlassen. Deshalb war uns nicht nur deren Dienstleistung am Ende der Entwicklung wichtig, sondern wir machten uns auf die Suche nach jemandem, der bereit war, in unser Projekt von Beginn an sein Wissen einzubringen. Mit Dekra haben wir einen solchen Partner gefunden."

50 Prototypen im Praxistest bei der Post

Ziel der Zusammenarbeit war die Entwicklung und Fertigung von 50 Vorserienfahrzeugen, die der Kooperationspartner Deutsche Post DHL einem sechsmonatigen Praxistest in seiner Flotte unterzieht. Die elektrisch angetriebenen Transporter namens Streetscooter Work sind speziell auf die Bedürfnisse von Brief- und Paketzustellern abgestimmt und werden bundesweit, hauptsächlich aber im Raum Bonn, unterwegs sein. "Wir gehen ganz gezielt an die Letzte-­Meile-Logistik heran und hier an Nutzer, die täglich nahezu identische Touren fahren. Geplante Kurzstrecken, auf denen ­eine riesige Reichweite keine Rolle spielt, sehr wohl aber die interessante Kostenrechnung", erklärt Kampker.

Elektromobilität ist in ihrer Anschaffung für einen einzelnen Endverbraucher momentan noch teuer. Dies gelte jedoch nicht mehr für Flottenbetreiber im B2B-­Bereich, die mit den Gesamtbetriebskosten über ein Fahrzeugleben hinweg rechnen. Die Streetscooter-Wagen sind deshalb auf ganz spezifische Kundenanforderungen fokussiert und reduziert. Die Post übernimmt in der Testphase Kastenwagen in Leichtbaufertigung mit Reichweiten von 40 bis 120 Kilometern, je nach Batterieumfang und Aufladung. An was aber keinesfalls gespart wird, ist die absolute Sicherheit der Elektromobile.

Ausführliche Labortests

Hier kommen die Dekra-Fachleute, die schon während der Entwicklungsphase in verschiedenen Workshops ihre Expertise zur Technik der Prototypen einbrachten, ins Spiel. Außer ausführlichen Tests zu elektromagnetischer Verträglichkeit in den Laboren von Dekra Testing & Certification im niederländischen Arnheim müssen die völlig neu konzipierten Fahrzeuge zuerst das ausführ­liche Prozedere einer Zulassung durchlaufen, bevor sie sich im öffentlichen Straßenverkehr bewegen dürfen.

Thomas Plutta, der betreuende Ingenieur vom Dekra Technology Center im brandenburgischen Klettwitz, ist amtlich anerkannter Sachverständiger und Fachspezialist für Typgenehmigungsverfahren. Plutta reicht beim Kraftfahrtbundesamt entsprechende Unterlagen ein und er ist einer der Zuständigen, wenn es um die Homologation von Serienfahrzeugen oder wie im Fall von ­Street Scooter um Einzelgenehmigungen für Testphasen geht.

Prüfung wie bei herkömmlichen Autos

Plutta prüft die Fahrzeuge nach den Vorgaben der Richtlinie 2007/46/EG. "Hier gibt es keinen Unterschied zu herkömmlichen Autos. Ich teste unter anderem Bremsen, Lenkung, Lichttechnik, Sicht und gehe mit dem Fahrzeug auf unsere speziellen Teststrecken, wo ich natürlich auch alle Einrichtungen im Fahrbetrieb überprüfe und messe", beschreibt er seine Tätigkeit.

Ergänzend nimmt Pluttas Kollege Thomas Lidzba die Street Scooter in Bezug auf die ECE-Regelung 100 unter die Lupe. Dabei geht es um die Anwendersicherheit und die Schutzmechanismen des Hochvoltsystems im Fahrzeug. "Hier zahlt sich der frühzeitige Austausch mit den Experten von Dekra aus, den wir sehr schätzen", betont Street-Scooter-Chef Kampker. Denn je weniger Beanstandungen es an der fertigen Entwicklung gibt, desto eher ­stehen die Gutachten zu den verschiedenen Einzelrichtlinien zur Verfügung.

Nach dem Praxistest und einer daraus resultierenden Überarbeitung und Optimierung auf Grundlage der Rückmeldungen der Post streben die Streetscooter-Bauer zur Mitte des Jahres eine Typgenehmigung an, um bald in großen Stückzahlen die planbare Kurzstreckenmobilität unter Strom zu setzen.

Autor

Foto

Wolfgang Grube

Datum

4. August 2014
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