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Trend: Neue Ableger der SUV

Einst waren SUV nur Nischenprodukte. Heute sind Sport Utility Vehicles als Firmenwagen akzeptiert. Die neue Nische heißt: coupéartiges Derivat.

In Zeiten, in denen jeder Hersteller mindestens ein SUV, wenn nicht sogar eines in nahezu jeder Fahrzeugklasse im Programm zu haben scheint, geht es nun an die Besetzung immer neuer Nischen: Auf dem diesjährigen Genfer Salon ist immer öfter die Rede vom „Crossover-SUV“ – einem bulligen Hochbeiner, der trotzdem noch etwas elegant-coupéhaftes haben soll. Diese Kreuzung gelingt den Herstellern mal mehr, mal weniger gut – wobei „gut“ ja auch wiederum im Auge des Betrachters liegt.

„Kraftvoll wie ein SUV, elegant wie ein Coupé und praktisch wie ein Minivan“: So wirbt zum Beispiel Honda für den neuen HR-V. Das Mini-SUV basiert auf dem Jazz und übernimmt auch dessen positiven Eigenschaften wie den variablen Innenraum, ist aber deutlich stärker dem modernen Geschmack angepasst, als der trotz neuem Design immer noch etwas biedere Kleinwagen.

Kleinwagen und Mini-SUV mit dem quasi-gleichen Konzept? Da ist Honda längst nicht der einzige Autohersteller. „Der Derivatisierungstrend ist Ausdruck eines zunehmend gesättigten Käufermarktes“, sagt Stefan Bratzel, Professor an der FH Bergisch Gladbach und Direktor des Center of Automotive Management. Um in diesem wettbewerbsintensiven Umfeld zu wachsen, versuchen die Hersteller, möglichst alle möglichen Nischen zu bedienen.“

Die „Nischisierung“ zieht automatisch einen Mix der Gattungen nach sich, neudeutsch: Crossover. Damit der fünftürige HR-V ja nicht quadratisch-praktisch wirkt, haben die Designer seine hinteren Türgriffe beispielsweise unauffällig schwarz ins Fensterdesign integriert – ähnlich wie beim artverwandten Konkurrenten Nissan Juke. Ein Kunstkniff, um das „coupéhafte“ zu betonen, und der übrigens nicht neu ist: Alfa Romeo stattete Anfang des Jahrtausends beispielsweise seinen dadurch dynamischer wirkenden 156 erstmals damit aus.

Auch Mazdas Einstieg in die Klasse der Mini-SUV kann man die Bemühung um die moderne Form ablesen: Der CX-3, der in Genf seine Europapremiere feiert, betont mit schwarzer B- und C-Säule, die mit den Fenstern eine durchgehend dunkle Fläche bis zum Heck bilden, den dynamischen Anspruch.

Eine Klasse darüber zeigt Renault in Genf seine Erweiterung in Sachen Crossover: Der Kadjar – der französische Konzernbruder des japanischen Erfolgsmodells Nissan Qashqai – ist zwar bullig, aber mit 1,60 Metern Höhe nur so hoch wie ein Golf Sportsvan.

In die Vollen greifen in Sachen Design-Kreuzungen dürfen natürlich die Studien. Mit wilden Zacken und Schwüngen betonen daher die Designer des Infiniti QX30 und des Mitsubishi XR-PHEV die Rückansichten ihrer beiden angeblich recht seriennahen Showcars.

Der Trend zum „Coupé-SUV“ hat gerade erst begonnen. Man darf gespannt sein, ob die Käufer ihn goutieren werden. Denn letztlich kostet die Coupé-Form ja häufig genau jenen Platz, den man mit dem Kauf eines SUV eigentlich erwerben wollte.

Zumal die nächste neue Nische schon vorbereitet wird: Mit dem Evoque Cabriolet bringt Range Rover im nächsten Jahr erstmals eine Kombination aus SUV und offenem Fahrzeug. Jede Wette: Auch dieser Vorreiter wird bald erste Nachahmer finden.

Autor

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Matthias Knödler

Datum

6. März 2015
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