Digitaler Innenspiegel Gentex 12 Bilder Video Zoom

Digitaler Rückspiegel: Immer freie Sicht nach hinten

Kleine Heckscheiben und große Kopfstützen auf der Rückbank schränken das Sichtfeld im Rückspiegel stark ein. Dank des voll digitalen Display-Innenspiegels von Gentex steht dem Blick nach hinten nun nichts mehr im Weg.

In Concept-Fahrzeugen gehören sie schon lange zum Standard. Statt konventionellen Rückspiegeln kommen dort Kameras zum Einsatz. Gentex, der größte Hersteller automatisch dimmbarer Autospiegel hat deshalb einen Innenspiegel mit integriertem Voll-Digitaldisplay entwickelt der nun erstmals in Serienfahrzeugen in den USA eingesetzt wird.

Freie Sicht dank Heckkamera

Der digitale Rückspiegel ist an eine VGA-Kamera gekoppelt, die in unserem Testwagen in die Haifischantenne auf dem Wagendach integriert ist. Je nach Fahrzeugtyp findet die Kamera auch im Heckspoiler, hinter der Heckscheibe oder in der dritten Bremsleuchte Platz. Das Kamerabild wird mittels Datenkabel direkt auf das Innenspiegel-Display gestreamt, was eine nahezu ruckel- und schlierenfreie Übertragung ermöglicht.

Scharfes Bild - Das TFT-LCD-Display im Rückspiegel hat eine Auflösung von 1.280 x 275 Pixel.

Mit dem gewohnten Kippschalter am Rückspiegel wechselt der Fahrer von der normalen Spiegelansicht auf das Kamerabild. So bekommt er einen ungehinderten Blick auf das, was sich hinter dem Fahrzeug abspielt.

Ein konventioneller Rückspiegel bietet ein lediglich 20 Grad schmales Sichtfeld nach hinten, welches durch die Heckfensterfläche begrenzt wird. Das Kamerabild verdoppelt den sichtbaren Bereich hinter dem Fahrzeug auf 40 Grad. Ein enormes Sicherheitsplus, das den toten Winkel fast gänzlich neutralisiert.

Digitaler Innenspiegel erfordert kaum Umgewöhnung

In der Praxis erfordert der digitale Bildschirm im Rückspiegel nur kurze Eingewöhnungszeit. Entfernungen werden auf Grund von Kameraposition und Blickwinkel leicht verzehrt wahrgenommen.

Beispielsweise entsteht im Stau schnell der Eindruck, dass der rückwertige Verkehr einem fast im Heck hängt, obwohl das Fahrzeug noch gut fünf Meter entfernt ist. Fürs Rangieren ist das System daher ungeeignet. In Zukunft wird es aber möglich sein auch die separate Weitwinkel-Parkkamera und 360 Grad-Ansicht in den Innenspiegel zu projizieren.

Überraschender Weise liefert das VGA-Kamerabild auch bei schlechten Lichtverhältnissen in der Tiefgarage und im Regen ein scharfes Bild auf dem hochauflösenden 1.280 x 275 Pixel TFT-LCD-Display. Eine dynamische Pixelsteuerung sorgt dafür, dass dunkle und helle Bildbereiche im Display ausgewogen angezeigt werden.

Auch bei tief stehender Sonne soll die Kamera dank spezieller Filter ein blendfreies Bild liefern. Zum Schutz vor widrigen Witterungsverhältnissen kann das Kameragehäuse auch beheizt und mit einer schmutzabweisenden Oberflächenbehandlung versiegelt werden.

Die VGA-Kamera versteckt sich in der Haifischantenne auf dem Wagendach.

Aktuelle Designtrends engen die Sicht nach Hinten ein

Bestes Beispiel ist der Volkswagen CC, in dem der Display-Spiegel eingebaut ist. Solche viertürige Coupés mit immer flacheren Heckscheiben und hoher Schulterlinien bietet eine schlechte Rundumsicht. Noch schlimmer wird es bei Coupés im SUV-Dress, die gerade extrem angesagt sind.

Auch die einst so übersichtlichen Kombis mutieren zu Shooting-Brakes mit immer kleineren Heckfenster. Und selbst Kleinwagen werden wegen ausladender C-Säulen kaum noch ohne Parkpiepser oder Rückfahrkamera geordert. Hier kann der digitale Innenspiegel seine Vorteile voll ausspielen.

Digitaler Spiegel ist beim Cadillac XT5 serienmäßig

In America wurde das System bereits im Februar 2016 von der US-Verkehrsbehörde NHTSA zugelassen. Seit März ist es optional in Cadillacs Oberklasselimousine CT6 erhältlich (ab der Luxery-Ausstattung im Comfort Packag: Paketpreis: 2.025 Dollar, mit Panorama-Glasdach und klimatisierten und beheizbaren Sitzen). Beim Cadillac Crossover XT5 ist der digitale Innenspiegel sogar serienmäßig an Bord.

Wenn die EU-Kommission im Sommer grünes Licht gibt, könnte Anfang 2017 der Opel Ampera E, der baugleich mit dem Chevrolet Volt ist, das erste Fahrzeug mit digitalem Rückspiegel auf dem europäischen Markt sein. Eine Nachrüstlösung für ältere Fahrzeuge wird in den kommen Jahren folgen.

Autor

Foto

Clemens Hirschfeld

Datum

3. Juni 2016
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