VW Crafter TDI 4Motion Zoom

VW Crafter TDI 4Motion: Einer für Härtefälle

Der Allradspezialist Achleitner baut den VW Crafter zum geländegängigen 4Motion um.

Noch bevor der VW Crafter 4Motion in der Redaktion ankommt, steht fest: Billig ist der Transporter nicht. Gut 60.000 Euro rufen VW und der österreichische Allradspezialist Achleitner im Zweirechnungsgeschäft auf. Das erscheint viel Geld für einen Kastenwagen. Wenn er aber hält, was Hersteller und Umbauer versprechen, ist er es wert. VW jedenfalls verkündet vollmundig, der Klettermaxe sei für extreme Einsätze im Gelände gebaut. Genau das Richtige also für die vom Hersteller ausgegebene Zielgruppe – Baugewerbe, Feuerwehr, THW und Co.

Dennoch ist der ausschließlich mit kurzem Radstand verfügbare Allrad-Transporter auch auf der Straße bei moderaten Geschwindigkeiten gut fahrbar. Das Stabilitätsprogramm macht seine Sache gut, aber die Grenzen der Physik sind beim hochbeinigen 4Motion wegen des höheren Schwerpunkts und der grobstolligen All-Terrain-Reifen schneller erreicht als beim zehn Zentimeter flacheren Hecktriebler – also rechtzeitig Fuß vom Gas!

Kräftiger Motor mit 400 Nm

Das fällt nicht immer leicht, da der 163 PS starke Vierzylinder auf der Straße wie auch im Gelände Freude bereitet. Satte 400 Nm liegen bei 1.800 Touren an. Das sorgt selbst bei voller Beladung noch für ordentlich Vortrieb. Der Preis dafür: im Schnitt 12,4 Liter Diesel, etwa ein Liter mehr, als ein vergleichbarer Crafter ohne das Allrad-Paket braucht.
Das alles interessiert aber nicht mehr, wenn der Crafter in schweres Gelände rollt. Dort gibt es kaum eine Herausforderung, die das Fahrzeug nicht bewältigt. Einiges schafft der permanente Allradantrieb mit 50 : 50-Kraftverteilung zwischen den Achsen auch schon ohne den Einsatz von Sperren. Erst bei 27 Prozent Steigung auf rutschigen Pflastersteinen braucht es die 100-Prozent-Sperre des Verteilergetriebes.

Am Limit ist der Crafter jetzt aber noch lange nicht. Wir wagen uns sogar an eine knackige Auffahrt mit 40 Prozent Steigung – das Ganze auch noch auf Schotter. Längssperre sowie die beiden Sperren für Vorder- und Hinterachse sind aktiviert und sorgen für Gleichlauf an allen Rädern. Hat eines mal keinen Grip, nutzen die anderen drei die dann verfügbare Kraft mit. An der Steigung kommt ihm zudem seine Getriebeuntersetzung, die mit 2,5 : 1 locker bei den ausgewachsenen Geländewagen mitspielt, zugute. So geht es im ersten Gang mit Schritttempo die Rampe hinauf. Mit beeindruckender Kraft bewegt der Bi-Turbo das Fahrzeug die Rampe hinauf und stolziert mit seinem maximalen Rampenwinkel von 25 Grad, ohne aufzusetzen, hinweg.

Wer also regelmäßig harte Geländeeinsätze bewältigen muss und dabei einiges an Stauraum braucht, der ist mit dem VW Crafter 4Motion bestens bedient, zumal es das Fahrzeug als 3,5- und 5-Tonner gibt. Zugegeben, 60.000 Euro sind viel Geld, aber dafür gibt’s auch ein solides Produkt. Gute Technik hat eben ihren Preis.

Autor

Foto

Karl-Heinz Augustin

Datum

7. Mai 2013
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