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VW Golf II: Generation Golf

Mit dem Golf II hat Volkswagen vieles richtig gemacht. Damals in den 1980ern war er so furchtbar normal, heute vermisst man Firmenwagen wie ihn.

Die heute um die 50-Jährigen haben zum Golf II oft eine besondere Beziehung. War er es doch, der einem mit 18 den Erstkontakt zum Universum des Automobils ermöglichte. Jener Parallelwelt also, die Erwachsenen vorbehalten war. Der Golf II war seinerzeit das Fahrschulauto schlechthin. Vor allem aber war er eine sinnvolle Fortentwicklung seines Vorgängers. Er war 17 Zentimeter länger, technisch genauso solide: quer eingebauter Frontmotor, Vorderradantrieb, Einzelradaufhängung. Verbesserungen gab es zuhauf im Detail. Der Absatz schoss folgerichtig nach der Premiere 1983 in die Höhe und der Golf II wurde zum automobilen Gen-Abdruck der 80er-Jahre. Ihm verdankte eine ganze Tunerbranche ihren Höhenflug. Kataloge mit geschmacksbefreitem Zubehör hatten Telefonbuchstärke.

Zu Seriöserem: Fünf Jahre nach Markteinführung wurde ein Diesel zum Begründer der Flottenvormachtsstellung von VW. Der GTD bekam, anders als seine trägen Vorgänger, einen formidablen 80-PS-Turbodiesel mit Ladeluftkühler. Und zwar von Audi. Diese Maßnahme adelte den Golf endgültig zum Leitfahrzeug im Konzern. Bei allem, was man fortan plante, wurde hinterfragt, ob es dem Golf nützt oder zumindest nicht schadet. Doch es gab auch Kritik.

Rostvorsorge für die Ewigkeit

Das Auto war für eine weitestgehend automatisierte Fertigung mit Robotern entwickelt. Volkswirte sahen dicke Wolken überm Beschäftigungsparadies Wolfsburg aufziehen, während Kunden an Profanerem Anstoß nahmen. VW hatte sich erdreistet, den Golf II serienmäßig nur noch mit einem Notrad auszustatten. Heute wäre man froh drüber, damals war es ein Skandal. Doch nicht nur ein normales Ersatzrad kostete einen happigen Aufschlag. Kostproben aus den Wendejahren: elektrische Fensterheber rundum für knapp 1.000 Mark, ABS für 1.800 Mark oder eine Zentralverriegelung für 500 Mark.

So empfahl es sich, zu einem der ausstattungsbereinigten, günstigeren Sondermodelle zu greifen. Unvergessen sind Manhattan oder Memphis für den Herrn, Brigitte für die Dame. Solche Autos sieht man selbst heute noch zuweilen. Viele mit dunklen vertikalen Streifen an der Heckklappe. Was so eklig aussieht, ist ein Gütebeweis. VW hatte die Hohlräume der Rohkarossen mit Unmengen Heißwachs volllaufen lassen. An warmen Tagen drückte der Glibber durch die Ablauflöcher nach außen.

Davor war auch eine ganz spezielle Hinterlassenschaft auf dem Gebrauchtmarkt nicht gefeit: ausgemusterte Postautos in verblasstem Gelb. Die Zweisitzer ohne Rückbank und ohne hintere Fenster waren vor allem bei jungen Leuten sehr begehrt. Ihre Zulassung als Lkw senkte die Unterhaltskosten und der vertiefte Laderaum ließ ganze Umzugstransporte von WG zu WG zu. Generation Golf eben – Käfer und Ente hatten langsam ausgedient.

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VW

Datum

26. Oktober 2016
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