VW Passat Variant 22 Bilder Zoom

Kaufberatung VW Passat Variant: Der ausgewogene für Jedermann

Ein Passat als Geschäftswagen passt immer. Kaum ein Auto ist so ausgewogen. FIRMENAUTO nennt die Stärken und die Schwächen des Modells.

Es gibt günstige Autos in der Mittelklasse, es gibt schnelle, sportliche, komfortable - und es gibt den Passat. Er bildet die Quersumme aus allen positiven Eigenschaften, die ein Auto ausmachen, seit Jahren zeigt er als Geschäftswagen sämtlichen Konkurrenten in den Verkaufszahlen die Rückleuchten. Seit 1972 steht der Name Passat als Inbegriff für Firmenwagen und auch die mittlerweile siebte Generation, die Ende 2014 auf den Markt kam, gewinnt einen Vergleichstest nach dem anderen.

Von ursprünglich 4,20 Meter ist der Passat im Lauf der Jahre auf 4,77 Meter gewachsen und damit der Mittelklasse beinahe schon entwachsen. Noch bis vor kurzem hießen die Alternativen Ford Mondeo, Opel Insignia, Peugeot 508 oder Skoda Superb. Mittlerweile wildert der Passat auch im Premiumsegment und wird sogar für Vergleichstests mit Autos der oberen Mittelklasse herangezogen.

Umfangreiche Ausstattung

Der Passat driftet also in höhere Sphären ab, was sicher mit an der Ausstattung liegt, die Volkswagen dem Modell mit auf den Weg gibt, serienmäßig und gegen Aufpreis. Der Käufer kann jede Menge Hilfssysteme dazu bestellen, die es teilweise erst in den höheren Klassen gibt. Area View beispielsweise. Dessen vier Kameras filmen, was sich rund ums Auto tut, und gibt dem Fahrer einen 360-Grad-Rundumblick. In Kombination mit Radarsensoren, die merken, wenn sich von der Seite ein Auto nähert, helfen sie beim Ein- und Ausparken in kniffligen Situationen.

Der Trailer Assist erleichtert das Rückwärts-fahren mit einem Hänger am Haken und zirkelt das Gespann automatisch in enge Hofeinfahrten, indem er die vom Fahrer über die Spiegeleinstellung eingegebenen Lenkbefehle umsetzt. A propos rückwärtsfahren: Die Heck-Kamera verbirgt sich vor Schmutz und Wasser geschützt unter dem VW-Logo, das gleichzeitig als Öffner der Heckklappe dient. Sobald der Fahrer den Rückwärtsgang einlegt, klappt das Emblem hoch und die Rückfahrkamera sendet bei jedem Wetter ein glasklares.

Viele Assistenzsysteme an Bord

Im Stau lenkt, bremst und beschleunigt der Passat auf Wunsch selbsttätig. Er erkennt Fußgänger, die ihm in den Weg laufen, bremst bei einem drohenden Unfall automatisch ab und stoppt am Straßenrand, sollte der eingenickte Fahrer auf das anhaltende Rütteln am Lenkrad nicht reagieren. Extras wie Head-up Display, Radartempomat, Totwinkel- und Spurhalteassistenten, vieles davon gibt es für andere Mittelklasse-Modellen auch, aber nicht unbedingt alles in einem Modell.

Obwohl VW für die meisten dieser Features nochmals extra kassiert, ist ein Passat auch im Grundpreis ein paar Tausender teurer als seine direkten Konkurrenten. Das aktuelle Modell kostet mindestens 21.910 Euro, während Opel Insignia ab 20.740 Euro, Mazda 6 für 21.250 und für etwas weniger als 20.000 Euro zu bekommen sind.

Worin ist der Passat-Faktor begründet, der Fuhrparkleiter und Fahrer tief in die Tasche greifen lässt? Vielleicht in der selbsterklärende Bedienlogik eines VW. Jeder Schalter, jede Taste sitzt genau dort, wo man sie vermutet. Ob man die Landkarte in die multifunktionalen Instrumente hineinklicken oder nur einen Radiosender über den Touchscreen ändern will, alles klappt, ohne dass man darüber nachdenken müsste. Man kann das langweilig finden, aber es erleichtert das Leben eines Vielfahrers ungemein und überzeugt jeden, der das erste Mal am Steuer eines Passat sitzt.

Hier sitzt jeder gut

Auch das Raumangebot hat seinen Anteil am Erfolg, speziell das des Kombis. Quer und kompakt eingebauter Motor und die lange Karosserie bringen Platz in den Innenraum. Kaum ein Auto ist so geräumig wie der Passat. Da der Sitz sehr weit nach hinten fährt, findet selbst ein langbeiniger Zwei-Meter-Lulatsch eine bequeme Position hinterm Lenkrad. Und mit 650 bis 1.780 Liter Volumen hat der Passat einen der größten Kofferräume seiner Klasse. Nur der Skoda Superb bietet noch mehr.

Dann wäre da noch das Thema Komfort. Federt der VW mit dem Standard-Fahrwerk schon sehr manierlich, so lässt sich das mit adaptiven Dämpfern samt Fahrprofilauswahl (1.008 Euro, alle Preise netto) auf Sänftenniveau steigern. Zusätzlich zu den drei programmierten Fahrstufen Normal, Comfort und Sport gibt es noch die Möglichkeit, Gasannahme, Federungskomfort und Lenkung auf die eigenen Wünsche anzupassen. Selbst das Ansprechverhalten des Radartempomaten lässt sich hier beeinflussen. Wer dazu noch den elektrisch verstellbaren Komfort-Sitz bestellt (1.029 Euro), kann lange Tour ziemlich entspannt angehen. Wir empfehlen, gleich noch die geräuschdämmende Verglasung zu ordern (567 Euro).

Viele Modellvarianten

Eines der Argumente für den Passat ist auch die breite Auswahl an Ausstattungen und Motorisierungen. Es gibt Limousine oder für 840 Euro mehr den Kombi, vier Diesel, fünf Benziner, einen Plug-in Hybriden, Front- oder Allradantrieb sowie Doppelkupplungs-Automatik. Dazu kommen Modellvarianten wie der bedingt geländetaugliche Alltrack im Offroadlook oder der coupéförmige Ableger CC. Dass sich nahezu alle Versionen frei mit den drei Grundausstattungen Trendline, Comfortline und Highline kombinieren lassen, macht das Ganze nicht einfacher. Hat aber den Vorteil, dass sich jeder seinen Firmen- wagen exakt so konfigurieren kann, wie er ihn haben möchte. Denn im Gegensatz zu Importmodellen mit ihren vorkonfektionierten Paketlösungen lassen sich bei VW fast alle Extras einzeln bestellen.

Wie üblich hat VW drei Ausstattungen aufgelegt: Trendline als Basis mit umfangreichem Sicherheitspaket, Radio und Multifunktionslenkrad, Klimaanlage, elektronischer Parkbremse. 1.911 Euro mehr kostet der als Firmenwagen meist bestellte Comfortline mit Alurädern, Komfortsitzen sowie dem Frontradar samt Notbremsfunktion. Die nur für die stärkeren Modelle angebotene und nochmals 2.800 Euro teurere Ausstattungslinie Highline bringt unter anderem optische Gimmicks wie 17-Zoll-Räder oder Chromzierrat, aber auch Nützliches wie die Klimaautomatik oder LED-Scheinwerfer.

Für Vielfahrer ist TDI die richtige Wahl

Bleibt die Frage: Welchen Motor sollte man wählen? Vielfahrer werden schnell beim TDI landen und die meisten Flottenkäufer bei dessen 150-PS-Version. Der 2.0 TDI wurde für die aktuelle Baureihe weiter entwickelt und ist somit nicht vom Abgasskandal betroffen. Die Umstellung auf Euro 6 brachte einen etwas raueren Motorlauf und vor allem eine leichte Anfahrschwäche, an die man sich erst gewöhnen muss. Deutlich angenehmer fährt man mit der DSG-Automatik (1.932 Euro). Erst einmal in Fahrt, lässt der Zweiliter-Diesel aber keine Wünsche offen. Er hat genügend Kraft und ist vor allem sparsam. Mit rund sechs Litern auf 100 Kilometer ist man dabei, wobei die stärkeren Versionen mit 190 oder gar 240 PS kaum mehr verbrauchen.

Wer weniger Kilometer abspult, sollte sich den 1.4 TSI ACT näher anschauen. 150 PS und nur 1,4 Liter Hubraum klingen nicht nach viel, doch der kleine Benziner hängt sehr gut am Gas und macht dank Turbolader auch bei niedrigen Drehzahlen richtig Druck. Außerdem schaltet der Motor bei Teillast zwei seiner vier Zylinder ab, was laut VW rund zehn Prozent Sprit einspart. Bei vernünftiger Fahrweise belässt er es bei sechs bis sieben Litern und selbst bei zügigem Autobahntempo werden es selten mehr als neun Liter.

Die Stärken und Schwächen in Kürze

Plus: Sehr harmonisches Gesamtpaket, durchdachte Bedienung, hervorragende Verarbeitung, gutes Platzangebot, umfangreiche Sicherheitsausstattung, sparsamer und kultivierter Motor, hoher Federungskomfort, bequeme Sitze, sehr langstreckentauglich, übersichtliche Karosserie, viele Ausstattungen, die man einzeln bestellen kann, gute Konnektivitätslösungen, wertstabil
 
Minus: Relativ geringe Zuladung, teuer, höhere Reparatur- und Wartungskosten als die drei Konkurrenten, nur zwei Jahre Garantie

Autor

Foto

Karl-Heinz Augustin

Datum

13. November 2015
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