Farbtrends der Autokäufer: Was kommt, was geht?

Farbentrends, Lackierung, gestapelte Autos

Farbtrends der Autokäufer – welchen Einfluss hat die Lackierung auf den Restwert?

Black is beautiful – dieser Meinung sind derzeit nicht nur der Großteil der glücklichen Neuwagen-, sondern auch viele Gebrauchtwagenkäufer. Neben Marke und PS wird die Farbe immer wichtiger. Sie verleiht Identität, Individualität und Charakter. Gerade deshalb sollten sich Fuhrparkmanager Gedanken über die Lackierung ihrer Dienstwagen machen. Schließlich zählt die Autofarbe zu den wichtigsten Faktoren beim Verkauf von Gebrauchten. Immerhin müssen Unternehmen beim Verkauf – je nach Fabrikat – bei unattraktiven oder unpassenden Farben mit Wertminderungen zwischen fünf und acht Prozent rechnen. Unterm Strich kann hier die falsche Entscheidung schnell teuer werden.

Silbertöne in der Statistik des KBA auf Platz eins

Doch welche Farben kommen auch nach Dienstende noch gut an?  Laut Schwacke orientieren sich Gebrauchtwagenkäufer an den gängigen Farben, die im Straßenbild vorherrschen – und somit an den Lieblingsfarben der Neuwagenkäufer. Vorsicht ist bei Lifestyle-Farben oder Tönen angebracht, die vom persönlichen Geschmack eines Neuwagenkäufers dominiert sind. Die Farbe sollte zum Segment passen: Während Kleinwagen bunter sein dürfen, sind bei größeren Fahrzeugen gedeckte Farben, am besten in Metallic, ein Muss. Diese Farben gehen beim Wiederverkauf immer.

Derzeit gilt der Gebrauchtwagenmarkt als berechenbar. Seit 1999 liegen Silbertöne in der Statistik des KBA auf Platz eins. Bis heute verteidigen sie ihren Spitzenplatz. Allerdings könnte sich dies bald ändern: Zwar geht der globale BASF-Trendbericht auch in den folgenden Jahren nicht von einer komplett veränderten Farbpalette aus, rechnet aber mit etwas bunteren Lacken auf neuen Autos. Grundlage für diese Prognose sind Recherchen zu gesellschaftlichen Entwicklungen und Modetrends. Dazu gehört auch die Ökobewegung. Mittlerweile werden Luxus und Umweltbewusstsein nicht mehr als Widerspruch wahrgenommen. Das zeigt sich im Trendton Braun. Erdige Farbtöne reflektieren nach Meinung der Experten das neue Ökobewusstsein.

Emotionale Aspekte sind ausschlaggebend

Aspekte wie Sicherheit spielen dagegen kaum eine Rolle, vielmehr sind emotionale Aspekte ausschlaggebend. Viele Fahrer wollen nicht nur mit ihrem Fahrzeug, sondern auch mit dessen Farbe eine bestimmte Botschaft vermitteln. Laut Farbpsychologen kann man an der Autofarbe durchaus grundsätzliche Charakterzüge von Menschen erkennen. Wer ein weißes Auto vorzieht, gilt als zurückhaltend und pflichtbewusst. Fahrer von grünen Autos dagegen als konservativ. Dezente bis dunkle Töne signalisieren Fortschritt und Modernität – damit liegen sie im Trend.

Das bestätigt auch Gerhard Künne, Geschäftsführer von VW Leasing: "Generell werden nach wie vor eher klassische Farben wie Schwarz, Grau und Silber bestellt. Dennoch fragen unsere Kunden auch Modefarben wie aktuell Brauntöne nach." Generell gilt: Alles ist möglich. "Natürlich gibt es Kunden, die in ihrer Car Policy spezielle Farben ausschließen. Zudem gibt es die Möglichkeit, mit Folientechnik zu arbeiten. Das hat zum Beispiel bei den Dienstwagen der Polizei die Kosten gesenkt und den Wiederverkaufswert erhöht", erklärt Harald Schneefuß, Geschäftsführer von Daimler Fleet Management.

Welche Farben ausgeschlossen sind, lässt sich nicht pauschal beantworten. Wichtige Kriterien sind aber das Unternehmensimage, die Einheitlichkeit der Flotte und der Einfluss auf den Restwert. Beispielsweise gibt es Unternehmen, die Metallic-Lacke vorschreiben.

Keine Farbvorschriften im User-Chooser-Bereich

Vor allem im gewerblichen Bereich legen viele Unternehmen gängige Lackfarben fest. So ordert Marc Burgstahler, Leiter Mobilitätsmanagement der EnBW, nur weiße oder silberne Fahrzeuge. Dagegen kennt die Dienstwagenordnung im User-Chooser-Bereich keine Farbvorschriften. Mit einer Einschränkung: Sie dürfen nicht den Restwert senken. "Das ist bei unseren Leasinggesellschaften hin und wieder der Fall. Bei anderen haben wir eine Vereinbarung, dass alle Farben neutral behandelt werden", erklärt Burgstahler.

Auch bei Thyssen-Krupp sieht man das Thema gelassen. "In der Regel kommen die Fahrzeuge in den klassischen gedeckten Farben. Die paar Ausreißer mit ausgefallenen Farben spielen für uns und den Leasinggeber keine Rolle", sagt Martin Hahne, Fuhrparkchef des Konzerns.

Drei Fragen 
an ...

... Gerhard Künne, Geschäftsführer VW Leasing

FIRMENAUTO: Welche Rolle spielt die Autofarbe bei Flottenkunden?

Künne: Die Farbe spielt eine große Rolle. Abgesehen davon, dass die Fahrzeugfarbe auch einen Einfluss auf den Restwert haben kann, ist das Thema auch aus Imagegründen wichtig. Manche Unternehmen führen sogar Portfolioanalysen durch, um herauszufinden, welche Farbe zum Image der Firma passt.

FIRMENAUTO: Mit welchen Abschlägen müssen Flottenbetreiber bei "falschen" Farben rechnen?

Künne: Insbesondere bei weißen und roten Fahrzeugen muss man mit Abschlägen rechnen. Je größer dabei die Mengen der Fahrzeuge mit "Sonderfarbe" sind, desto wahrscheinlicher ist ein Abschlag im Rahmen des Remarketings.

FIRMENAUTO: Wie schlägt sich die Farbwahl beim Verkauf nieder?

Künne: Die Farbwahl im Gebrauchtwagenmarkt ist im Wesentlichen ein Spiegelbild des Neuwagenmarktes. Allerdings spielt die Farbe bei Gebrauchtfahrzeugen im Vergleich zum Neuwagen eine eher untergeordnete Rolle, da dort der vorliegende Preis den wesentlich größeren Einfluss hat.

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Nicole Holzer

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