Alles über Autonomes Fahren
ZF Smart Urban Vehicle 5 Bilder Video Zoom

ZF Smart Urban Vehicle: Sieht so das Poolfahrzeug von morgen aus?

Auch das ist autonomes Fahren: Dieses intelligente Elektroauto kann auf der Stelle wenden, selbständig einparken. FIRMENAUTO hat den eine Million Euro teuren Prototypen getestet.

Von der Automatik bis zum Assistenzsysteme: Die Zeiten, als Autohersteller sämtliche Komponenten selbst entwickelt und produziert haben, sind längst vorüber. Ohne die Zulieferindustrie geht nichts. ZF und der jüngst von ZF übernommene amerikanische Konkurrent TRW beispielsweise lieferten 2014 über 2,6 Millionen Achtgang-Automatikgetriebe, 59 Millionen Airbags und gaben 1,6 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung aus. Das neue, gemeinsame Unternehmen ist mit 134.000 Mitarbeitern und 30 Milliarden Euro Umsatz zum weltweit drittgrößten Autozulieferer aufgestiegen.

Räder, die sich fast quer stellen lassen

Das birgt Potenzial für Neuentwicklungen, die jetzt noch utopisch wirken, die man aber in absehbarer Zeit auch auf der Straße sehen könnte. Das elektrisch angetriebene und fast eine Million Euro teure ZF Smart Urban Vehicle beispielsweise. Dieser kleine, wendige und über eine Cloud gesteuerte Technologieträger zeigt, wie urbane Mobilität künftig aussehen könnte.

Als Basis dient ein herkömmlicher Opel Agila. Statt von einem Benzinmotor wird der Minivan von zwei an der Hinterachse angeflanschten Elektromotoren angetrieben. Da die vorderen Räder nun vom Antrieb abgekoppelt sind, lassen sie sich bis zu 65 Grad schräg stellen. So kann der 3,74 Meter lange Wagen fast auf der Stelle wenden. Wofür ein normaler Agila gut zehn Meter braucht, schafft das ZF-Auto auf 6,50 Metern. Zum Turn genügt ihm eine zweispurige Straße und selbst in engste Parklücke lässt er sich mit nur einem Zug dirigieren. 30 Zentimeter Platz vorne und hinten, mehr braucht er nicht. Der Fahrer muss nicht einmal im Auto sitzen: Er aktiviert die Einparkautomatik über seine Smartwatch, schon rangiert der rundum kameraüberwachte Wagen wie von Geisterhand gesteuert zentimetergenau ins Loch.

Über eine Cloud ständig online

Unterwegs ist das Smart Vehicle über eine Cloud ständig mit dem Rechenzentrum von ZF verbunden. Mit jedem Kilometer sammelt es Daten über die Strecke, die in der Zentrale gespeichert und an andere Fahrer weitergegeben werden können. Der Fahrer muss sich nicht mehr um die Geschwindigkeit des Autos kümmern. Er gibt Vollgas und lenkt, während der Wagen automatisch das Tempo anpasst. „Das Auto bremst so rechtzeitig vor einer Kurve, dass keine Energie unnötig verloren geht, und es beschleunigt nur so stark, dass es die nächste Kurve ohne unnötiges Bremsen schafft“, erklärt Entwicklungs-Ingenieur Dr. Gerhard Gumpoltsberger.

Aufgrund der gesammelten Daten weiß der Wagen beispielsweise, dass in einem Kilometer ein Gefälle kommt, an dem er rekuperieren und die Batterie aufladen kann. Deshalb versucht er, die beiden Kurven davor möglichst ohne Motorbremse zu nehmen und frei durchzurollen. So lässt sich der Verbrauch optimieren und die Reichweite erhöhen. Auch Wetterdaten verarbeitet das ZF-Auto, und nimmt bei nasser Straße die nächste Ecke mit weniger Schwung.

Datenverlust oder ein schlechtes Mobilfunknetz lassen die Elektronik kalt: Das ZF-Mobil arbeitet mit einer Pufferlösung. Will heißen: Selbst wenn die Online-Verbindung zur Zentrale abreißt, sind genügend Daten im Zwischenspeicher vorhanden, um sicher weiterzufahren.

Autor

Foto

ZF

Datum

8. Juli 2015
5 4 3 2 1 0 5 0
Kommentare
Kostenloser Newsletter
Newsletter Small

+++ Alle Tests +++
+++ Alle News +++

Und immer bequem und kostenlos per E-Mail.

  • Alle Bereiche
  • Branche
  • Auto
  • Management
  • ecoFleet
  • Recht/Steuer
  • Service
  • Firmenauto des Jahres