60 Jahre VW 1500/1600

Aufstiegs-Modell

VW 1500 Variant Typ3 Foto: VW 10 Bilder

Als frecher Variant befreite der VW 1600 den Kombi vom Handwerkerimage. Familien und Freizeitfans traf der Volkswagen Variant ins Herz, der Beginn des ersten Kombi-Hypes.

Das Jahr 1961 brachte den Bau der Mauer, aber den Volkswagen 1500 (Typ 3). 23 Jahre nach dem Debüt des kompakten Käfers führte der VW-Konzern eine zweite Pkw-Reihe ein, die den Mega-Erfolg des Käfers in die Mittelklasse übertragen sollte. Dies in den Konturen einer konservativen Stufenhecklimousine, eines extravaganten Cabriolets und eines Kombis, also in Karosserievarianten, die den etablierten Konkurrenten Opel (Rekord), Ford (Taunus 17 M), Fiat (1300/1500) und Peugeot (403) klar machten: Als größter europäischer Autohersteller will Volkswagen mit dem 1500 auch die beruflichen Aufsteiger der Wirtschaftswunderjahre gewinnen.

Der erste Pkw-Kombi mit VW-Logo konnte punkten: Mit dem Variant wandte sich Wolfsburg an Familien und Freizeitfans und diese machten den Lademeister bald zur populärsten Typ-3-Variante. Als Limousine und Variant war der Volkswagen 1500 nicht kräftiger, aber ein bescheidener Beschleunigungswert von 25 Sekunden für den Spurt von null auf 100 km/h platzierte den 4,23 Meter langen Wolfsburger bereits auf Augenhöhe mit den Bestsellern aus Rüsselsheim und Köln. Diesen hatte er das riesige Käfer-Vertriebsnetz voraus und die damals legendäre VW-typische Zuverlässigkeit.

Tatsächlich erinnerte der Volkswagen 1500 auch durch andere Details an den Käfer, verfügte er doch über einen luftgekühlten, im Heck angeordneten Boxermotor, einen robusten Plattformrahmen und nur 2,40 Meter Radstand – sowie ein Design, das sich damaligen Modeströmungen wie Pininfarina-Trapez, Panoramascheiben oder Stromlinie á la Ford 17 M verweigerte. Unaufgeregt, speziell als Variant geradlinig gezeichnet, passte der erste Ponton-Volkswagen perfekt in die 1960er Jahre. Allerdings: Ein Revolutionär wie etwa der ebenfalls 1961 lancierte Longseller Renault 4 war der Wolfsburger nicht, der Typ 3 folgte ganz dem Vorbild des vermeintlich zeitlosen Käfers.

VW 1500 Typ 3 Variant Foto: Autodrom
Als Variant und damit als dreitüriger Kombi war der Typ 3 der erste Vertreter einer für Volkswagen neuen und bis heute besonders populären Karosserieform.

Mit einer Ausnahme: Als Variant und damit als dreitüriger Kombi war der Typ 3 der erste Vertreter einer für Volkswagen neuen und bis heute besonders populären Karosserieform Tatsächlich erwies sich der gefällig gezeichnete Variant als Geniestreich, war er doch nie mit dem Image des rein nutzwertigen Lastesels belegt, das Opel Rekord Caravan und Ford Taunus Turnier in einem langwierigen Prozess ablegten. Der Modellname Variant erlangte sogar Kultstatus – ganz im Gegensatz zur Typ 3 Limousine und dem vom Volksmund als "Traurige Lösung" belächelten, wenig gefragten Fastback 1600 TL (offiziell stand TL für "Touren-Limousine"), das 1965 nachgelegt wurde.

Praktische Vorteile besaß der Variant nicht nur durch die große Klappe und die extraflache Ladefläche, unter der sich der kompakt bauende Boxermotor verbarg. Wie alle Typ 3 bot er unter der Fronthaube einen Zweitkofferraum. Ab der zweiten Hälfte der 1960er hoben die Variant-Verkaufszahlen richtig ab, wer nun den Variant als Zweit- oder Urlaubswagen nutzte, hatte bisweilen sogar noch einen Sportler von Porsche, einen Audi oder sogar einen NSU Ro 80 in der Garage. Der Ausbau des VW-Konzern-Portfolios und des Vertriebsnetzes beschleunigte solche Entwicklungen.

VW 1600 TL Foto: VW
Im August 1964 kommt das zweitürige Fließheckmodell Volkswagen 1600 TL (Touren-Limousine) mit 1,6-Liter-Motor und 54 PS, das von Kritikern auch als "Traurige Lösung" oder "Traurige Linie" belächelt wurde.

Tatsächlich konnte auch der Typ 3 technische Avantgarde. Volkswagen 1600 LE und TLE gab es ab 1967 mit wegweisender elektronischer Benzineinspritzung, die zwar nicht der weiterhin frugalen Motorleistung von 54 PS zu Gute kam, aber Benzinverbrauch und Emissionen reduzierte – letzteres in den USA bereits ein Thema. Trotzdem galten Typ 3 Limousine und TL in der öffentlichen Meinung weiterhin als Langweiler für Käufer, denen der Käfer zu klein geworden war. Immerhin zeigte der Typ 3 bis 1973, wie begehrt langweilige Autos sein können – um dann dem ersten Volkswagen Passat Platz zu machen, der mit Frontantrieb und wassergekühlten Vierzylindern alles anders machte.

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