Customer trying out brand new car Zoom
Foto: Fotolia, gpointstudio

Abo-Flatrate bei Firmenwagen

Öfters mal was Neues

Heute SUV, morgen Cabrio: Hersteller locken mit Flatrate-Tarifen und der Möglichkeit, Modelle laufend zu wechseln. Neben fixen Kosten profitieren Unternehmen von motivierten Mitarbeitern.

Ein neuer Dienstwagen muss her, doch die Entscheidung, welches Modell es sein soll, fällt nicht jedem Mitarbeiter leicht. Die einen grübeln nur noch über die richtige Farbe, anderen kreisen Dutzende durchkonfigurierte Wunschautos durch den Kopf: Hier das schicke Cabrio, eine reizvolle Abwechslung, wenn die Kinder ohnehin den Sommer über im Ferienlager verbringen. Dort der geräumige SUV, der sich perfekt für längere Familienurlaube eignet. Am Ende wird’s dennoch meist klassisch: der Kombi für alle Fälle. Doch Autohersteller wie Daimler wollen Autofahrern nun das Leben versüßen.

Cadillac startet Pilotprojekt Book by Cadillac in München

Mit Mercedes me Flexperience können Kunden innerhalb eines Jahres für eine fixe monatliche Rate bis zu zwölf Modelle der Baureihen A-, C-, E- und S-Klasse leasen. Wie hoch diese ausfällt, verrät Mercedes noch nicht. Und weil alles einfach und reibungslos laufen soll, deckt die Rate Versicherung, Wartung und Reparaturen sowie Reifenservice ab. Der Kunde sucht sich sein Fahrzeug über die App aus, über die auch Abholung und Rückgabe abgewickelt werden. Noch befindet sich Mercedes me Flexperience in einer Pilotphase.

Ähnlich funktioniert Porsches flexibles Mietprogramm Passport. Der Sportwagenhersteller führte das neue Vertriebsmodell vergangenes Jahr in Atlanta (USA) ein. Für 2.000 US-Dollar Monatsrate dürfen Autofahrer flexibel zwischen den Familien-SUV Macan und Cayenne sowie den Zweisitzern Boxster und Cayman von einem auf den anderen Tag wechseln – je nach Lust und Laune. Gebucht wird über die Passport-App. Ist der Kunde bereit, 3.000 US-Dollar monatlich zu berappen, rüstet Porsche die Flotte sogar um 911er und Panamera auf. Wie bei Mercedes sind bei Porsche gleichfalls sämtliche Kosten abgedeckt. Bestellt der Fahrer einen Wagen, wird ihm dieser frisch gewaschen und vollgetankt ins Büro oder nach Hause gebracht.

Cadillac strebt mit Book by Cadillac ein ähnliches Pilotprojekt im Großraum München an. So will der amerikanische Autobauer seine Modelle ohne umfangreiches Händlernetz hierzulande an den Mann bringen. Ganz günstig dürfte aber auch hier die monatliche Rate nicht werden. Denn was für Autofahrer nach einer grandiosen Idee klingt, bedeutet für den Hersteller eine Herkules-Aufgabe. Er muss im Hintergrund eine umfangreiche Autoflotte zur Verfügung stellen, um dem Andrang gerecht zu werden. Gleichzeitig sollten die Autos möglichst ausgelastet sein. Klar, dass so eine Logistik nur mit einem ordentlichen Preisaufschlag gegenüber dem klassischen Leasing zu stemmen ist.

Die Vorteile der Langzeitmiete gegenüber dem Leasing

Eine abgespecktere Mietvariante bietet Volvo an. Als Leasing-Alternative für die Modelle XC40 und V60 gibt es neuerdings das Mietprogramm Care by Volvo. Statt sich die Fahrzeuge auf längere Zeit in den Fuhrpark zu holen, kann der Flottenmanager den Wagen für 24 Monate mieten – inklusive aller anfallenden Kosten wie Versicherung und Kfz-Steuer. Abhängig vom Firmensitz tankt und wäscht Volvo sogar die Autos. Für den XC40 werden dafür monatlich mindestens 587 Euro fällig, der V60 kostet ab 713 Euro. Die Monatsraten liegen deutlich über denen eines klassischen Leasings. Im Vergleich zu den Konkurrenzmarken entscheidet sich der Fahrer weiterhin für ein bestimmtes Modell. Volvo verspricht allerdings kurzzeitige Wechselmöglichkeiten, beispielsweise für Urlaubsfahrten. Nach und nach will Volvo die Laufzeiten verkürzen, sodass auch Mietzeiten von einem Monat möglich sind.

Im Grunde entspricht dies einer typischen Langzeitmiete, die viele Flottenmanager trotz höherer Monatsraten dem Leasing vorziehen. Das ist besonders dann der Fall, wenn Firmen mit zeitlich begrenzten Personaleinsätzen für bestimmte Projekte arbeiten oder starken wirtschaftlichen Schwankungen unterliegen. Der Vorteil der Langzeitmiete: Dienstwagen können kurzfristig besorgt und jederzeit wieder abgegeben werden. Nach Ablauf der Mindestmietdauer rechnen die meisten Vermieter auf den Tag genau ab. Bei der Budgetplanung stellt die Rate der Langzeitmiete zudem eine verlässliche Größe dar, da Steuer, Versicherungen und alle anderen anfallenden Kosten vom Vermieter getragen werden. Gleiches gilt bei einem Unfall, auch hier tritt das Mietwagenunternehmen ein. Lediglich der Sprit muss extra bezahlt werden. Ein weiterer Pluspunkt der Langzeitmiete: Fuhrparkleiter können neue Modelle kurzzeitig für den Flotteneinsatz testen, auch alternative Antriebe wie Erdgas- oder Elektro-Autos.

Dieser Artikel stammt aus Heft Firmenauto 05/2018.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.

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Datum

23. April 2018
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