ALD wird digitaler

Mehr als nur Leasing

Foto: Fraunhofer

Die Leasinggesellschaft ALD stellt sich für eine digitalere Zukunft auf. Dazu gehört Onlinevertragsmanagement ebenso wie neue Mobilitätskonzepte rund ums Corporate Carsharing.

Das vergangene Jahr war für die Leasinggesellschaft ALD erfolgreich. In Deutschland ist die Tochter der französischen Großbank Société Générale aktuell die Nummer zwei nach der Deutschen Leasing. 2018 konnte ALD den Umsatz sogar um acht Prozent steigern. »Wir konnten überwiegend organisch wachsen, nur 1,5 Prozentpunkte des Umsatzwachstums basieren auf Zukäufen«, sagt der stellvertretende CEO Tim Albertsen, der in Deutschland auch dem Verwaltungsrat vorsitzt.

Selbst in der Gebrauchtwagenvermarktung erreichte die Leasinggesellschaft ihre Ziele mit knapp über 360 Euro Verdienst je verkauftes Auto. Zwar waren die Zahlen 2017 deutlich höher gewesen, doch im letzten Jahr habe die Verbrauchsmessung WLTP voll durchgeschlagen. »Vertragsverlängerungen um drei bis sechs Monate sind bei uns kein Pro­blem«, so Albertsen. Das war wegen Lieferproblemen häufig nötig. Zugleich standen die Höfe der Autohändler im Herbst mit günstigen Tageszulassungen voll, die noch nicht die neuen Zulassungsregularien erfüllten. Das drückte auch die Preise junger Gebrauchtwagen.

Diese Sondersituation habe dieses Jahr aber kaum mehr Einfluss, so Albertsen. Außerdem erwarte ALD für 2019 eine deutliche Steigerung bei kleinen und mittleren Unternehmen sowie bei Privatkunden. Dieser Bereich ist in Deutschland noch unterentwickelt. Nur 50 Prozent der kleineren Firmen setzen auf Leasing, während es europaweit 70 Prozent sind.

Auch in der Elektromobilität sieht ALD künftiges Potenzial. Derzeit baue man in diesem Themenfeld Beratungskapazität auf, um dann mit dem steigenden Fahrzeugangebot den internen Marktanteil der E-Fahrzeuge ausbauen zu können. Schon jetzt kauft ALD bedeutend weniger Dieselfahrzeuge ein als noch in den Vorjahren. Während 2017 noch 85 Prozent der Bestandsfahrzeuge mit Dieselmotoren fuhren, waren es 2018 nur noch 58 Prozent der Neuanschaffungen. Außerdem digitalisiert ALD sein Vertragsmanagement. Ab April können Kunden in Deutschland den kompletten Leasingprozess von der Bestellung über die Bonitätsprüfung bis zum Vertragsmanagement online abwickeln, bis Ende des Jahres folgt die Möglichkeit in zehn Ländern.

Für Unternehmen noch interessanter ist der geplante Ausbau einer Mobilitätsplattform. Seit letztem Jahr bietet ALD Corporate Carsharing an. Derzeit läuft dazu ein Pilotprojekt mit 100 Fahrzeugen. »Mit der neuen Lösung können Unternehmen ihren Mitarbeitern Poolfahrzeuge sowohl zur beruflichen wie auch zur privaten Nutzung zur Verfügung stellen und somit vorhandene Fahrzeuge effizienter auslasten«, sagt Geschäftsführer Karsten Rösel.

Foto: Immanuel Schneeberger
Tim Albertsen (stellvertretender CEO ALD, links im Bild)

In Italien stehen über 8.000 Fahrern schon 2.000 Autos zur Verfügung, künftig will ALD auch hierzulande nachlegen. In den letzten fünf Jahren hat die Leasinggesellschaft daher ihr IT-Budget mehr als verdoppelt. »Wir entwickeln uns mehr und mehr zu einer Tech-Firma«, sagt Tim Albertsen zur digitaleren Ausrichtung.

Man wolle allerdings nicht nur selbst als Anbieter auftreten. »Deutschland war der erste Markt, in dem wir vor vier Jahren mehr Umsatz mit Partner- als mit Direktgeschäften gemacht haben«, gibt Albertsen die Marschrichtung für die neuen Mobilitätsangebote vor. Bei den sogenannten White-Label-Lösungen tritt ALD im Hintergrund auf. Hierzulande stecken die Spezialisten beispielsweise hinter den Bankauftritten von Ford, Hyundai, Kia oder Renault.

Bei den Mobilitätsdienstleistungen ist ein ähnlicher Weg geplant. Das Unternehmen entwickelt die Systeme und bietet eine Sharing-Plattform, welche die Hersteller dann unter eigenem Namen vermarkten können. Gleichzeitig verschwimmen die Grenzen zwischen Miete und Leasing. So will das Unternehmen mit neuen Bezahlmodellen vor allem kleinere Kunden locken. In Italien gibt es schon Pay-as-you-go, mit einer niedrigen monatlichen Rate, die bereits 100 Freikilometer beinhaltet. Jede weitere Fahrt kostet Aufpreis, sodass die tatsächliche Nutzung des Fahrzeugs den monatlichen Preis bestimmt. Im Zuge der Ausweitung der flexibleren Modelle plant ALD ab 2025 auch Angebote für Carsharing mit autonom fahrenden Fahrzeugen. Bis dahin muss die Leasinggesellschaft aber noch einiges an Software entwickeln und viele gebrauchte Diesel vermarkten.

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