Fahrbericht Renault Master E-Tech Große Fortschritte

Renault Master E-Tech 2024 Foto: Renault

Der neue Renault Master E-Tech zeigt, wie sich die E-Mobilität auch bei Transportern weiterentwickelt. Mit 460 Kilometer Reichweite erschließt sich der Master neue Gewerbekunden-Bereiche.

Fühlte sich der 2018 eingeführte Master E-Tech mit 75-PS-Motor und gerade Mal 120 Kilometern Reichweite noch wie eine Notlösung an, so beweist das neue Modell, dass die E-Mobilität auch im Nutzfahrzeugbereich große Fortschritte gemacht hat. Der elektrische Master wird in mehreren Längen und Höhen, mit zwei Batteriegrößen und zahlreichen Auf- und Ausbauten angeboten. Er zieht und lädt bis zu 2,5 Tonnen. Außerdem können Kunden zwischen Front- und Heckantrieb wählen. So unterscheidet sich die E-Version nur noch durch den Antrieb von den Dieselmodellen.

Jeder zehnte Master mit E-Antrieb

In Frankreich wird jetzt schon jeder zehnte Master mit E-Antrieb ausgeliefert, bevorzugt an Großkunden wie die Post oder anderen Lieferdiensten, die bisher mit der eingeschränkten Reichweite leben konnten. Mit seiner 87 kWh großen Batterie kommt der neue Master E-Tech nach WLTP sogar 460 Kilometer weit und empfiehlt sich damit auch für Unternehmen, die in einem großen Radius unterwegs sind. Die Angabe ist realistisch. Auf einer ersten Testrunde über französische Landstraßen mit 400 Kilo Last im Frachtraum pendelte sich der Verbrauch bei 22,0 kWh/100 km ein. Eine kostengünstigere Variante mit 40 kWh-Akku bleibt aber weiter im Programm.

200 Kilometer in 30 Minuten am Schnelllader

Fürs neue Modell hat Renault das gesamte E-Paket aktualisiert. Beispielsweise kann der Wagen künftig Strom am Schnelllader zapfen. 130 kW sind maximal möglich, sodass nach 30 Minuten wieder weitere 200 Kilometer drin sind. Eine Wärmepumpe wird serienmäßig geliefert und das Modell kann Strom ins Netz zurück speisen (Vehicle-to-Grid). Außerdem lassen sich E-Werkzeuge über eine Steckdose im Cockpit oder im Laderaum aufladen. In den Branchenausbauen können Heizungs- oder Kühlsysteme oder automatische Heckklappen ihren Strom von der Batterie zapfen, benötigen also keine Dieselaggregate.

Einstiegspreis des Renault Master wird günstiger

Trotz des Plus an Technik senkt Renault den Einstiegspreis. In Frankreich kostet der E-Tech ab 50.000 Euro netto, rund 6.000 weniger als bisher. Damit ist der E-Transporter nur noch 25 Prozent teurer als der günstigste Diesel mit 105 PS. Die deutschen Preise hat Renault noch nicht veröffentlicht.

Renault Master E-Tech fährt besser als der Diesel

Aber wer eine Runde mit dem neuen Master E-Tech dreht, will sowieso nicht mehr zum Selbstzünder zurück. Der Stromer fährt besser, liegt dank des tiefen Schwerpunkts der großen Batterie satter auf der Straße, federt komfortabler und ist deutlich leiser als der Diesel. Flott unterwegs ist man zudem. Die je nach Batterie 130 oder 143 PS unter der Haube genügen für alle Situationen. Anders als im Vorgänger muss man auch die linke Spur der Autobahn nicht mehr meiden, sondern schwimmt immer gut im Verkehr mit.

Fahrgefühl wie im SUV

Tatsächlich macht die Fahrt in diesem Transporter richtig Spaß. Wären da nicht die großen, geteilten Rückspiegel oder die hohe Sitzposition, fast könnte man meinen, man sitzt in einem SUV. Auf dem neuen, S-förmig geschwungene, Instrumententräger ist ein hochauflösendes 10 Zoll großes Display platziert und das Lenkrad samt dem Wählhebel für die Automatik stammt aus dem Pkw-Programm. Insgesamt wirkt die gesamte Kabine luftiger als im Vorgänger, obwohl die Designer 25 Prozent mehr Stauraum untergebracht haben.

Navi- und Bediensystem vom Master E-Tech überzeugen

Auch bei der Fahrzeugsteuerung haben sich die Ingenieure bei den Pkw-Kollegen bedient. Das bei Renault Navi- und Bediensystem OpenR Link samt kabelloser Android Auto- und Apple CarPlay-Verbindungen gehört zur Serienausstattung. Navigiert wird per Google Maps, Ziele lassen sich problemlos per Sprache eingeben. Der virtuelle Sprachassistent sucht die gewünschte Musik aus oder stellt die Klimaanlage ein, ohne dass der Fahrer den Blick von der Straße nehmen muss.

Die integrierten Google-Funktionen ermöglichen, individuelle Apps für Branchenlösungen aufzuspielen. Zum Start bietet Renault Anwendungen für Feuerwehren, für mobile Werkstattumrüstungen und für Kühlfahrzeuge zur Verfügung. Sie laufen direkt auf dem Hauptdisplay. So wird kein zusätzlicher Bildschirm mehr für die Brancheninfos benötigt.