Arval Fuhrparkbarometer 2020

Kosten noch vor Umwelt

Range Rover Velar P400e, Plug-in Hybrid, laden, Ladesäule, Foto: Range Rover

Das Fuhrparkbarometer AMO von Arval gibt jährlich Einblick in die ­Pläne zahlreicher Flotten. Fahren bald alle Dienstwagen elektrisch? Nach welchen Kriterien werden Entscheidungen getroffen?

Nach welchen Kriterien planen Unternehmen ihre betriebliche Mobilität? Alljährlich befragt Arval Betriebe im Arval Mobility Observatory (AMO) zu ihrer Mobilität. Von Januar bis März lief die Befragung, als Corona noch nicht sehr präsent war. Dennoch gibt es spannende Einblicke in die Fuhrparkarbeit.143 Fahrzeuge umfasst der durchschnittliche befragte Fuhrpark, 4,4 Jahre ihre Haltedauer. Dementsprechend wichtig sind Flotten für Politik und Autohersteller bei der Einführung alternativer Antriebe. Umweltthemen wie geringere Luftverschmutzung und niedrigere CO2-Emissionen sind dabei für 39 Prozent der Fuhrparks ein gutes Argument für neue Antriebsformen. Noch wichtiger ist die Kostenseite: 40 Prozent sehen in steuerlichen Vorteilen einen klaren Kaufanreiz. 37 Prozent wollen durch Elektrifizierung sicherstellen, dass ihre Mitarbeiterinnen auch künftig in Städte kommen. "Die Akzeptanz für alternative Antriebe steigt, im europäischen Vergleich hat sie sich deutlich verbessert", sagt Katharina Schmidt, Head of Consulting und Verantwortliche des AMO bei Arval.

"Vor allem bei Plug-in Hybriden ist die Prognose aus Unternehmersicht positiv", weiß Schmidt. Jeweils die Hälfte aller Unternehmen plant, beide Antriebsformen in den nächsten drei Jahren einzuführen. In großen Unternehmen planen über zwei Drittel die Einführung, ein Drittel ist schon ausgerüstet. Interessant in der breiten Masse: Immerhin knapp ein Drittel der Firmen wollen weder Plug-in Hybriden noch Elektroautos anschaffen.

Das liegt zum einen an den Fahrleistungen: Zwei Drittel der Fahrzeuge fahren jährlich über 20.000 Kilometer, 21 Prozent aller Autos sogar über 40.000 Kilometer im Jahr. Entsprechend groß ist die Sorge, dass die öffentliche Ladeinfrastruktur nicht ausreicht. Über die Hälfte findet, dass hier zu wenige Möglichkeiten bereitstehen. Ebenso groß sind die Bedenken bei Kaufpreis und Modellpalette, wobei sich diese zwei Punkte dank größer werdender Modellvielfalt und inzwischen beträchtlicher Kaufförderungen schnell erledigen dürften.

Die Kosten bleiben dennoch kaufentscheidend. Die Fuhrparkleitungen betrachten dabei nicht nur die Anschaffung: Bei 56 Prozent geben die Gesamtbetriebskosten den Ausschlag. So bleibt der Diesel wichtig für Fuhrparks. Über alle befragten Firmen hinweg hat er in drei Jahren voraussichtlich noch einen Anteil von 48 Prozent, gut ein Viertel will auf Benziner setzen. Das verbleibende Viertel teilen sich die alternativen Antriebe.

Auch hier zeigt sich ein Unterschied zwischen kleineren und größeren Unternehmen: Firmen mit mehr als 100 Mitarbeitern legen häufig Wert darauf, das eigene Image über den Fuhrpark nachhaltiger zu prägen. Über 80 Prozent haben schon heute Ladestationen am Firmenstandort, in der Gesamtbetrachtung sind es nur knapp mehr als die Hälfte.

Auch abseits von Dienstwagen bieten große Unternehmen ihren Mitarbeitern mehr nachhaltige Mobilitätsmöglichkeiten. Ein Viertel bietet schon Mobilitätsbudgets an, die Hälfte plant es. Über alle befragten Unternehmen hinweg liegt die Einführungsrate erst bei zehn Prozent. "Mobilitätsbudgets erfahren vor allem in mittleren und kleinen Unternehmen nur eine geringe Akzeptanz", sagt dazu Katharina Schmidt. Besser sehe es beispielsweise in Belgien aus: Auch dank steuerlicher Erleichterungen setzt dort bereits ein Viertel aller befragten Firmen auf Mobilitätsbudgets.

Hierzulande ist der ÖPNV die beliebteste Alternative zum Firmenwagen. Immerhin 16 Prozent der Firmen setzen auf Mitnahmekonzepte wie Ridesharing. In der Krise nahm zudem ein Trend an Fahrt auf: "Lange Lieferzeiten und flexiblere Anforderungen machen mittelfristige Mietfahrzeuge immer beliebter", so Katharina Schmidt. Wie diese Entwicklung weitergeht, werden wir in einem Jahr berichten können – dann gibt die Befragung bestimmt auch spannende Einblicke, wie Fuhrparks mit der diesjährigen Krise umgehen.

Foto: etm
Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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