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Audi A2

Zwischen den Klassen

Audi pendelte zum Millennium irgendwo zwischen Le Mans, Glamour oder wenigstens Gerhard Schröder. Mittenrein stieß der Audi A2. Das konnte nicht gut gehen.

Manche Autos gelten schon zu Bauzeiten als Flop. Sind sie dann verschwunden, trauern ihnen die Leute nach. Ein typischer Vertreter: der Audi A2. Wir erinnern uns in groben Zügen: schicker Heckknick in einer weit heruntergezogenen Dachlinie. Eine fließend in die Motorhaube übergehende Frontscheibe, pausbäckige Radläufe, in die Karosserie integrierte Stoßfänger. Diese Kombination schaffte es in knapp sechs Jahren Bauzeit von 1999 bis 2005 auf nur gut 176.000 Verkäufe. Enttäuschend.

Das Problem war einfach die Frage, in welchem Segment das Auto eigentlich antreten sollte. Der große Konkurrent Mercedes lancierte seine A-Klasse zielgenau unter den Kompakten am Markt. Audi aber war da ja schon selbst vertreten mit dem A3. Den Aktionären zu erklären, warum man mit gleich zwei Baureihen in der Kompaktklasse antritt, ersparte man sich in Ingolstadt lieber. Und entschied stattdessen, den A2 beim Kraftfahrtbundesamt in einem tieferen Segment anzumelden als den Hauptkonkurrenten. Was bei manchen Flottenbetreibern zur Angst führte, mit dem A2 womöglich zu niedrig ins Regal zu greifen.

Als Dreiliterauto zu teuer

Heute, in Zeiten der Dieselinquisition, wird gerne an den A2 erinnert. Er war eine regelrechte Argumentationsmaschine pro Selbstzünder, denn die Baureihe hatte mit dem 1.2 TDI ab 2001 ein echtes Niedrigenergiefahrzeug im Portfolio. Geläufiger war die Bezeichnung Drei-Liter-Auto: 2,99 Liter Diesel auf 100 Kilometer lautet die Normverbrauchsangabe, und das erstmals in einem fünftürigen Großserienauto.

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Innenleben: Die steile Konsole und der voluminöse Lenkradkranz prägten das Cockpit.

Das schaffte Audi mit toller Technik: Motormanagement mit einem der ersten Start-Stopp-Systeme sowie einem Eco-Modus, der beim Gaswegnehmen in den Freilauf schaltet, um den Spritbedarf einer Motorbremsung zu umgehen.

Der A2 war nach der Kanzlerlimousine A8 der zweite Audi mit einer Alu-Karosserie. Bei dem 1.2 TDI allerdings sind auch Teile des Fahrwerks aus dem Leichtmetall. Die Rücksitze sind leichter und nicht zu teilen, die Felgen aus einer Aluminium-Magnesium-Kombination. Zudem passen nur 20 Liter Sprit in den Tank, was irgendwie nach 2CV klingt, aber trotzdem für eine Fahrt von München nach Berlin reicht.

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Audi A2

Vorausgesetzt, es war nach dem Kauf noch was in der Reisekasse. 18.300 Euro für den Dreiliter-Audi waren doch zu viel, um die Welt zu retten. Die Kunden griffen dann doch lieber zu einem der beiden anderen, weniger aufwendigen Diesel oder zum Benziner.
Die Frage, was der A2 denn mit knapp 3,83 Meter Länge eigentlich war, wird bis heute diskutiert. Kompakter Van, Mini Van, oder eigentlich doch kein Van? Eines war er allerdings sicher: ein bemerkenswertes Auto.

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Datum

11. September 2017
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