Audi A8 2018 15 Bilder Zoom
Foto: AUDI

Audi A8 (2017) Fahrbericht

Der Chef fährt autonom ins Büro

Im neuen Audi A8 stecken jede Menge innovative Technologien: Er mimt den sprachgesteuerten Butler, präsentiert ein neues Bedienkonzept und fährt als Weltneuheit selbstständig.

Sie hätten gerne eine entspannende Fußreflexzonenmassage, würden am liebsten wie auf Wolke Sieben schweben und hin und wieder einfach mal die Finger vom Lenkrad lassen? Alles kein Problem. Der neue Audi A8 macht´s möglich. Der Luxusliner der Ingolstädter steckt voller Hightech-Raffinessen. Sofern das Budget stimmt, denn erst ab selbstbewussten 76.134 Euro (alle Preise ohne Mehrwertsteuer) steht das neue Audi-Flaggschiff auf Ihrem Firmen-Parkplatz.
 
Extras sind hier natürlich noch nicht berücksichtigt. Ganz zu schweigen von den exklusiveren Features wie etwa dem hochautomatisierten Fahren. Da liegt Audi derzeit ganz weit vorne und setzt neue Maßstäbe. Dank enormer künstlicher Intelligenz und hoher Prozessorleistung beherrscht der Staupilot im A8 das eigenständige Fahren wie kein weiteres Serienfahrzeug.

Zoom Audi A8 2018 Foto: AUDI
Sobald es der Gesetzgeber erlaubt, soll der neue Audi A8 autonom fahren können.

Autonom durch den Stau
Anders als beispielsweise bei der Mercedes S-Klasse, wird der Fahrer beim autonomem Staupilot im A8 aus seiner Pflicht entbunden und muss den Verkehr nicht mehr regelmäßig überwachen. Er kann einfach die Hände vom Lenkrad nehmen, sich entspannt zurücklehnen, oder im Internet surfen. Der Audi übernimmt die vollständige Kontrolle und fährt bis Tempo 60 eigenverantwortlich  durch den zähflüssigen Verkehr. Möglich machen das eine Armada von Radar- und Ultraschallsensoren, optischen Kameras sowie ein Laserscanner. Sie alle beobachten permanent das Umfeld. Alle Systeme arbeiten, ähnlich wie in einem Verkehrsflugzeug, redundant und sind somit doppelt abgesichert.
 
Ein Nickerchen darf der Fahrer dennoch nicht machen, denn der Staupilot fordert ihn nach einer kurzen Vorlaufzeit wieder auf, das Lenkrad zu übernehmen. Reagiert der Fahrer nicht, hält der A8 einfach von alleine an. Ein weiteres Novum: In einer Autobahn-Kolonne mit unter 30 km/h peilt der Staupilot automatisch den äußeren Fahrbahnrand an und hilft so eine Rettungsgasse für die Einsatzfahrzeuge zu bilden.
 
Allerdings hat das autonome Fahren noch einen Haken. Technisch beherrscht der A8 das Autonome Fahren nach dem sogenannten Level drei (beim höchsten Level fünf fährt ein Fahrzeug völlig ohne Fahrer), jedoch fehlen die gesetzliches Freigaben. Die Ingolstädter sind mit den Behörden gerade in den finalen Abstimmungsverhandlungen. Sobald die ihr grünes Licht geben, wird der A8 für das pilotierte Fahren freigeschaltet.

Vollautomatisch in die Parklücke
Überhaupt bietet der Audi A8 massenhaft Fahrerassistenten. Bis zu 41 elektronische Systeme sind es insgesamt, dazu gehört neuerdings auch das vollautomatische Einparken. Wird es aktiviert, setzt der A8 automatisch den Blinker, wechselt genauso selbsttätig die Fahrstufe auf R und manövriert rückwärts in die Lücke. Gas geben und Bremsen übernimmt der Audi ebenfalls. Ist der Fahrer zudem vorher an einer Parkmöglichkeit vorbei gerollt, hat sich der Luxusliner schon längst die freie Stelle gemerkt und bietet sie ihm an. Geht der Fahrer auf das Angebot ein, tastet sich der A8 wieder langsam von alleine zurück. Auch in Garageneinfahrten rollt der A8 jetzt selbstständig hinein. Und wenn es einmal enger zugeht, kann der A8-Besitzer ihn per Smartphone-App dirigieren, ohne selbst hinterm Steuer sitzen zu müssen.

Zoom Audi A8 2018 Foto: AUDI
Neues Bedienkonzept: Anstelle des MMI-Dreh-Drückknopfes gibt es zwei berührungsempfindliche Bildschirme.

Völlig neues Bedienkonzept im A8
Dass Audi auch sonst vieles anders macht, beweist ein Blick in den Innenraum. Das digitale Cockpit ist ja bereits bekannt, doch das weitere Bedienkonzept präsentiert sich komplett neu. Es gibt so gut wie keine Schalter mehr, dafür aber einen großen Touchscreen im unteren Bereich der Mittelkonsole. Der hochauflösende Monitor lässt sich vielfältig personalisieren. Wichtige Favoriten, wie Navigationszeile, Telefonnummern oder gar die eigene Musik-Playlist können auf einem separaten Zeilenfeld abspeichert werden und sind so sofort griffbereit.
 
Die Bedienung wird in modernen Fahrzeugen aber immer komplexer, daher arbeitet die Sprachsteuerung nun mit Online-Unterstützung und versteht sogar ganze Sätze. Würde die mündliche Eingabe nicht verstanden, stellt das System Rückfragen, um genaue Ergebnisse zu liefern. Das Ganze funktioniert gut und ist ziemlich komfortabel.
 
Die Langversion ist eine Wellness-Lounge
Mit einer Länge von 5,17 Metern ist der A8 nur minimal gewachsen, dennoch hat sich das Platzangebot dank neugeformter Sitzen nochmals verbessert. Richtig luxuriös wird es in der um 13 Zentimeter gestreckten Langversion samt feudaler Einzelsitzanlage im Fond. Während der Chauffeur dem A8 die Sporen gibt, gleitet der Chef ins erlesene Mobiliar und lässt sich massieren. Noch behaglicher wird es in der Liegeposition, dann erhalten die Füße von der herausfahrenden Ablage am Beifahrersitz zusätzlich eine entspannende Reflexzonenmassage. Dazu ein Drink aus dem Mini-Kühlschrank in der Mittelarmlehne, so lässt es sich aushalten.
 
Luftfederung erkennt Schlaglöcher
Aber auch selbst fahren macht Spaß. Zumal Audi beim A8 neben dem serienmäßigen Luftfahrwerk eine aktive Luftfederung anbietet. Die arbeitet nun elektromechanisch und wird von einem 48 Volt-Bordnetz gespeist. Darüber hinaus ist sie mit der Windschutzscheibenkamera vernetzt und erkennt Bodenwellen oder Schlaglöcher bereits im Voraus. Dadurch schwebt der A8 förmlich über Unebenheiten hinweg. Und die ebenfalls optionale Allradlenkung macht selbst die A8-Langversion in der Stadt noch rangierfreundlich und sorgt bei höherem Tempo für spürbar mehr Agilität. Überhaupt fährt sich die gut zwei Tonnen schwere Chef-Limo überraschend leichtfüßig.

Plug-in Hybrid lädt induktiv
Die kraftvollen Motoren sind alle als milde Hybride ausgelegt. Das bedeutet, dass ein kleiner E-Motor den Verbrenner unterstützt. Diese Kombi soll im Schnitt 0,7 Liter sparen. Zum Einstieg gibt’s den A8 mit dem Dreiliter-Diesel (286 PS) sowie einem 340 PS starken Benziner. Nächstes Jahr folgen der Acht- sowie der prestigevolle Zwölfzylinder, an dem Audi weiter festhält. Dann kommt auch der Plug-in Hybride mit einer Gesamtsystemleistung von 449 PS und einer induktiver Ladefunktion, die das kabellose Stromzapfen zwischen Parkplatz und Fahrzeug erleichtert.
 
Zahlen-Wirrwarr am Heck
Apropos Motoren: Die Kennzeichnung ihrer Motorisierungen haben die Ingolstädter nun völlig auf den Kopf gestellt. Auf der Kofferraumklappe steht nicht mehr der Hubraum, sondern ein Kürzel für die Leistung in Kilowatt. Die variiert stufenweise und in Fünfer-Schritten. So prangt am Heck des Dreiliter-Diesel statt des bekannten 3.0 TDI nur noch ein abstraktes 50 TDI. Der A8 ist der erste, alle weiteren Modelle werden bis spätestens Sommer 2018 mit der neuen Typkennzeichnung umgestellt. Hatte da etwa jemand Langweile?
 
Neues Bedienkonzept: Vibrierender Bildschirm
Neben dem regulären 10,1 Zoll großen Touchscreen befindet sich beim Audi A8 ein weiterer 8,6 Zoll großer Bildschirm im unteren Bereich der Mittelkonsole. Darüber lassen sich die Klimafunktionen sowie weiteren Funktionen wie beispielsweise die Handschrifteingabe steuern. Text kann der Fahrer sowohl in Schreibschrift als mit übereinander gemalten Buchstaben eingeben, das System erkennt beides. Handgesten wie Wischen oder Scrollen werden ebenfalls unterstützt. Zudem kann der Fahrer den Bildschirm mit eigenen Favoriten personalisieren, die über Direktwahltasten abgerufen werden.
Um einer möglichen Ablenkung vom Straßenverkehr vorzubeugen, vibriert der Bildschirm bei jeder Berührung leicht, zusätzlich ertönt eine akustische Rückmeldung. Eine weitere Besonderheit. Auf beiden Displays befindet sich eine Anti-Fingerprint-Beschichtung und eine weitere Schicht, die reflektierendes Sonnenlicht bricht.

Zoom Audi A8 2018 Foto: AUDI
Mit 5,17 ist der A8 genauso lang wie der Vorgänger.

Autor

Datum

9. Oktober 2017
Kommentare
Kostenloser Newsletter
Newsletter Small

+++ Alle Tests +++
+++ Alle News +++

Und immer bequem und kostenlos per E-Mail.

  • Alle Bereiche
  • Branche
  • Auto
  • Management
  • ecoFleet
  • Recht/Steuer
  • Service
  • Firmenauto des Jahres