Audi E-Tron 55 Sportback 2020 im Fahrbericht

Mehr Strecke dank Flachdach

Foto: Immanuel Schneeberger 22 Bilder

Der Audi E-Tron Sportback nimmt seinen Namen wörtlich. Der sportliche Rücken verhilft ihm zu etwas mehr Ausdauer in Form von zehn Kilometern mehr Reichweite. Was das E-Auto sonst noch kann? Klärt der erste Test!

Ein an sich praktisches und riesiges SUV ungeschickter machen, indem man nur für die Optik das Heck anschrägt? Klingt nicht besonders sinnvoll und ist es ehrlich gesagt auch selten. Dennoch erfreuen sich sogenannte SUV-Coupés großer Beliebtheit. Mit dem E-Tron Sportback könnte Audi nun die erste vernünftige Variante einer solchen Karosserieform geglückt sein.

Denn das flache Heck lässt den Schnellheck-E-tron leichter durch den Wind schlüpfen. Nur 0,25 beträgt der Luftwiderstandsbeiwert, nur wenige Zehntelpunkte schlechter als die besten Limousinen weltweit. Und minimal besser als der Steilheck-E-Tron. Freilich reduziert die schräge Klappe nicht die Stirnfläche, also die Fläche, die sich in Breite (1,94 Meter) und Höhe (1,62) der Karosserie dem Wind entgegenstellt. Hier sind eher Sportwagen spitze. Aber die eignen sich für den Alltag so schlecht, und genau den will der E-Tron Sportback gut meistern. Nach Norm schafft er immerhin schonmal zehn Kilometer mehr als sein Schwestermodell. In der Top-Version 55 sollen es laut WLTP-Test 446 Kilometer sein, bevor das Dickschiff nach der nächsten Steckdose verlangt. Dort lädt er dann in Windeseile, nämlich einer halben Stunde, 80 Prozent seines Akkus wieder auf. Vorausgesetzt, die Ladesäule liefert 150 Kilowatt. Wir haben es ausprobiert, die Prozente wandern tatsächlich so schnell wie angekündigt wieder auf die Ladeanzeige.

Foto: Immanuel Schneeberger

Technik aus dem E-Tron, hübscher verpackt

Insgesamt fassen die im Unterboden montierten Akkus wie auch bei der Steilheckversion 95 Kilowattstunden. Nutzen darf das Auto davon 86,5, der Rest ist als eiserne Reserve zur Schonung der Zellen gedacht. Beim Fahren merkt man das neue Hinterteil ebenso wenig wie an der Technik: Es geht ansatzlos voran. Für acht Sekunden leisten zwei E-Motoren an Vorder- und Hinterachse gemeinsam 408 PS und 664 Newtonmeter, danach geht es mit immer noch üppigen 360 PS und 561 Newtonmeter bis Tempo 200 weiter. Auch in Kurven fühlt sich der serienmäßig luftgefederte Wagen wohl. Kaum zu glauben, dass hier leer über 2,5 Tonnen Masse über die Landstraße huschen. Bei alledem überzeugt die gute Geräuschdämmung: Wind und das Abrollen der Reifen kommt Innen nur sehr gedämpft an, und nur bei niedrigerem Tempo lässt sich der Antrieb mit Straßenbahnartigem Sirren vernehmen.

Wer vom Gas geht, merkt erst einmal, wie gut so viel Gewicht im Leerlauf rollen kann. In drei Stufen lässt sich nun über die Lenkradwippen rekuperieren, die E-Motoren laden also die Akkus wieder auf. Auch beim Tritt auf das Bremspedal funktioniert das, erst bei wirklich starken Bremsvorgängen hilft die Hydraulik. Dass die Rekuperationsstufe nach jedem Beschleunigen wieder auf null sinkt, ist etwas gewöhnungsbedürftig.

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Dieses Attribut haben auch die bereits bekannten digitalen Spiegel verdient. Die ungewohnte Position des Kamerabilds in den Türen mag Gewöhnungssache sein, das scharfe Bild hingegen ist schlicht zu klein. Im Sinne der Sicherheit also lieber drei Kilometer früher an die Ladesäule und auf die herkömmlichen Glasspiegel vertrauen. Es gibt schließlich auch so noch genug digitale Gimmicks im Auto. Die Bedienung des Infotainments läuft über zwei Touchscreens oder per Sprache. Man kann sagen, was man will, wenn der Audi mal nicht weiter weiß, hilft Alexa aus. Außerdem verbindet sich das System direkt mit dem Smartphone, worüber dann auch Ladevorgänge gesteuert werden können. Interessanter weil neu und unbekannt ist es dann auf den hinteren Plätzen: Die flache Dachlinie kostet kaum Platz. Um zwei Zentimeter schrumpft die Kopffreiheit, sie reicht jetzt immer noch für große Passagiere. Und der Gepäckraum fasst vielleicht keine Waschmaschine, aber mit 615 Litern jede Menge Gepäck. Fairerweise sei erwähnt, dass hier die 60 Liter unter der vorderen Haube schon mitgerechnet sind.

Foto: Immanuel Schneeberger

Dort nämlich finden die Ladekabel ihren Platz. Neben dem schnellen Gleichstromladen per CCS kann der Audi nämlich auch mit Wechselstrom zu neuer Energie kommen. Das klappt mit Ty-2-Stecker auf Wunsch beidseitig mit 11 Kilowatt, noch im Laufe des Jahres soll eine 22-Kilowatt-Option zur Wahl stehen.

Bald mit hochauflösenden Matrix-LED-Scheinwerfern

Ebenfalls etwas später im Jahr kommt ein weiteres Feature dazu. Die Matrix-LED-Scheinwerfer werden hochauflösend. Etwa eine Million kleinster Spiegel bringen das Licht nur dorthin auf die Straße, wo es keinen blendet. Außerdem leuchten die klugen Scheinwerfer Fußgänger neben der Fahrbahn direkt an und führen auch in engen Baustellen mit hellen Streifen in der Spur. Bisher gibt es ein ähnliches System nur in der Mercedes S-Klasse, bald also auch bei Audi. Der Aufpreis für diese tolle Technik wird spürbar ausfallen, ist er es bei den anderen gut funktionierenden Sicherheitsfeatures doch auch. ES gibt alle aktuellen Assistenzsysteme, doch die meisten nur in Pakten gegen Aufpreis. Sind sie verbaut, fährt der E-Tron beinahe von allein. Er bremst rechtzeitig vor Kreisverkehren, rekuperiert auch ohne aktivierten Tempomat dem Verkehr entsprechend und führt zuverlässig in der Spur. Angesichts eines Basispreises von knapp 70.000 Euro (alle Preise ohne Mehrwertsteuer) kann man das auch erwarten.

Foto: Audi

Wer das zu teuer findet, hat die Wahl: Der E-Tron mit Steilheck kommt etwa 2.000 Euro günstiger als der Sportback. Das sind in dieser Klasse eher Peanuts. Allerdings gibt es beide Karosserievarianten auch als 50er-Sparversion. Die hat immer noch 313 PS, kostet aber satte 15.000 Euro weniger. Der Basispreis ist nämlich so geschickt gewählt, dass noch der staatliche Umweltbonus obendrauf kommt. Allerdings hat die Sache einen Haken: Der Akku fasst jetzt nur noch nutzbare 65 Kilowattstunden. Damit sinkt die Reichweite auf 347 Kilometer. Wer damit leben kann, macht mit der kleineren Version aber auf jeden Fall das bessere Geschäft. Und kann das gesparte Geld ja in die neue Sportback-Version mit flottem Abgang stecken.

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