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Auto-Neuheiten 2019

Die Highlights fürs kommende Jahr

VW T-Cross 2018 Foto: VW 18 Bilder

Kein neues Modell dürfte 2019 so schnell das Straßenbild prägen wie der Golf VIII. Doch auch abseits des Bestsellers gibt es spannende Premieren.

Kleinwagen

Der frische Wind in der Citycar-Klasse kommt im neuen Jahr aus Frankreich. Mit dem Renault Clio steht einer der Veteranen auf den Kleinwagenmarkt vor der Ablöse. Die Neuauflage wirkt äußerlich erwachsener und wird bei gleicher Länge etwas geräumiger, dazu gibt es teilautonome Fahrfunktionen und neue kleine Vierzylinderbenziner, die man bereits aus der neuen A-Klasse von Kooperationspartner Mercedes kennt. Die Technik des Clio wiederum kommt erstmals direkt dem Billigbruder Dacia Sandero zugute, der bislang immer die abgelegten Renault-Plattformen auftragen musste. Der Technik-Fortschritt schlägt sich auch in einem selbstbewussteren Design des rumänisch-französischen Kleinwagens nieder, der preislich aber wohl weiterhin klar unter der 8.400-Euro-Grenze (alle Preise netto) liegen dürfte. Konkurrenz erhalten die beiden Neuen aus dem PSA-Konzern, der gleich ein Trio ins Rennen schickt: den Peugeot 208, den Citroen C3 und den Opel Corsa. Wie üblich werden die drei Modelle identische Technik nutzen, sich äußerlich aber klar differenzieren. Erstmals gibt es neben kleinen Benzinern auch einen Elektromotor, allerdings wohl erst im Jahr nach der Markteinführung.

Kompaktklasse

Wer ein klassisches Kompaktauto will, für den ist 2019 das richtige Jahr. Vor allem, weil mit dem VW Golf im Herbst das Ur-Meter des Segments in die nächste, dann achte Generation geht. Während sich das Design eher evolutionär entwickelt, geht der Bestseller unterm Blechkleid ins digitale Zeitalter über, erhält ein komplett neues, stark vernetztes Infotainment, neue Assistenten und autonome Fahrfunktionen. Beim Antrieb dominieren Dreizylinder mit Turboaufladung und Vierzylinder mit serienmäßiger Mildhybridtechnik. Ähnlich sieht das Erneuerungsprogramm bei den Golf-Ablegern der anderen Konzernmarken aus: Seat wird den Leon preislich und technisch etwa abspecken, Audi beim A3 die Gegenrichtung einschlagen. Neuling im Bunde wird der Skoda Scala, ein höherwertiger Nachfolger des Budget-Modells Rapid Spaceback, der im Frühjahr startet und der erste wirkliche Golf-Konkurrent der Tschechen ist. Das größere Kompaktmodell Octavia dürfte daher in Abmessungen und Anspruch leicht gewachsen sein, wenn es im Herbst Premiere feiert.

Kia Shooting Brake Foto: Kia
Kia hat bereits seinen Shooting Brake vorgestellt.

Nicht nur innerhalb des VW-Konzerns ist die Kompakt-Konkurrenz groß, auch der Wettbewerb rüstet auf. So streicht Toyota die Bezeichnung Auris aus dem Programm und nennt die Neuauflage des Fünftürers wieder wie in seinen erfolgreichsten Zeiten Corolla. Neben dem großen Namen soll auch der markentypische Hybridantrieb in seiner neuesten Generation helfen, den Abstand auf den Marktführer aus Wolfsburg wieder zu verringern. Ähnliche Ambitionen hat bereits seit längerem Kia, die mit dem schnittigen Kombi Pro Ceed das erste kompakte Shooting-Brake-Modell unterhalb der Premiumklasse auf den Markt bringen und so ihr Portfolio rund um Fünftürer und Kombi erweitern. Im Vergleich dazu kann sich der neue Mazda3 weniger Ehrgeiz leisten. Der Japaner interpretiert seine Außenseiterrolle ab März wieder mit besonderer Designdynamik und technischen Speziallösungen: Diesmal gibt es eine echte Technik-Premiere in Form eines Diesotto-Motors, der die Verbrauchsvorteile des Diesels mit der Sauberkeit des Benziners verbinden will.

Apropos technischer Sonderweg: Beim Einser gibt BMW diesen auf und stellt sein Kompaktmodell 2019 auf Frontantrieb um, zudem fallen die Sechszylinder aus dem Programm. Eine Chance für Alfa, die sportliche Führerschaft in der Kompaktklasse zu übernehmen: Die Italiener bringen die neue Giulietta erstmals mit Heckantrieb und erweitern das Leistungsband des Motorenangebots in Richtung 400 PS. Vergleichsweise ruhiger angehen lassen wird es der Mercedes CLA; die zur Limousine gestreckte A-Klasse nimmt vor allem junge Asiaten und Amis in den Blick, könnte hier aber als handlichere Alternative zur teureren C-Klasse reüssieren. Gleiches gilt für den parallel aufgelegten Shooting Brake.

Mittelklasse aufwärts

BMW 3er 2019 Foto: BMW
Der neue BMW 3er startet 2019.

Wichtigste Neuheit in der klassischen Mittelklasse ist der BMW 3er. Klassischerweise haben die Münchner an ihrem Erfolgsmodell eher wenig geändert, optisch wurden Ecken und Kanten leicht nachgeschärft, die Länge legt um eine Handbreit zu. Das Motorenangebot besteht künftig fast durchwegs aus Vierzylindern – eine Entwicklung, die sich bereits beim Vorgänger andeutete. Immerhin bleibt beim 340i der klassische Reihensechser an Bord. Darüber hinaus wird es ein neues Plug-in-Hybridmodell mit bis zu 60 Kilometern Elektro-Reichweite geben. Abgesehen davon bestehen die wichtigsten Neuerungen aus den modernen Assistenten und Infotainment-Funktionen. Unter anderem soll eine leistungsfähiger Sprachsteuerung ins Cockpit einziehen. Start für die Limousine ist im März kurze Zeit später folgt der "Touring" genannte Kombi. Direkte Konkurrenz erhält ersterer durch den Volvo S60; die Limousinenvariante des bereits als Kombi erhältlichen Schweden setzt auf nordisch-elegantes Design, ein breites Band an Vierzylindermotoren und Assistenzsysteme am oberen Ende des Klassenstandards.

Unterhalb der Premium-Sphäre kämpft der Toyota Camry um Kundschaft. Der Volkswagen Amerikas ersetzt hierzulande den überalterten Avensis, wird aufgrund der fehlenden Kombi-Variante aber allenfalls eine Außenseiterrolle spielen. Daran dürfte auch der markentypische Hybridantrieb als Diesel-Ersatz nicht viel ändern. Dass die Kunden hierzulande Stufenhecklimousinen hierzulande in der Regel nur von deutschen (Premium-) Herstellern akzeptieren, musste auch der Peugeot 508 einsehen, der trotz aufregenden Designs nur wenig Käufer findet. Deutlich bessern dürfte sich die Lage durch den für Sommer erwarteten Kombi "SW", der mit seiner schnittigen Dachlinie nicht zu den praktischsten, aber zu den ansehnlichsten seiner Art zählen dürfte.

Mini-SUV

Der Nissan Juke zählte 2010 zu den ersten Mini-SUV. Im kommenden Jahr geht der polarisierend gestaltete Crossover in die zweite Generation, hält dabei aber an seinem expressiven Design-Stil fest. Die Technik wird dank neuer Plattform komplett umgekrempelt, unter anderem sind Dreizylinderbenziner geplant. Ähnlich sieht es beim Schwestermodell Renault Captur aus, der sich optisch stärker am Massengeschmack orientiert als der Nissan. Zu den wenigen echten SUV-Neuerscheinungen ohne Vorgänger gehört der VW T-Cross, der sich als stylische Alternative zum Kleinwagen Polo versteht und ohne Allradantrieb auskommen muss. Wolfsburg hat sich mit dem Einstieg in die kleinste SUV-Klasse viel Zeit gelassen, will ab dem Frühsommer 2019 aber das Feld von hinten aufrollen.

Kompakt-SUV

Der erste Range Rover Evoque hat 2011 das kompakte SUV-Segment endgültig in der Premiumliga satisfaktionsfähig gemacht. Die Neuauflage modernisiert das für den Erfolg des Vorgängers maßgebende Design daher nur vorsichtig, die Antriebspalette wird mit Mildhybriden und erstmals einem Dreizylinder gefüllt. Zeitgleich legt Mercedes seinen Crossover-Ableger der A-Klasse, den GLA neu auf. Und Audi schickt den neuen Q3 ins Rennen. Beide Marken leisten sich zudem Upgrades ihrer Kompakt-Modelle: Audi den coupéhaften Q4, Mecedes den geräumigen GLB.

Range Rover Evoque Foto: Land Rover
Der Range Rover Evoque geht in die zweite Generation.

Wer weniger als 33.613 Euro ausgeben will, findet auch bei den Volumenherstellern Neues. So hat Toyota den SUV-Klassiker RAV4 neu aufgelegt, ihn gegen den Trend kürzer und knackiger gemacht und ihm einen kräftigen Hybridantrieb verpasst. Der Ford Kuga setzt auf einen Plug-in-Hybrid, bleibt aber auch dem Diesel treu. Wie beim 2018 neu gekommenen Ford Focus, mit dem er sich Technik teilt, dürfte der Kuga an Ausstrahlung und Technikoptionen gewinnen, während die Basispreise zumindest nicht steigen werden. Konkurrenz gibt es in Form des späten Neustarters Citroen C5 Aircross. Den extrem komfortbetonten Ableger von Peugeot 3008 und Opel Grandland X gibt es in China schon eine Weile, hierzulande kommt er im Frühjahr.

Mittlere und große SUV

Bei den großen Crossover-Modellen setzt sich der Trend zum Coupé fort. Mit dem X6 geht der Urvater der gekappten SUV in die dritte Runde. Wie schon beim X5 mit seinem konventionellen Heck sind optisch keine großen Änderungen zu erwarten, stattdessen gibt es etwas mehr Platz, mehr Digitales und vielleicht auch Spielereien wie den LED-Sternenhimmel für die Insassen. Zeitnah erwartet wird auch die Coupévariante des Mercedes GLE, die wie das bereits zum Jahresanfang erhältliche Standardmodell mit zahlreichen Technik-Neuerungen aufwartet, darunter ein aktives Fahrwerk mit 48-Volt-Technik. Komplettiert wird das Schrägheck-Trio vom erstmals angebotenen Porsche Cayenne Coupé. Eines der wenigen neuen Angebote unterhalb der Luxus-Klasse ist der Seat Tarraco, die spanische Variante von Skoda Kodiaq und VW Tiguan Allspace, die im Februar startet. Mit sieben Sitzen und Preisen ab 25.210 Euro wendet er sich auch an Familien, denen der Van Alhambra zu spießig scheint.

Elektroautos

Das große Jahr des E-Mobils wird 2019 wohl noch nicht. Wichtige und voraussichtich wirkungsmächtige Modelle aus Deutschland wie VW Neo, Porsche Taycan und Audi E-Tron GT werden maximal ihre Öffentlichkeits-Premiere feiern, auf der Straße aber frühestens 2020 zu sehen sein. Gleiches gilt wohl für Modelle wie Opels elektrischen Corsa und seinen Modellbruder Peugeot e-208 sowie den Elektro-Mini. Kurzfristig sind es daher eher die Asiaten, die Schwung in den Massenmarkt bringen. Chancen auf einen Treffer im Massengeschmack hat vor allem der Honda Urban EV, ein Stadtflitzer im Retro-Kleid, der ab Anfang des Jahres bestellbar sein und gegen Ende ausgeliefert werden soll. Parallel dazu bauen die Koreaner ihr Angebot aus, bringen mit dem Kia E-Niro das Schwestermodell des Hyundai Kona Electric und mit dem Kia E-Soul den Nachfolger ihres aktuellen E-Bestsellers. Aus Europa gesellt sich der DS3 Crossback hinzu, mit dem Opel-Mutter PSA ihre Elektro-Offensive startet. Das kleine SUV des edlen Citroen-Ablegers wartet in der E-Variante mit rund 300 Kilometern Reichweite auf und wird später von den Markengeschwistern flankiert.

VW Neo 2019 Foto: VW
VW stellt 2019 sein E-Auto Neo vor.

Eher wenig zur Neuzulassungsstatistik von E-Autos dürften Mercedes EQC und Audi E-Tron beisteuern. Mit den beiden großen SUV wollen die deutschen Traditionsmarken dem Model X von Newcomer Tesla Paroli bieten. Beide Modellen fahren in der 500-PS-Liga, verfügen über eine Reichweite von mindestens 400 Kilometern und kosten rund 67.226 Euro. Ein großer Wurf ist das Duo jedoch noch nicht, basiert es doch auf klassischen Pkw-Plattformen und kann die prinzipbedingten Vorteile des E-Motors nur teilweise einfahren. Ernsthaft mit dem E-Pionier aus Kalifornien konkurrieren oder ihn übertrumpfen können werden die Deutschen wohl erst nach 2020, wenn die konsequent für den E-Antrieb entwickelten Modelle wie E-Tron GT oder Porsche Taycan kommen.

Bis der Rückstand beim reinen E-Mobil aufgeholt ist, steht in vielen Fahrzeugklassen und bei vielen Herstellern die Plug-in-Hybridtechnik als Alternative zum reinen E-Antrieb im Fokus. Der lange Zeit vor allem in der Oberklasse präsente Steckdosen-Hybrid zieht zunehmend auch in kleinere und günstigere Fahrzeuge ein, darunter Modelle wie Opel Grandland X und Peugeot 3008. Darüber hinaus werden sanftere Formen der Elektrifizierung im kommenden Jahr zunehmend gängig. Vor allem in Form der 48-Volt-Technik. Dank höherer Betriebsspannung wird der Startergenerator zum elektrischen Hilfs-Antrieb, der den Motor nicht mehr nur anwirft, sondern ihn auch beim Beschleunigen und Anfahren unterstützt. Eine vergleichsweise günstige Variante der Hybridisierung, die zwar kein rein elektrisches Fahren zulässt, aber den Verbrauch deutlich senken soll. Entsprechende Modelle tauchen im kommenden Jahr in einem Gutteil aller Pkw-Neuerscheinungen auf.

Sportwagen

Wichtigste Neuheit für Fahrdynamiker ist im kommenden Jahr der Porsche 911. Optisch unterscheidet sich der neue Elfer besonders durch das Heck mit breitem Spoiler und höherem Abschluss vom alten Modell. Außerdem tragen nun alle Varianten, unabhängig davon, ob sie Heck- oder Allradantrieb haben, die breite Karosserie. Im Heck des 992 sitzt ein gegenüber dem 991 leicht weiterentwickelter Sechszylinder-Boxer mit 3,8 Liter Hubraum und Turboaufladung. Der Carrera S, den Porsche vor dem normalen Carrera auf den Markt bringen wird, leistet nun 450 PS – ein Zuwachs von 30 PS. Übertragen wird die Kraft über ein neues Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe, das nur noch über die Wippen am Lenkrad geschaltet werden kann. Die Preise starten bei rund 100.840 Euro, das nachgereichte Einstiegsmodell dürfte knapp sechsstellig ausfallen. Neben dem Coupé wird es 2019 zudem ein Cabrio und einen kompromisslosen Speedster geben.

Während der Porsche nach seiner Erstauflage durchgehend gebaut wurde, hat der Toyota Supra einen längere Zwangspause eingelegt. Im ersten Halbjahr 2019 kommt er zurück, mit mehr als 300 PS Leistung und Coupé-Karosserie. Für die Roadster-Variante ist BMW verantwortlich, die das offene Schwestermodell als Z4 anbieten. Die startet im März mit zwei Vierzylindern und einem 340 PS-Sechszylinder. Preis: ab 34.453 Euro.

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