Automarkt

Stockende Produktionen - höhere Gewinne

Foto: Volkswagen AG

Die Autohersteller verkaufen so wenig Autos wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Trotzdem streichen sie extreme Gewinne ein. Das hat Gründe.

Angesichts einbrechender Absatzzahlen müsste man meinen, die Autoindustrie wäre in einer schweren Krise. Das Gegenteil ist der Fall: Gerade erst haben Audi, BMW, VW und Co. hohe Gewinne vermeldet. Wie kann das sein?

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„Die aktuellen Lieferkettenprobleme sind fast ein Glücksfall für die Autoindustrie“, weiß Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer. Weil Corona, Chipkrise und Ukraine-Krieg den Nachschub wichtiger Komponenten und Materialien stocken lassen, können die Hersteller viel weniger Fahrzeuge bauen als sie verkaufen könnten. Und knappe Güter sind teuer. „Die Autohersteller können ihre wenigen verfügbaren Fahrzeuge aktuell zu hohen Preisen verkaufen. Die jahrzehntelang üblichen Rabatte sind stark zurückgefahren“, so Dudenhöffer. Dazu kommt: Die Industrie baut und verkauft zurzeit vornehmlich Modelle mit hohen Margen – also teure Fahrzeuge mit viel Ausstattung, gerne auch E-Autos, die die eigene CO2-Bilanz verbessern. Günstige Kleinwagen ohne Extras sind aktuell neu kaum zu bekommen.

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Wer ein neues Auto will, muss also entweder bereit sein, viel zu zahlen oder alternativ lange Lieferzeiten zu akzeptieren. In solchen Fällen sind durchaus noch Rabatte möglich, um die Kunden für ihre Geduld zu entschädigen. Der Automarkt sei aktuell aber insgesamt ein Verkäufermarkt, so Dudenhöffer. Das schlägt sich auch in den Gewinnmeldungen nieder, die die Hersteller nun für das erste Quartal veröffentlichen. Audi meldet den Rekordwert von 2,9 Milliarden Euro nach Steuern, obwohl die Auslieferungen um 16 Prozent eingebrochen sein. BMW sammelt 10,2 Milliarden Euro, dreimal mehr als vor Jahresfrist; der Absatz ist im gleichen Zeitraum um 6,9 Prozent zurückgegangen. Und auch Mercedes reiht sich mit 5,3 Milliarden Euro Gewinn und einem Absatzminus von 10 Prozent ein. Beim Volkswagen-Konzern lesen sich die Zahlen so: 6,7 Milliarden bei 20 Prozent weniger. Die Liste ließe sich fortsetzen. Nicht alle Überschüsse resultieren allerdings direkt aus dem besseren Margen-Management, hinzu kamen teilweise auch Sondereinflüsse.

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Die komfortable Marktlage dürfte für die Hersteller nach Einschätzung von Dudenhöffer noch eine Weile anhalten. Die Chipkrise klingt seiner Prognose nach in den kommenden Monaten ab. Und auch die anderen Lieferengpässe durch Corona und Krieg dürften sich bis 2024 erledigen. Dann rechnet der Experte mit einer Normalisierung des Marktes und einer Machtverschiebung in Richtung der Kunden.

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