Automatisiertes Fahren

Wo Autos schon fahrerlos unterwegs sind

e.GO Mover 2019 Foto: ZF 8 Bilder

Der Nutzen eines selbstfahrenden Autos erschließt sich heute noch nicht jedem. Da hilft der Blick auf andere Situationen, in denen die Technik schon bald eingesetzt wird.

Mit autonomen Fahrzeugen sollen nicht nur Autofahrer in ihrem Pkw künftig bequem und sicher von A nach B kommen – fast überall, wo Räder rollen, ist der Einsatz der Technik denkbar. Verschiedene Branchen erhoffen sich konkrete Vorteile.

Angefangen natürlich mit den Robotaxis, die künftig den Öffentlichen Personen-Nahverkehr ergänzen oder zum ride-sharing eingesetzt werden sollen. Die aus einem Forschungsprojekt der Hochschule RWTH Aachen hervorgegangene e.GO Mobile AG beispielsweise plant eine Auslieferung ihres e.GO Movers für das kommende Jahr, 400 Stück sollen 2019 entstehen. Abnehmer für den elektrischen Kleinbus mit hochautomatisierten Fahrfunktionen (Level 4) sind unter anderem Kommunen und Verkehrsbetriebe. Der erste autonome Linienverkehrsbus ist in Bayern bereits seit Herbst 2017 auf der Straße, die projektverantwortliche Deutsche Bahn will ab dem Sommer die Strecke ausweiten und einen zweiten Bus einsetzen.

Jenseits des Personentransports ist das Einsatzgebiet noch viel größer. Nach der Vorstellung des Technologie-Konzerns ZF beispielsweise schafft auf den Betriebshöfen von morgen der autonome Lkw die nötige Ordnung. Anstatt, dass die schweren Fernverkehr-Lkw langwierig rangieren, um ihre Ladung im engen Betriebshof oder Frachtterminal loszuwerden, wird ihre Ladung von einem autonomen Shuttle abgeholt und zur Laderampe gebracht. Das Bordsystem des "Tractor" genannten Fahrzeug verbindet sich mit dem Funknetzwerk des Hofes und wandelt dessen Navigationsbefehle in Signale für Motor, Lenkung und Bremsen um. Wenn der Auflieger ent- und wieder beladen ist, wird er ebenfalls automatisch wieder zu seinem wartenden LKW gebracht. Das geht schneller und vermeidet Rangierschäden und Ausfallzeiten.

BASt Baustellenfahrzeug Foto: MAN
Die BASt hat jüngst ein autonomes Baustellenfahrzeug für die Autobahn vorgestellt, das in Hessen auf der Schnellstraße unterwegs ist. Der MAN-Lkw mit Absperrtafel soll mobile Baustellen nach hinten gegen den fließenden Verkehr absichern.

Zur Minimierung von Unfallrisiken forscht auch die Bundesanstalt für Straßenwesen: Die BASt hat jüngst ein autonomes Baustellenfahrzeug für die Autobahn vorgestellt, das in Hessen auf der Schnellstraße unterwegs ist. Der MAN-Lkw mit Absperrtafel soll mobile Baustellen nach hinten gegen den fließenden Verkehr absichern. Er folgt der Wanderbaustelle automatisch auf dem Seitenstreifen. Da es immer wieder zu schweren Auffahrunfällen auf solche zur Absicherung nach hinten eingesetzten Lkw kommt, ist es sicherer für das Baustellenpersonal, wenn niemand an Bord sein muss. Apropos Baustelle: Nach der Vorstellung des Technologie-Konzerns Bosch werden auch Baumaschinen auf der Baustelle in Zukunft einen Teil der Aufgaben automatisiert erledigen, während der Fahrer für Dispositionsaufgaben zuständig ist. Genauer als jeder Rückspiegel es könnte, überwachen Ultraschall und Videosensoren das Umfeld des Fahrzeugs, ein tonnenschwerer Radlader wird so millimetergenau manövriert.

Fendt, Feldroboter Foto: Fendt
Landmaschinen-Hersteller Fendt arbeitet an einem elektrischen Feldroboter, der die Maisaussaat übernimmt. Per Satellitennavigation sollen die kleinen, im Schwarm arbeitenden Einheiten besonders präzise und auch unter widrigen Bedingungen sähen.

Ein weiteres Einsatzgebiet der Zukunft sind die automatisierten Landmaschinen. Werden Traktoren heute schon von der GPS-basierten Lenkautomatik gesteuert, sollen sie künftig ganz ohne Fahrer auf dem Feld ihre Arbeit verrichten. Einen fahrerloses Trecker-Konzeptfahrzeug hat beispielsweise der Hersteller Case IH vorgestellt; über den Computer oder ein Tablet kann der Landwirt seine Arbeit aus der Ferne überwachen und sogar auf die eingebaute Kamera zugreifen, um einen Blick auf die Umgebung zu werfen. Landmaschinen-Hersteller Fendt arbeitet an einem elektrischen Feldroboter, der die Maisaussaat übernimmt. Per Satellitennavigation sollen die kleinen, im Schwarm arbeitenden Einheiten besonders präzise und auch unter widrigen Bedingungen sähen.

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