Autonome Elektroautos

Clever parken und laden

Elektro_Ladesäule Foto: AdobeStock

In Karlsruhe soll ein Parkhaus für selbstfahrende Elektroautos entstehen, das die Stromer auch automatisch an Ladesäulen leitet.

Parkraum ist ein wertvolles Gut in unseren überfüllten Städten. Schon 1937 entstand in Chicago der erste Parkpaternoster, und auch heute noch tüfteln Ingenieure daran, wie sie möglichst viele Autos auf möglichst wenig Platz unterbringen. Die echten Platzkünstler finden sich in Japan, wo in 50 Meter hohen Türmen bis zu 100 Pkw auf der Grundfläche von vier Autos parken.

Voll autonom fahrende Autos könnten die Sache erleichtern. Denn wo niemand ein- und aussteigen muss, dürfen die Karossen dicht an dicht stehen. Genau daran arbeiten Mitarbeiter des FZI Forschungszentrums Informatik in Karlsruhe, unter anderem zusammen mit ­Porsche. Im Rahmen eines vom Verkehrsministerium Baden-Württemberg mit 400.000 Euro geförderten Projekts wollen sie herausfinden, wie sich autonome Elektroautos zu Parkplätzen und Ladesäulen leiten lassen – ohne Fahrer an Bord, denn die sollen einfach vorher aussteigen.

Für ihre Tests statten die Wissenschaftler ein Parkhaus in Karlsruhe mit Sensoren aus, darunter Rundumkameras oder Lidarsensoren, die Abstand und Geschwindigkeit messen können. Einfahrende Autos sollen dann per WLAN mit dem Gebäude kommunizieren, das ihnen die von den Sensoren entdeckten Hindernisse meldet oder sie zu freien Parkplätzen und Ladestationen leitet. "Ziel des Projekts ist, dass nicht nur voll automatisierte, sondern auch teilautonome Autos selbstständig auf einen freien Platz im Parkhaus oder zum Stromtanken an eine Ladesäule fahren können", sagt Professor J. Marius Zöllner, Direktor für Technisch-Kognitive Assistenzsysteme. "Die Intelligenz muss daher stärker auf der Seite der Parkhaus-Infrastruktur liegen, die ihre Informationen den unterschiedlichen Fahrzeugen anpasst."

Das klappt natürlich nur mit einwandfreiem Kartenmaterial beziehungsweise verlässlichen Geodaten. Anders gesagt: Die Kartendaten von Auto und Parkhaus müssen miteinander harmonieren, der Übergang von den Navikarten der Fahrzeughersteller zu denen des Parkhausmanagement­systems reibungslos funktionieren. "Damit ein Parkhaus mit Fahrzeugen unterschiedlicher Hersteller und Automatisierungsgrade kommunizieren kann, bedarf es einer gemeinsamen Sprache", erklärt Philip Schörner, wissenschaftlicher Mitarbeiter am FZI.

Alle nötigen Funktionen testen die Forscher in einem Simulationsprogramm. So wollen sie auch herausfinden, in welchem Format Parkplätze und andere Umgebungspunkte im Parkhaus markiert werden müssen, damit sie für möglichst viele Fahrzeuge erkennbar sind. Und natürlich, welche Markierungen die Autos sicher in die Parklücken bugsieren – je dichter, desto besser.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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