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Berufsunfähigkeitsversicherung

Wichtige Absicherung für Vielfahrer

Wer täglich am Steuer seines Firmenwagen sitzt, hat ein hohes Unfallrisiko. Im Falle eines Falles trägt die Versicherung einen Teil der Kosten. Doch nicht alle Policen sind gut.

Schon rauscht der Außendienstler dem Vordermann ins Heck. Selbst ein kleiner Auffahrunfall mit dem Auto kann bereits große gesundheitliche Beeinträchtigungen nach sich ziehen. Eine Gefahr, der Vielfahrer täglich ausgesetzt sind. Mit einer privaten Berufsunfähigkeitsrente kann der Versicherte im Ernstfall seinen Lebensstandard aufrechterhalten. Der staatliche Invaliditätsschutz fällt mager aus.

Beim Privatschutz reicht es, wenn der Betroffene zu 50 Prozent in seiner Berufsausübung eingeschränkt ist. »Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung sollte so früh wie möglich abgeschlossen werden«, rät Marco Krieter, Versicherungsberater aus Bochum. "Junge Menschen haben weniger Probleme, einen guten Vertrag zu erhalten." Sie sind nämlich in aller Regel gesund und meistern daher die immer notwendige Gesundheitsprüfung ohne Zuschläge oder sogar Ausschlüsse. Kranke und Menschen mit hohem Risiko, wie unfallgefährdete Handwerker, müssen deutlich mehr für ihren Schutz zahlen. Wie hart die Annahmepolitik der Versicherer mittlerweile ist, zeigt eine Studie von "Ökotest". Im Schnitt waren fünf Anläufe nötig, bis mindestens eine Offerte mit akzeptablen Preisen und Bedingungen zurückkam.

Am Markt gibt es große Prämienunterschiede. So zahlt ein EDV-Techniker, der mit seinem Dienstwagen zu 50 Prozent auf Kundenbesuch ist, bei einem günstigen Anbieter rund 1.100 Euro pro Jahr. Dafür hat er bis zum 67. Lebensjahr einen Berufsunfähigkeitsschutz von 2.500 Euro pro Monat. Im teuersten Fall müsste der Arbeitnehmer fast das Vierfache zahlen.

Bei Gesundheitsfragen nicht schummeln

Beim Antrag ist es wichtig, dass die Gesundheitsfragen vollständig und richtig beantwortet werden. Die meisten Streitigkeiten im Leistungsfall werden in den letzten Jahren um sogenannte vorvertragliche Anzeigepflichtverletzungen geführt. Dann wirft der Versicherer seinem Kunden vor, beim Antrag Krankheiten verschwiegen zu haben. "Das kann zur Leistungsverweigerung durch den Versicherer führen", warnt Berater Krieter. Er rät allen Kunden, die Gesundheitsfragen korrekt zu beantworten.

Gleichzeitig sollten Versicherungsmakler und Berater für ihre Kunden bei möglichst vielen Assekuranzen sogenannte anonyme Voranfragen stellen. Damit wird die Chance größer, optimalen Schutz zu bekommen. Ohne Beratung mit umfassender Marktsondierung sollte man auf keinen Fall einen Vertrag abschließen. "Die Bedingungsunterschiede sind groß", warnt Experte Krieter. Viele Versicherer bieten Einsteigern Tarife mit günstigen Prämien an. Das kann sinnvoll sein, denn anfänglich wird ja noch nicht so viel Geld verdient. Die Anfängertarife gewährleisten, dass später die versicherte Rente ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöht werden kann. Zudem sollte man vor Abschluss vergleichen, welche Gesamtprämien bis zum Rentenbeginn im Einsteiger- und Normaltarif anfallen. Meist kosten die Tarife mit Anfangsrabatt etwas mehr als die Normaltarife.

Kunden sollten zudem auf die Spanne zwischen dem monatlichen Höchstbeitrag und dem aktuellen Zahlbeitrag achten. Der liegt in der Regel deutlich niedriger. Das liegt daran, dass die Versicherer vorsichtig kalkulieren und somit Überschüsse erzielen, die sie den Kunden über eine günstige Prämie gutschreiben. Doch solche Überschüsse sind nicht sicher. Viele Assekuranzen haben sie in der Vergangenheit bereits gesenkt. Wie hoch das Risiko der Mehrprämie ist, zeigt ebenfalls der Vergleich. Der Trend zur Prämiensteigerung könnte sich in den nächsten Jahren verstärkt fortsetzen. Wer daher sicher sein will, dass er sich seine Berufsunfähigkeitsversicherung immer leisten kann, sollte sich an der Bruttoprämie orientieren. Sie gilt über die gesamte Laufzeit und gibt an, was der Versicherte höchstens zahlen muss.

Versicherung bis zum Rentenbeginn

Bei Angeboten für Auszubildende und Studenten sollte nach Rat des Versicherungsfachmanns Krieter immer der angestrebte Beruf versichert sein. Wer bereits im Berufsleben steht, sollte mindestens drei Viertel seines Nettoeinkommens versichern. "Viele Versicherte vergessen, dass sie im Falle der Berufsunfähigkeit nicht nur weiter ihren Lebensunterhalt bestreiten müssen, sondern noch genug verbleiben muss, um die Krankenversicherung und Steuern zu bezahlen", so Experte Krieter. Zudem muss zusätzlich die private Altersvorsorge bezahlt werden. Der Schutz der privaten Berufsunfähigkeitspolice sollte immer bis zum Rentenbeginn gelten. Heute ist das also in der Regel das 67. Lebensjahr. Das macht die Police zwar teurer, doch das Risiko, dass man im höheren Alter wegen Krankheit den Beruf aufgeben muss, ist ebenfalls größer.

Leider gibt es einen Trend, der immer mehr Kunden den Weg in den wichtigen Berufsschutz versperrt. So teilen die Assekuranzen die Berufe in stets mehr Klassen ein. Riskante Berufe werden dabei dann überproportional teurer. Als Alternative können Betroffene eine Versicherung abschließen, die bei schwerer körperlicher Erkrankung oder nach einem Unfall zahlt. Den wichtigen Schutz gegen psychische Krankheiten gibt es jedoch in diesen Policen nicht. Aber der wird eigentlich immer wichtiger. So hat der Marktbeobachter Morgen & Morgen ermittelt, dass derzeit schon fast 29 Prozent aller privaten Renten aufgrund einer psychischen Erkrankung bezahlt werden.

Vorsorge vom Chef - Wertvolle Sozialleistung

Mit einer zusätzlichen privaten Berufsunfähigkeitsversicherung kann sich das Unternehmen im Kampf um Talente am Arbeitsmarkt profilieren. Die Versicherung sollte eine vereinfachte Gesundheitsprüfung vorsehen. Sie gibt dem Versicherten später deutlich höheren Leistungsschutz. Die Police sollte zudem per Entgeltumwandlung bezahlt werden. Damit kann die Police im Vergleich zur privaten Absicherung deutlich günstiger werden – Musterfälle zeigen einen Vorteil von bis zu 50 Prozent. Der Betrieb sollte zur Qualitätssicherung eine Ausschreibung bei mindestens fünf Versicherern machen. Die Versicherung sollte ein selbstständiger Vertrag sein. Ein an die betriebliche Altersvorsorge angebundener Vertrag ist teuer und unflexibel.

Autor

Datum

10. Juni 2017
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