BMW 330e Plug-in Hybrid Test

Steuer sparen dank Stecker

BMW 330e 2019 Foto: Thomas Kueppers 23 Bilder

Der BMW 330e will eine ernsthafte Alternative für all jene sein, die regelmäßig kürzere Strecken mit dem Dienstwagen zurücklegen. Doch wie weit kommt er, bevor der Benziner helfen muss?

Plakativer als mit E-Kennzeichen kann ein Auto kaum auf seine Antriebsart hinweisen. Unter der Haube des BMW 330e schlagen zwei Herzen: ein elektrisches mit 113 und der vom 320i bekannte 184-PS-Benziner. Zusammen mobilisieren sie 292 PS, und entsprechend vehement geht es im Hybridbetrieb voran.

Der im Kofferraum untergebrachte 12-kWh-Akku ist in der Praxis gut für rund 40 elektrische Kilometer. Erst danach muss der Benziner helfen. Wer den Plug-in Hybriden richtig versteht, ihn also nicht dauernd mit Vollgas fährt, muss auch dann keine Verbrauchseskapaden befürchten. Für unsere 200 Kilometer lange Verbrauchsrunde brauchte der 330e eine Akkuladung plus 10,8 Liter Super. Auf längeren Strecken verbraucht er sechs Liter, wobei mehr freilich immer geht.

Damit empfiehlt sich dieser BMW eher für kürzere Strecken. Für schnelles Kilometerfressen ist der Diesel sinnvoller. Wie in allen 3ern überzeugen Geräuschdämmung und Fahrwerk. Die straffe M-Spezifikation unseres Testwagens ist zwar bei langsamer Fahrt fast schon hart, doch mit steigendem Tempo wächst der Komfort. Dann liegt der Wagen grandios auf der Straße, wobei die zielgenaue Lenkung und die bequemen Sportsitze zum Fahrspaß beitragen. Auch der doppelte Antrieb arbeitet harmonisch. Im Hybridmodus hilft das Navi, den effizientesten Mix aus Elektro- und Benzinkraft zu finden. Und im Gegensatz zu anderen E-Autos zeigt das Navigationssystem Ladesäulen nicht nur an, sondern auch, ob sie frei sind.

BMW 330e 2019 Foto: Thomas Kueppers
Viele Displays, logische Bedienung via Sprache, Knöpfe und Gesten: Der Innenraum ist modern und hochwertig.

Der im Akku verkleinert den Kofferraum um 105 auf bescheidene 375 Liter. Menschen mit raumgreifenden Hobbys sollten besser den Kombi wählen. Der Innenraum passt dagegen. Man hat Platz, und das logische Bedienkonzept mit Sprachbedienung, Touch- und Gestensteuerung erleichtert den Umgang mit dem Auto.

Unterschiede zu Benziner und Diesel gibt es bei der Dienstwagensteuer. Doch ob die Rechnung auch für die Firma als Halter aufgeht, zeigt sich erst im täglichen Umgang. Im Vergleich zu anderen Plug-in Hybriden ist der 330e zwar auch rein elektrisch mit rund 20 kWh auf 100 Kilometern effizient. 100 elektrische Kilometer kosten also rund sechs Euro brutto. Günstiger kann es in der Firma sein, falls dort Ladeinfrastruktur steht. Schlechter sieht die Bilanz aus, wenn der Strom aus öffentlichen Ladestationen kommt.

BMW 330e Plug-in Langzeittest
Geht gut, aber….

Bei aktuellen Spritpreisen ist Stromern teurer

Dabei lädt der 330e noch nicht einmal schnell. Mit 3,7 kW tröpfelt der Strom schnellstenfalls in den Akku, vollladen dauert über dreieinhalb, an der Haushaltssteckdose sogar sechs Stunden. So eignet sich der Plug-in Hybride nur für Pendler, die zu Hause und am Arbeitsplatz nachladen.

Mit seinem 40-Liter-Benzintank ist der 330e immerhin langstreckentauglich. BMW hat zudem in vielen Städten Zonen definiert, die das Auto grundsätzlich elektrisch durchfährt. So sollten auch künftige Fahrverbote für Verbrenner kein Problem sein. Ist die Zone umfahren, sollte der BMW automatisch wieder in den zuvor gewählte Fahrmodus wechseln. Das klappt nicht immer, anstelle des Eco-Pro-Hybridmodus stellte unser Testwagen in den normalen Hybridmodus um. Hier entscheidet das Auto selbst über die optimale Betriebsstrategie. Dann stehen im Sportmodus für zehn Sekunden sogar 40 PS extra parat (sonst 252 PS Systemleistung). Untermalt wird der fulminante Vortrieb von eher nervigen Motorklängen aus dem Lautsprecher. Dann lieber elektrisch: Bis Tempo 140 geht es flott genug 40 bis 50 Kilometer weit.

Nach Abzug der Umweltprämie in Höhe von 5.625 (alle Preise netto) Euro startet die Zweimotorenlösung bei erstaunlich preiswerten 39.000 Euro. Ein 330i mit 258-PS-Benziner kostet wenige hundert Euro weniger, der 320d mit 190 PS etwa 2.400 Euro weniger. Und dafür gibt‘s beim Plug-in 3er sogar Navigation und Standklimatisierung im Wert von 2.600 Euro inklusive. Ebenso zwei Ladekabel für Haushaltssteckdosen und Typ-2-Ladesäulen.

BMW 330e 2019 Foto: Thomas Kueppers
BMW 330e

Insgesamt ist dieser 3er also ein faires Angebot. BMW selbst scheint zumindest auf einem Gebiet nur begrenztes Vertrauen in die Elektrotechnik zu setzen: Für sechs Jahre oder 100.000 Kilometer gewährleisten die Bayern einen sachmängelfreien Akku. Die Konkurrenz handhabt das überwiegend weit großzügiger.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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