Bundesverband Fuhrparkmanagement

Kein Zwang zu E-Autos

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Die Politik will mit aller Macht die E-Mobilität durchsetzen. Dabei darf sie aber nicht die Bedürfnisse der Flottenbetreiber übergehen, meint Marc-Oliver Prinzing vom Fuhrparkverband.

Es wird viel diskutiert über Antriebe. Welche Technologie ist für die Umwelt am verträglichsten? Und müssten dann aus ethischen Gründen nicht alle Fuhrparks sofort auf diese Antriebsart umsteigen? Gerne wird der moralische Zeigefinger erhoben, ohne genau die konkreten Rahmenbedingungen und Grundlagen für die Entscheidungen zu kennen. Dabei sollte doch klar sein, dass nicht unreflektiert der Gedanke herrscht: "Besser schlecht im Auto gefahren als gut zu Fuß gegangen."

Wenn sich die von Politik und Herstellern favorisierten Elektro­antriebe nicht schnell durchsetzen, hat das nichts mit dem fehlenden Umweltbewusstsein der ewig Gestrigen zu tun, sondern mit Mobilitätsanforderungen, deren Erfüllung für die Unternehmen überlebenswichtig sein können. Es geht um betriebswirtschaftliche Kennzahlen, um Kosten-Nutzen-Überlegungen für notwendige Mobilität.

Die Wirtschaftlichkeit der Fahrzeuge in Korrelation mit dem Einsatzzweck ist das Maß der Dinge. Dazu spielen Servicenetz, Fahrzeugqualität, Finanzierungsangebote, Rücknahmerisiken und natürlich die ­TCO-Betrachtung eine wesentliche Rolle.

Es fehlt nicht an Angeboten. Die Schwierigkeit besteht darin, dass die alternativen Antriebe in den meisten Fällen nicht den Anforderungen an gewerbliche Einsätze entsprechen. Nur deshalb spielen alternative Antriebe in gewerblichen Fuhrparks noch eine vergleichbar geringe Rolle.

Probleme wie mangelnde Reichweite und schlechte Infrastruktur sind bekannt. Daran wird intensiv gearbeitet. Wichtig wäre aber, dass sich die Politik dem wichtigen Umweltziel Emissionsreduktion verschreibt, statt sich nur auf eine Technologie zu fixieren. Doch es scheint von politischer Seite aus weder Unterstützung noch Interesse an der Suche nach der umwelttauglichsten Technologie zu geben

Dabei gibt es Alternativen mit weit besserer Umweltbilanz, als sie Elektrofahrzeuge derzeit haben. Mit Erdgas könnte man sehr schnell Emissionen reduzieren und die Abhängigkeit von erdöl­basier­ten Kraftstoffen verringern. Erdgas kann heute schon regenerativ durch die elektrische Spaltung von Wasser durch Windkraft oder aus Bioabfällen erzeugt werden. Es verbrennt fast feinstaub- und NOx-frei und sorgt so für eine nahezu CO2-neutrale Bilanz bei den Fahrzeugen. So oder so ist aber das oberste Gebot für Fuhrparks, dass sie auf den individuellen Bedarf abgestimmte Fahrzeuge einsetzen. Vorgaben und Wünsche von Politik oder Herstellern werden in den Unternehmen so lange ungehört bleiben, wie sie Bedürfnisse der Fuhrparkbetreiber und Faktoren wie Wirtschaftlichkeit ignorieren.

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