DAT Diesel-Barometer

Flotten setzen weiter auf Diesel

Flotte, Fuhrpark, Parkplatz Foto: Lease Plan

Der Diesel bleibt Antrieb Nummer Eins in Fuhrparks. Weniger als die Hälfte der Flotten plant mit alternativen Antrieben.

Von wegen der Diesel steckt in der Krise: 84 Prozent der Fuhrparkleiter bestellen trotz der öffentlichen Diskussionen neue Diesel für die Flotte, wie das aktuelle DAT Diesel-Barometer zeigt. Lediglich 15 Prozent haben ihre Diesel-Bestellungen reduziert. Auch User-Chooser bevorzugen den Selbstzünder deutlich. Laut einer Umfrage wählt immerhin jeder fünfte Dienstwagenberechtigte ein Auto mit einem anderen Antrieb als den Diesel. Mit lediglich vier Prozent Anteil am Gesamtbestand spielen Flottenfahrzeuge mit alternativen Antrieben eine untergeordnete Rolle. Unternehmen, die sich vom Diesel ab­wenden, entscheiden sich eher für Benziner. Bereits elf Prozent der Fahrzeuge in Firmenfuhrparks sind Benziner.

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Verteilung Antriebsarten in Flotten.

"Die Dieseldiskussion hat für die CO2-Bilanz und die Entwicklung zu einer besseren Umweltbilanz von Fahrzeugflotten fatale Auswirkungen. Der Diesel-Anteil liegt mit 85 Prozent in den Fuhrparks zwar unvermindert sehr hoch – über 80 Prozent davon mit der umweltfreundlichen Euro-6-Norm. Doch obwohl es für Langstrecken noch keine ökologisch besseren Alternativen gibt, tendieren die Einkäufer und User-Chooser dazu, auf Benziner auszuweichen und nicht auf Elektromobilität oder andere Alternativen", kritisiert Axel Schäfer, Geschäftsführer des Bundesverbands Fuhrparkmanagement. "Wir befürchten, dass die vorherrschende Diesel-Hysterie im schlechtesten Fall auch die Hersteller davon ablenkt, sich um die Entwicklung neuer und die Verbesserung vorhandener Alternativen intensiv zu kümmern."

Mittelfristig planen weniger als die Hälfte der Fuhrparkleiter (48 Prozent) die Anschaffung von Pkw mit alternativen Antrieben. Deutlich weniger als noch vor einem Jahr (55 Prozent). 58 Prozent der Fuhrparkleiter würden allerdings E-Fahrzeuge in Erwägung ziehen, wenn der Bund steuerliche und politische Anreize schafft. 43 Prozent der Flottenmanager ziehen E-Autos nur in Betracht, wenn sie aufgrund der CO2-Richtlinien der eigenen Car-Policy dazu gezwungen wären. Fast genauso viele würden auf Anfrage ihrer Dienstwagenfahrer (42 Prozent) oder aufgrund günstigerer Betriebskosten (41 Prozent) über die Elek­tromobilität nachdenken.

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Motivation für E-Autos im Fuhrpark.

Wie das DAT Diesel-Barometer zeigt, hält nicht einmal die Hälfte der Autofahrer (45 Prozent) E-Autos für umweltfreundlicher als Verbrenner. Unter den Dieselfahrern herrscht noch mehr Skepsis gegenüber der Elektromobilität: 47 Prozent der Dieselfahrer sind davon überzeugt, dass E-Autos in der gesamten Ökobilanz (Produktion, Nutzung, Recycling) nicht umweltfreundlicher als Diesel-Pkw sind. Müssten sich die Autofahrer für einen elektrifizierten Antrieb entscheiden, wäre der normale Hybrid (37 Prozent) die meistgewählte Antriebsart. Dahinter folgen Plug-in Hybrid (29 Prozent), Elektroautos mit Range-Extender (20 Prozent) und als Schlusslicht das reine E-Auto (14 Prozent). Als Hauptgründe gegen die Anschaffung eines E-Autos geben Autofahrer die begrenzte Reichweite (69 Prozent), den hohen Kaufpreis (62 Prozent) und das schlechte Ladenetz (42 Prozent) an.

Aufgrund von Vorzieheffekten im Gebrauchtwagenmarkt und wegen Lieferschwierigkeiten auf dem Neuwagenmarkt sind die Absatzzahlen im September deutlich nach unten gegangen. Dennoch liegt der Neuwagenmarkt 2,4 Prozent im Plus, der Gebrauchtwagenmarkt nur 1,5 Prozent im Minus. Die Fahrzeugbestellungen werden in Firmen kaum reduziert, allerdings gibt jeder Fünfte an, dass sich aufgrund der WLTP-Situation die Einkaufskonditionen deutlich verschlechtert hätten. 60 Prozent der Flottenmanager halten ihre Autos daher länger im Fuhrpark als geplant.

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Pkw-Markt.

Für dreijährige gebrauchte Benzin-Pkw werden im bundesweiten Durchschnitt 57,3 Prozent des ehemaligen Listenneupreises erzielt. Vergleichbare Diesel liegen aktuell bei 52,4 Prozent. Wegen der weiterhin stark angespannten Diesel-Situation sind regional hohe Abweichungen bei den Verkaufspreisen möglich. Auch die Standzeiten gebrauchter Benziner und Diesel haben sich jeweils um zwei Tage leicht verlängert. Bis der Gebrauchte wieder vom Händlerhof verschwunden ist, vergehen bei Dieseln 105, bei Benzinern 82 Tage.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
FA Titel 01 2019
01/2019 14. Dezember 2018 Inhalt zeigen
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