DAT Report 2019

Das bewegt Autokäufer

Restwert Wiederverkauf Ausstattung Handel Händler Verkauf Gespräch Foto: LeasePlan

So langsam kommen alternative Antriebe in Fahrt, könnte man meinen. Die Bereitschaft, solche Autos zu kaufen, sank tatsächlich aber gegenüber dem Vorjahr, wie der DAT-Report 2019 zeigt.

Seit 45 Jahren legt die Deutsche Automobil Treuhand (DAT) jährlich ihren für den deutschen Markt repräsentativen Käufer-Report auf. Auch im Herbst 2018 befragte das Unternehmen wieder knapp 4.000 Einzelpersonen rund um das Thema Autokauf und –Reparatur für den Jahresreport 2019. Ungebrochen ist der Spaß am Autofahren für die Käufer von Neuwagen: 94 Prozent finden Spaß an der Fortbewegung auf vier Rädern. Auch Fahrzeugbesitzer, die sich 2018 kein anderes Auto zulegten, unterstützten diese Aussage noch mit 89 Prozent ihrer Stimmen.

Neuen Vertriebsformen stehen Autokäufer bisher noch überwiegend skeptisch gegenüber. Ginge es konkret darum, ein Auto-Abo abzuschließen, dass einen regelmäßigen Autowechsel sowie alle anfallenden Kosten inklusive Sprit umfasste, lehnen das 75 Prozent der Neuwagenkäufer ab. Auf der anderen Seite könnten sich aber auch immerhin 20 Prozent von ihnen ein solches Modell für ihren nächsten Kauf vorstellen. Bei den Gebrauchtwagenkäufern ließen sich nur elf Prozent von einem Abo-Modell überzeugen.

Interessant ist auch eine gewisse Trendumkehr beim Informationsverhalten der Käufer. Nach wie vor hat das Internet bei fast allen Kaufentscheidungen ein Wörtchen mitzureden. Klassische Offline-Faktoren sind aber nach wie vor wichtig. Scheinbar hat dabei der Fachhandel an der Beratungsqualität gearbeitet, er genießt bei 60 Prozent der Kunden das höchste Offline-Vertrauen. Erst an zweiter Stelle folgen Gespräche mit Freunden und Kollegen, auf das immer noch 58 Prozent der befragten Neuwagenkäufer setzen. Immerhin 17 Prozent der Käufer sehen Testberichte in Magazinen als wichtigste Informationsquelle an.

Online ist die Informationsvielfalt größer, erste Anlaufstelle ist für 41 Prozent der Neuwagenkunden die Hersteller-Website samt Konfigurator. 28 Prozent vertrauen auf die Ergebnisse einer Suchmaschine wie Google, 14 Prozent vertrauen direkt auf die Testberichte der Fachmagazine. Blogs und Videos machen mit fünf Prozent Anteil bislang noch einen geringen Teil der kaufvorbereitenden Information aus.

Bestseller Elektroautos 2018
Die meistverkauften Stromer

Trotz der immer höheren Informationsdichte dauert der Autokauf nicht länger. Durchschnittlich vergehen zwischen Beginn der Informationsphase und dem tatsächlichen Kauf zwischen 26 Tagen bei Gebrauchtwagen und 33 Tagen bei Neuwagen. Dabei sind die Käufer erstaunlich treu: 51 Prozent der Neuwagenkunden wählen dieselbe Marke wie beim Vorgängermodell.

Alternative Antriebe spielen beim Autokauf vor allem bei Gebrauchtwagen bisher noch eine untergeordnete Rolle. Zwölf Prozent erwägen die Anschaffung eines alternativ angetriebenen Fahrzeugs. Bei den Neuwagenkäufern sind es mit 24 Prozent immerhin doppelt so viele. Die meisten der Interessierten würden einen Hybrid kaufen, nur ein Drittel wählte zuerst ein Elektroauto.

Eine Rolle dabei spielt neben der zu geringen Reichweite (für 60 Prozent der Neuwagenkäufer der Hauptgrund gegen Elektroautos) die noch nicht überall verfügbare Ladeinfrastruktur. 44 Prozent der Neuwagenkäufer haben Lademöglichkeiten in der Nähe verfügbar, davon allerdings wiederum haben nur 38 Prozent eine Möglichkeit, zuhause ein Elektroauto aufzuladen.

Mit ein Grund für die Zurückhaltung gegenüber alternativen Antrieben könnten Informationslücken sein. So geben sich Neuwagenkäufer auf einer Notenskala von 1 bis 5 durchschnittlich eine 2,7, wenn es um ihre Kenntnisse von Elektroautos geht. Bei Hybrid (2,9) und Plug-in Hybriden (3,1) sieht die Informationslage ähnlich düster aus. Noch vor der Elektrifizierung sehen die Verbraucher daher die Digitalisierung der Werkstattleistungen.

Elektroautos in Deutschland 2019
Preise, Reichweite, Verbrauch E-Autos

Mit 45 Prozent würde sich fast die Hälfte der Fahrzeughalter zutrauen, einen Unfallschaden mit dem Smartphone selbst zu dokumentieren und so eine digitale Schadensabwicklung zu ermöglichen. 36 Prozent würden einen Werkstatttermin online vereinbaren, wenn es denn möglich wäre.

Vergleichsportale spielen bei Werkstätten noch eine kleine Rolle. Nur 15 Prozent informieren sich im Internet über ihre Werkstatt, beim Autokauf sind es 80 Prozent. Das liegt auch daran, dass die Autohalter ihren Werkstätten sehr treu sind: 81 Prozent der Fahrer deutscher Premiummarken suchen immer dieselbe Werkstatt auf, bei Importeuren sind sogar 82 Prozent treu. Auch, ob ein Fahrzeughalter in der Großstadt mit über 500.000 Einwohnern (76 Prozent treu) oder in einer Kleinstadt (81 Prozent treu) lebt, hat Einfluss auf die Werkstattbindung.

Weitere Details beispielsweise zur bevorzugten Finanzierungsform der Autokäufer gibt es im DAT Report, der ab 26. Februar 2019 erhältlich sein soll.

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