Die Zukunft der Elektromobilität Das Auto dient als Zwischenspeicher

Foto: Nissan

Zum Laden des Elektroautos ein Kabel in eine Steckdose stecken? Das ist so was von 2016, findet Nissan.

Autohersteller entwickeln sich zunehmend zu Mobilitätsdienstleistern, oder wollen es zumindest werden. Nissan hat nun auf dem Genfer Automobilsalon (3. - 13. März) eine Vision vorgestellt, in der Tankstellen überflüssig werden. Denn demnach tanken wir in Zukunft beispielsweise am Bordstein.

Tankstelle anfahren, Kraftstoff einfüllen, bezahlen und wieder abfahren – seit Jahrzehnten füllen wir die Tanks unserer Autos auf die gleiche Weise. Wenn auch nicht mit dem gleichen Kraftstoff, so funktioniert das Laden eines Elektroautos derzeit nach dem gleichen Prinzip: Ladesäule anfahren, Stecker rein und der Kraftstoff fließt. Das muss aber gar nicht so sein.

Foto: Nissan
Auf einem induktiven Ladefeld kann das Auto außerdem als Zwischenspeicher für regenerative Energien dienen und zwischendurch Strom auch wieder abgeben.

"Anfangs haben wir an eine elektrische Version der Tankstelle gedacht", sagt David Nelson, Chefdesigner von Foster & Partners. Das Architekturbüro hat zusammen mit Nissan eine Version der "Tankstelle der Zukunft" entworfen. "Dann haben wir gesehen, dass es eine echte Möglichkeit gibt, alles zu ändern."

Die Annahme der einige Jahrzehnte in die Zukunft weisenden Vision: Weil die große Mehrheit der Menschen in Städten leben wird, braucht es elektrische und autonome Fahrzeuge, um Stau und Luftverschmutzung Herr zu werden. Die Akkus der E-Autos werden nicht an festen Ladesäulen, also "Tankstellen" geladen, sondern einfach am Bordstein, in den ein induktives Ladefeld eingelassen ist. Sind die Batterien voll, sucht sich das autonome Fahrzeug einen anderen Parkplatz, um Platz für das nächste E-Auto zu machen.

Auf einem induktiven Ladefeld kann das Auto außerdem als Zwischenspeicher für regenerative Energien dienen und zwischendurch Strom auch wieder abgeben. Weil Autos und Umwelt vernetzt sind, wird alles automatisch gesteuert. "Es gibt keine Tankstelle mehr", erklärt Nissan-Produktplaner Richard Candler, "das Auto ist quasi selbst die Tankstelle."

Das beschränkt sich natürlich nicht nur auf E-Autos einer Marke, vielmehr müssten dann viele Partner der Automobilindustrie zusammenarbeiten, meint Nissans Direktor E-Mobilität, Gareth Dunsmore. So werde saubere Energie zum Wohle aller in der ganzen Stadt geteilt, Ja, richtig gehört: der Strom wird geteilt. Auch das kann man sich an einer herkömmlichen Tankstelle nicht vorstellen.

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