Dienstwagen-Klassiker Opel Rekord D

Immer im Dienst

Opel Rekord D, Commodore Foto: Archiv 7 Bilder

1971 hatte Opel den Rekord D vorgestellt und sich zur Überraschung vieler vom schwülstigen Stil des Vorgängers verabschiedet. Sein Diesel machte ihn sogar zu einer zuverlässigen Alternative für Taxiunternehmer.

"Opel, der Zuverlässige", hieß es in den Siebzigern. Welche Eigenschaft passt wohl besser zu einem Dienstwagen? Aha, wir wollen nur wieder das Hosenträgerimage ausgraben? Stimmt, vor allem beim äußerst soliden Opel Rekord D. Einer Art Verbeamtung auf Rädern, gleichwohl in moderner Dienstkleidung.

Schwebendes Dach

1971 hatte Opel den Zuverlässigen vorgestellt und sich zur Überraschung vieler vom schwülstigen Stil des Vorgängers verabschiedet. Dank spindeldürrer A- und B-Säulen schien das Dach zu schweben. GM-Designchef Chuck Jordan hatte ein Auto mit elegant tiefer Gürtellinie entworfen und keinen Hehl aus seiner Abneigung gegen Zierleisten und sonstigen Schnickschnack gemacht. Unter der Haube zunächst bewährte Benziner: Zwischen den Vierzylindern mit 1,7 oder 2,0 Liter Hubraum entschieden sich die meisten Kunden für den 1,9er mit 75 PS. Der war stramm genug, um dem Nachbarn zu imponieren, ließ aber respektvollen Abstand zum Parkplatz des Dienststellenleiters. Vor allem im Stammland Hessen griff die Führungsebene der öffentlichen Hand gerne zu den zwei Pötten mehr im karosseriegleichen Commodore. Der war mit Einstiegspreisen von 11.570 Mark netto einer der günstigsten Sechszylinder seiner Zeit.

Mit Diesel wurde der Rekord zum Taxi-Auto

Zurück zu Brot und Butter: Mit Einführung des ersten Diesels in einem Opel begann der Rekord 1972 auch im begehrten Revier der Taxiunternehmer zu wildern. 60 PS aus 2,1 Litern nagelten in Wirbelkammermotoren, die höhere Drehzahlen zuließen als die Vorkammermaschinen der Konkurrenz. Im Stadtverkehr war das dank schaltärmerer Handhabe ein Segen.

Auch bei der Dienstanweisung für den Caravan blieb sich Opel treu. Während der Wettbewerb versuchte, Kombis nun in Familien hoffähig zu machen, blieb der Rekord mit einer halben Tonne Nutzlast eher was fürs Rustikale. Geschadet hat das nicht. Mit 1,13 Millionen verkauften Autos erwies sich die Baureihe auch auf der Einnahmenseite der Rüsselsheimer Bilanzen als äußerst zuverlässig.

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