Dienstwagen-Klassiker Volvo Reihe 140

Klare Kante aus Skandinavien

Volvo Reihe 140 Foto: Volvo 7 Bilder

Autos, die jeder kennt. Fahrzeuge der Kindheit, erstes eigenes Auto, unvergessener Dienstwagen: Volvo Baureihe 140

Lange Jahre hatte Volvo echte Schmuckstücke in der Schatulle: den Amazon etwa mit seinen weichen Formen oder den geradezu zierlichen P1800. Um so erstaunlicher war das, was 1966 vorfuhr. Der Übergang zur Baureihe 140 kam einem Wechsel von Kontaktlinse auf Hornbrille gleich – so nachhaltig veränderte er das Image der Marke. Zum Positiven, wie man heute weiß.

Seitdem gehören Volvo und Sicherheit zusammen wie Michel und Lönneberga. Die neue Limousine hatte eine stabile Fahrgastzelle mit Knautschzonen, bot Dreipunktgurte und vor allen eine Scheibenbremsanlage, die ihresgleichen suchte. "Zwei mal drei" hieß das System. Fiel einer der Bremskreise aus, war nur ein 20-prozentiger Verlust der Bremskraft zu befürchten.

Knäckebrot mit vorbildlicher Sicherheitstechnik

Die Schweden setzten noch einen drauf: Verbundglas rundum, während beim Wettbewerb auch in der Oberklasse noch die Scherben flogen. Diskutiert aber wurde leider nur das Äußere. "Knäckebrotdesign", höhnten die Unwissenden. In Wahrheit war die Formgebung des 144 (die Zweitürer hießen 142, die Kombis 145) ganz großes Tennis. Der Bildhauer Jan Wilsgaard hatte den Wagen gezeichnet. "Man macht die Dinge nicht komplizierter als sie sind. Das Funktionale ist oft das Schöne", sagte er.

Entsprechend kompromisslos waren Volvos Ansprüche an die Qualität. Der Block der 75 PS starken Vierzylinder war aus Gusseisen, die Kurbelwelle ließ man in der Kanonenfabrik Bofors schmieden. Die Bleche waren knapp anderthalb Millimeter dick, ins Schloss fiel die Tür so satt wie ein Mehlsack aufs Pflaster. Einige Details aber stellten ambitionierte Aufgaben an die Besitzer. So war das Radio mit normalsterblicher Armlänge kaum zu erreichen und zum Überwinden der Ladekante bedurfte es wohl einer Trittleiter. Trotzdem führte die Baureihe zu einer treuen Markenbindung. Wer fortan Volvo fuhr, wollte anders sein. Kein billiger Traum: Das Recht auf Selbstverwirklichung gab es erst ab 11.500 Mark.

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